Zerschnitten: Landrat Ralf Niermann (v. l), Bürgermeister Achim Wilmsmeier, NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, Straßen NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek, Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven, Löhnes Bürgermeister Bernd Poggemöller, Superintendenten Andreas Huneke, Pfarrer Manfred Pollmeier, Andreas Meyer, Leiter von Straßen NRW in Bielefeld und Notfallseelsorger Ralf Steiner geben das 9,5 Kilometer lange Teilstück frei. - © Thorsten Gödecker
Zerschnitten: Landrat Ralf Niermann (v. l), Bürgermeister Achim Wilmsmeier, NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, Straßen NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek, Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven, Löhnes Bürgermeister Bernd Poggemöller, Superintendenten Andreas Huneke, Pfarrer Manfred Pollmeier, Andreas Meyer, Leiter von Straßen NRW in Bielefeld und Notfallseelsorger Ralf Steiner geben das 9,5 Kilometer lange Teilstück frei. | © Thorsten Gödecker

Bad Oeynhausen/Löhne Nordumgehung: Zwölf Schnitte für eine Verbindung

700 Gäste feiern am Hahnenkamptunnel die – nahende – Fertigstellung der Autobahn. Verkehrsminister und Staatssekretär betonen die europäische Dimension dieses Lückenschlusses

Jörg Stuke

Bad Oeynhausen/Löhne. Mit einem „doppelt hält besser" wollte sich Straßen NRW offenbar nicht zufrieden geben. Gleich zwölf Offizielle durften am Donnerstag eine Schere in die Hand nehmen und das schwarz-rot-goldene Band, das quer über die Fahrbahn der Nordumgehung gespannt war, zerschneiden. Noch hat der offizielle Akt zur Eröffnung der neuen Autobahn nur symbolischen Charakter. Erst ab Sonntag soll dann auch wirklich der Verkehr rollen. 700 Gäste waren der Einladung von Straßen NRW gefolgt und zum Hahnenkamptunnel gepilgert, wo Getränkebuden, Grillwagen und Rednertribüne aufgebaut waren. Auf dieser betonten NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundes-Verkehrsministerium, Enak Ferlemann, die europäische Bedeutung der Nordumgehung. Denn sie schließe die letzte Lücke in der wichtigsten Ost-West-Magistrale Nordeuropas. Ob die nun „die Seehäfen der Niederlande mit Moskau" verbindet, wie Ferlemann beschwor, oder Amsterdam mit Warschau, wie Wüst erwähnte, spielte dabei schon keine entscheidende Rolle mehr. „Ein einzigartiges Verkehrschaos" „Alle kennen Bad Oeynhausen", konstatierte Ferlemann. Aber eben nicht als heilsamen Kurort. Sondern von der Mindener Straße. „Jeder Nordrhein-Westfale, jeder Niedersachse hat hier doch schon im Stau gestanden", behauptete Ferlemann. „Ein einzigartiges Verkehrschaos", nannte der Staatssekretär das. „Eine Wunde in Ihrer Stadt wird heute geheilt", sagte Wüst. Was Bürgermeister Achim Wilmsmeier zum einen Teil ebenso sah. „Die Freigabe der Nordumgehung wird ein Wendepunkt sein für Bad Oeynhausen", sagte er. Zur Freude der Anwohner der Innenstadt und zur Freude der Autofahrer auf der Durchreise. Aber nicht zur Freude der Nachbarn der Nordumgehung im Norden. „Das Leben der Menschen dort wird sich ab Sonntag nachhaltig verändern", sagte der Bürgermeister. Der versprach: „Auch derer Sorgen und Nöte wird sich die Stadt annehmen." „Es geht voran in der Region" Aus Löhner Sicht betrachtete Löhnes Bürgermeister Bernd Poggemöller das Projekt. „Für uns war die Nordumgehung ja nie ein Wunschkind", sagte er. Nun aber sei ein Stück dieser Autobahn auch ein Teil Löhnes geworden. „Und als gute Nachbarn freuen wir uns mit, wenn sich Bad Oeynhausen freut", so Poggemöller. Im Übrigen freue man sich in Löhne auf kommende gemeinsame Projekte. „Wie den Radschnellweg". Rundweg positiv dagegen sah Wolf D. Meier-Scheuven die neue Autobahn. „Es kommt mir vor, als hätte man schon vor Jahren einen Nikolausstiefel aufgestellt – und jetzt ist endlich was drin", sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) OWL mit Blick auf das Datum 6. Dezember. „Europa wächst auch durch Straßen zusammen", sagte Meier-Scheuven. Die Nordumgehung sei ein Zeichen dafür: „Es geht voran in der Region." Der Nikolaus sei er nicht, versicherte Ferlemann. Und verwies auf die Vertreter der „höheren Mächte": Superintendent Andreas Huneke, Pfarrer Ralf Steiner und der Leiter des Pastoralen Raumes Weser-Werre, Manfred Pollmeier, gaben der Nordumgehung ihren Segen. „Hier auf der Autobahn begegnen sich Menschen, hier begeben sie sich auch in Gefahr. Da ist es gut, wenn wir um Gottes Segen und Gottes Schutz bitten", sagte Pollmeier. „Für Straßenbauprojekte braucht man einen langen Atem" Unter den Eröffnungsgästen war auch Karl-Heinz Gerold, der bis zum Jahr 2001 das Landesstraßenbauamt in Minden, damals Planungsbehörde für die Nordumgehung, geleitet hat. „Als ich 1970 in die Planung einstieg, sind wir davon ausgegangen, dass die Nordumgehung 1985 fertig ist", sagte Gerold. Der allerdings erkennen musste: „Für Straßenbauprojekte braucht man einen langen Atem. Da ist es ein gutes Gefühl, dass mal wieder was fertig wird." Ferlemann prophezeite der Stadt in seiner launigen Rede durch die Nordumgehung einen „Rückfall in die Bedeutungslosigkeit". Denn: „Bad Oeynhausen wird aus den Verkehrsnachrichten herausfallen."

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