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Die Kinderbetreuung wird für Eltern mit geringem Einkommen günstiger. - © free-photos-auf-pixabay
Die Kinderbetreuung wird für Eltern mit geringem Einkommen günstiger. | © free-photos-auf-pixabay

Löhne Für welche Eltern in Löhne die Kinderbetreuung kostenlos wird

Eltern mit geringerem Einkommen können aufatmen: Ab August zahlen viele Familien nichts mehr für die Betreuung. Doch nicht nur sie profitieren von den Veränderungen.

Susanne Barth
17.05.2019 | Stand 20.05.2019, 18:29 Uhr

Die Höhe der Kita-Beiträge ist fast in jeder NRW Stadt anders. Auch im Kreis Herford existiert keine einheitliche Regelung. Unfair findet das der Jugendamtselternbeirat Löhne. Die Eltern engagieren sich dafür, dass der Kita-Besuch für alle kostenfrei wird. Die Löhner Politik hat dem Antrag einen Dämpfer erteilt. Es sei finanziell für die Stadt nicht zu stemmen, die Kita gänzlich kostenlos anzubieten. Ändern soll sich dennoch etwas in Sachen Kosten. Allerdings wird die Grenze der Beitragsfreiheit nicht so hoch ausfallen, wie es das Kreisjugendamt vor hat. In Löhne sind die Elternbeiträge gestaffelt. Das gilt sowohl für den Kindergarten, als auch die Tagespflege und den Offenen Ganztag. Das Einkommen der Familie und die gewählte Betreuungszeit bestimmen die Höhe der Beiträge. Bis zu einem Einkommen von 18.000 Euro ist die Betreuung frei. Die SPD Löhne hat gefordert, die Untergrenze anzuheben, mehrheitlich hat der Rat die neuen Beiträge am 20. März beschlossen. Da dafür eine Satzung geändert werden muss, trifft der Rat am 22. Mai die endgültige Entscheidung. Das Kreisjugendamt setzt die Beitragsbefreiung noch höher an Ab 1. August soll die Kinderbetreuung für Eltern bis zu einem Einkommen von 25.000 Euro kostenfrei werden. „Zudem wird es in nächster Zeit keine lineare Erhöhung geben", sagt Jugendamtsleiter Jürgen Förster. In der Vergangenheit stiegen parallel mit den Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst die Elternbeiträge. Der Kreistag geht bei der Beitragsfreiheit noch einen Schritt weiter. Mit Wirkung zum 1. August ist dort eine neue Staffelung der Elternbeiträge in den Kindertageseinrichtungen in seinem Verantwortungsbereich beschlossen worden. So müssen Eltern mit einem Jahreseinkommen bis zu 30.000 Euro (bisher 18.000 Euro) keine Kita-Beiträge mehr bezahlen. Dafür werden die Einkommensgruppen 80.000 bis 100.000 Euro und über 100.000 Euro mit deutlich höheren Beiträgen neu eingeführt. Zum Vergleich: In Löhne gibt es eine Gruppe bis 90.000 Euro und die letzte über 90.000 Euro. Eltern mit mehreren Kindern profitieren zusätzlich Das Kreisjugendamt ist für 51 Kindergärten zuständig und zwar in den Kommunen, die kein eigenes Jugendamt haben. Dementsprechend gilt die Regelung nicht für die Städte Löhne, Herford und Bünde. Herford hat allerdings schon angekündigt, sich der neuen Staffelung anzuschließen. „Ich gehe nicht davon aus, dass das in Löhne in der nächsten Zeit passieren wird", sagt Jürgen Förster auf Nachfrage der NW. Hier habe der Rat ja erst vor zwei Monaten eine höhere Stufe beschlossen. „Außerdem", wirft Förster ein, „gibt es in Löhne eine Geschwisterkindregelung". Davon profitieren Eltern mit zwei oder mehr Kindern. Denn nur der teuerste Platz in der Kita, dem Offenen Ganztag oder der Kindertagespflege muss bezahlt werden. „Die anderen sind kostenfrei." Bisher profitieren von der Beitragsbefreiung (18.000 Euro) 226 Familien in Löhne, schreibt Gaby Schewe-Ekamp in der Ratsvorlage. Durch die neue Umsetzung würden 80 bis 100 Familien zusätzlich etwas davon haben. „Das betrifft etwa 50 Prozent der Kinder in Kindertageseinrichtungen", so Ekamp. Land NRW will ein weiteres Kindergartenjahr kostenfrei anbieten Damit verliert die Stadt allerdings Einnahmen. Im Jahr 2020 ist mit einem Einnahmeverlust von etwa 57.600 Euro auszugehen. Dennoch sei die Regelung laut Stadt „adäquat". Förster: „Es soll Menschen, die in finanziell schwierigen Situationen stecken, entlasten." Die Landesregierung plant zudem ab dem Kindergartenjahr 2020/2021neben dem letzten Kindergartenjahr, das bereits kostenlos ist, auch das vorletzte Jahr vor der Einschulung beitragsfrei zu stellen. Davon profitieren dann alle Eltern mit Kita-Kindern.

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