Ampelanlage - © Pixabay
Ampelanlage | © Pixabay

Löhne Grüne wollen Ampel in Löhne nachts abschalten

Der Antrag, die Anlage am Fachmarktzentrum Mennighüffen nachts zu deaktivieren, trifft bei Stadt, Polizei und Straßen NRW auf wenig Gegenliebe

Susanne Barth
15.05.2019 | Stand 15.05.2019, 17:35 Uhr

Löhne. Auf der Lübbecker Straße hat sich die Verkehrsführung auf Höhe des Fachmarktzentrums vor fünf Monaten verändert. Damit Autofahrer, Fußgänger und Radler sicher zu den Geschäften des Einkaufszentrums gelangen, gibt es dort nicht nur eine Linksabbiegespur, sondern auch eine Ampel. Diese ist Tag und Nacht in Betrieb. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will das verändern. "Verkehr ist in den Abend- und Nachtstunden deutlich reduziert" In einen Antrag an den Rat der Stadt Löhne bittet die Fraktion, zu prüfen, ob die neu errichtete Ampel nachts ausgeschaltet werden kann. Schließlich sei der Verkehr in den Abend- und Nachtstunden deutlich reduziert, Schulen und Kindergärten seien zu und auch der ökologische Aspekt stehe für die Grünen im Fokus. Zusätzlich argumentiert die Partei mit einer Lärmminderung für die Anwohner. Das „Stop-and-go-System für die Nacht" wäre dann ebenfalls „abgeschaltet". Dieses Argument hebelt die Stadt Löhne mit der Schaltung der Ampel aus. Die Lübbecker Straße ist die Hauptverkehrsachse und hat „Dauergrün". „Das wird nur unterbrochen, wenn aus den Nebenstraßen oder von querenden Fußgängern ein Grünsignal angefordert wird", schreibt Olaf Bokämper in der Vorlage für die Ratsmitglieder. Bokämper ist für die Verkehrssicherung und -lenkung in Löhne zuständig.Dementsprechend gebe es weder eine „relevante Lärmerzeugung", noch entstehe ein „maßgeblicher Zeitverlust". "Energieeinsparungen spielen nur eine untergeordnete Rolle" Einen großen ökologischen Gewinn scheint es für die Stadt ebenfalls nicht zu geben. „Mögliche Energieeinsparungen spielen bei modernen LED-betriebenen Lichtsignalanlagen nur eine untergeordnete Rolle", so Bokämper. Der Landesbetrieb Straßen NRW beziffert die Einsparungen bei einer Nachtabschaltung auf unter 1 Euro pro Tag. Demgegenüber steht die Statistik des Bundesamtes für Straßenwesen. Den Schaden bei einem „normalen" Unfall, bei dem keine Person verletzt wird, beziffert das Bundesamt auf durchschnittlich 6.177 Euro. Bei einem schweren Unfall mit Sachschaden steigen die Kosten im Schnitt auf 22.839 Euro. Um das möglichst zu verhindern, sollten Ampeln auch nachts angeschaltet bleiben. Breite Ablehnung des Antrags Da eine nur sehr geringfügige Energieeinsparung gegenüber der zu gewährleistenden Verkehrssicherheit steht, lehnt die Stadt den Vorstoß der Grünen ab. Auch Straßen NRW und die Kreispolizeibehörde stimmen gegen die Nachtabschaltung der Ampel am Fachmarktzentrum Mennighüffen.

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