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Der eingepackte Spatenstiel ist ein Beweismittel im so genannten Spatenstiel-Prozess. - © Foto: Andreas Zobe/NW
Der eingepackte Spatenstiel ist ein Beweismittel im so genannten Spatenstiel-Prozess. | © Foto: Andreas Zobe/NW

Löhne Plädoyers im Spatenstiel-Prozess erwartet

Vor dem Landgericht Bielefeld sind drei Männer wegen des Verdachts auf Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt.

Susanne Barth
18.05.2019 | Stand 18.05.2019, 15:24 Uhr

Löhne. Drei junge Männer aus Löhne, Bad Oeynhausen und Leopoldshöhe treffen am Montag, 20. Mai, erneut auf die Familie Aydurmus. Die Angeklagten sitzen der Frau des Opfers und seinen Kindern gegenüber, da sie als Nebenkläger auftreten. Vor dem Landgericht Bielefeld wird der Spatenstiel-Prozess um 9 Uhr fortgeführt. Erneut ist der ehemalige belgische Soldat, der als wichtigster Zeuge in dem Verfahren gilt, geladen. Ob er erscheint, ist fraglich. Bisher war der Mann den Ladungen nicht gefolgt, weil er wegen anderer Verfahren eine Strafverfolgung in Deutschland fürchtet. Das droht ihm aktuell aber nicht. „Für die Aussage wurde ihm freies Geleit zugesichert", sagt Guiskard Eisenberg, Sprecher des Landgerichts Bielefeld, auf Anfrage der NW. Tragisches Ende Dennoch ist offen, ob der Zeuge erscheint. Seine Aussage wird als besonders wichtig eingeschätzt, da er die Auseinandersetzung vor dem Bahnhof Löhne offenbar sehr gut beobachten konnte und auch als Ersthelfer direkt vor Ort war. Vor dem Landgericht geht es um eine Schlägerei vor dem Bahnhof Löhne. Die Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe von jungen Männern und einem Löhner an Vatertag 2015 nahm ein tragisches Ende. Harun Aydurmus verstarb zwei Tage später. Warum der Löhner nach gegenseitigen Beleidigungen aus seinem Auto stieg, aus dem Kofferraum einen Spatenstiel nahm und auf die Kontrahenten losging, ist bis heute nicht geklärt. Der Haupttäter sitzt aktuell seine Strafe ab. Er gab zu, Aydurmus mit dem Stiel geschlagen zu haben. Gegen die drei mutmaßlichen Mittäter wird noch verhandelt. Ihnen wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Geklärt werden soll, ob einer oder mehrere von ihnen auf den bereits am Boden liegenden Mann eingetreten haben. In der nächsten Sitzung könnten auch die Plädoyers gehalten werden. "Das ist denkbar", so Eisenberg. Am 22. Mai soll der vorerst letzte Verhandlungstag sein.

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