Gesprächsrunde im Rathaus Löhne: Dezernentin Beatrix Becker (v. l.), Kämmerin Andrea Linnemann, kommissarische Amtsleiterin der Immobilienwirtschaft, Christine Harodt, und Bürgermeister Bernd Poggemöller über die Herausforderung der Bildungseinrichtungen. - © Susanne Barth
Gesprächsrunde im Rathaus Löhne: Dezernentin Beatrix Becker (v. l.), Kämmerin Andrea Linnemann, kommissarische Amtsleiterin der Immobilienwirtschaft, Christine Harodt, und Bürgermeister Bernd Poggemöller über die Herausforderung der Bildungseinrichtungen. | © Susanne Barth

Löhne Welche Herausforderungen Schulen haben

„Bildung hört nicht am Vormittag auf“: Ein Überblick über Digitalisierung und ganzheitliche Bildung

Susanne Barth
10.01.2019 | Stand 10.01.2019, 14:54 Uhr

Löhne. Das Millionenprojekt Gymnasium ist so gut wie fertig. Im laufenden Betrieb wurde das Gebäude generalsaniert und auf den neuesten Stand gebracht. „Hier sind nur noch Restarbeiten zu machen", sagt Christine Harodt. Die kommissarische Leiterin der Immobilienwirtschaft hat die Arbeiten (Kosten: 9 Millionen Euro) begleitet. Weiter geht es hier mit der Sporthalle und dem Thema Digitalisierung. „Die Sanierung des Gymnasiums war der erste Aufschlag der größeren Schul-Maßnahmen", sagt Dezernentin Beatrix Becker. Viele Projekte folgen. Ein Ausblick, bei dem deutlich wird, dass Grund- und weiterführende Schulen unterschiedliche Herausforderungen zu bestehen haben. DIE GRUNDSCHULEN Die Gesellschaft wandelt sich und so müssen sich auch die Bildungseinrichtungen neu aufstellen. „Die Kinder bleiben heute viel länger in der Schule", sagt Becker. Die Stadt Löhne hat darauf schon vor Jahren reagiert und die Ganztagsbetreuung ausgebaut. „Bei der Abdeckung liegen wir bei knapp 34 Prozent", sagt Bürgermeister Bernd Poggemöller. Tendenz steigend. Die Schulen und deren pädagogische Konzepte verändern sich. Ebenso wie der Anspruch der Eltern. Kinder bleiben immer länger in den Einrichtungen. So muss bei der Bildung zukünftig noch stärker ganzheitlich gedacht werden. „Schule läuft nicht nur von 8 bis 12.30 Uhr, sondern auch der Nachmittag gehört dazu", sagt Becker. Dabei gehe es nicht nur um die Betreuung der Grundschüler, sondern um Bildung. Und so würden die Grundschule, die Übermittagsbetreuung und der Offene Ganztag immer mehr miteinander verschmelzen. „Hier müssen viele Dinge neu betrachtet werden." Grundschulen brauchen mehr Differenzierungsräume Damit die Veränderungen auf der pädagogischen Seite funktionieren, müssen die Gebäude auch baulich angefasst werden. „Das inklusive Lernen und dementsprechend mehr Differenzierungsräume spielen dabei eine große Rolle", sagt Becker. 2025 könnte der Rechtsanspruch auf einen Platz im Offenen Ganztag kommen. Becker: „Da müssen wir zukunftsweisend hinschauen und das bei unseren Projekten miteinbeziehen." Eines wird die Sanierung der Grundschule Obernbeck sein. „Nach 40, 60 Jahren ist es hier mit einem Anstrich nicht mehr getan", sagt der Bürgermeister, der hier selbst zur Schule gegangen ist. Ein Jahr lang haben Experten der Stadt gemeinsam mit Schulvertretern intensiv an den Planungen gearbeitet, die die Schulleiterin Katharina Stürmer-Strassner im kommenden Fachausschuss vorstellen wird. Bei der Generalsanierung soll die Grundschule nicht nur auf den neusten Stand der Technik gebracht werden, erhebliche Mängel müssen behoben werden und das pädagogische Konzept unter Einbeziehung der OGS und der Übermittagsbetreuung wird umgesetzt. Platzmangel herrscht dagegen am Grundschulstandort Löhne-Ort. Das Gebäude verfügt zwar über viele Flächen, aber es gibt zu wenige Räume. Auch Brandschutz und Sanierungen spielen hier eine Rolle. Christine Harodt: „Wir müssen die Schule im Ganzen betrachten. Was gibt es für die brachliegenden Flächen für Möglichkeiten, wie können alle näher zusammenrücken?" WEITERFÜHRENDE SCHULEN PC-Räume und Kreide-Tafeln sind Auslaufmodelle. Die Schulen der Zukunft arbeiten mit Tablets – am besten für jeden Schüler ein eigenes – und Mulifunktionsdisplays. PC-gestützte 86-Zoll-Displays sind als Tafelersatz bereits an einigen Schulen, etwa der Bertolt-Brecht-Gesamtschule und dem Gymnasium, integriert. Damit die Digitalisierung weiter voranschreiten kann, benötigen die Schulgebäude eine gute IT-Infrastruktur. Die Gebäude werden WLAN-technisch ausgeleuchtet, strukturell verkabelt und so auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Eine Herausforderung liegt vor allem in der Schnelligkeit des Internets. Damit alle Schüler parallel im WLAN arbeiten können, muss die Übertragungsgeschwindigkeit weiter noch oben geschraubt werden. „Die Digitalisierung ist die große Herausforderung für die weiterführenden Schulen", fasst Beatrix Becker zusammen. Es sei eine wichtige Aufgabe der Schulen, die Kinder auf die digitale Arbeitswelt vorzubereiten. „Das ist die Zukunft." Die pädagogische Umsetzung entwickeln die Schulen mit Medienkonzepten. KINDERTAGESSTÄTTEN Um die benötigten Kita-Plätze zu generieren, wird an den Einrichtungen im Stadtgebiet an allen Ecken und Enden gearbeitet. Der Anbau für eine weitere Gruppe in der AWO-Kita Mennighüffen-Ost steht längst, auch in der Einrichtung in Halstern und Löhne-Ort und entstehen Erweiterungen. Eine ganz neue Kita soll hinzukommen. Der Kirchenkreis Herford ist der Träger der Einrichtung, die in der ehemaligen Werretalschule in Obernbeck entstehen wird. Die neue Belebung des einstigen Schulstandorts ist die „ganz schnelle Lösung", um Kita-Plätze zu schaffen. Poggemöller: „Hätten wir neu gebaut, wären wir jetzt noch in der Planungsphase." Die Eröffnung ist für den 1. August geplant.

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