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Hier gehört kein Müll hin. - © Felix Eisele
Hier gehört kein Müll hin. | © Felix Eisele

Löhne Wilder Müll verschmutzt die Landschaft

Illegal: Die Stadt geht mit Verbotsschildern und zusätzlichen Tonnen dagegen vor. Immer wieder wird Hausrat in der Natur entsorgt, obwohl es viele kostenlose Möglichkeiten gibt. Den Mängelmelder nehmen die Bürger gut an

Susanne Barth
31.10.2018 | Stand 30.10.2018, 18:21 Uhr

Löhne. Glascontainer scheinen Menschen, die illegal ihren Müll loswerden wollen, magisch anzuziehen. Aufgerissene Plastiktüten, kaputte Schuhe bis hin zu ausrangierten Matratzen stapeln sich vor allem an den Containern Rüscherstraße/Ecke Nordbahnstraße häufig. „Exorbitante Ausmaße" hat laut Bürgermeister Poggemöller die Ablagerung von wildem Müll an dieser Stelle des Stadtgebiets angenommen. Doch nicht nur in Gohfeld müssen die Wirtschaftsbetriebe Löhne (WBL) immer wieder ausrücken. „Fünf große Einsätze haben wir durchschnittlich im Jahr", sagt Roland Wieg. Der städtische Abfallberater hat den Überblick und weiß, dass besonders das Umfeld von Containern für Altglas und Kleidung zur Müllhalde werden. Doch auch mitten in der Landschaft wird immer wieder Unrat abgeladen. Im September sind erst 160 Farbeimer auf einer Wiese in Ostscheid entdeckt worden. Wieg: „Das ist keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat." 80.000 Euro im Jahr kostet die Entsorgung Auch bei der Entsorgung von Sperrmüll in einem Naturschutzgebiet hat Wieg wenig Gnade gezeigt. „Hier habe ich das bisher höchste Bußgeld ausgesprochen." 600 Euro musste der Verursacher, den die Stadt ermitteln konnte, zahlen. Dass die Stadt weiß, wer den Unrat illegal entsorgt hat, kommt nicht selten vor. Im Durchschnitt sind die Bußgelder 150 bis 200 Euro hoch. Es kommt immer auf das Was und Wo an. „Und auf die Dreistigkeit der Tat", sagt Wieg. Mindestens müssen die Verursacher aber zahlen, was die Entsorgung gekostet hat. Wieg: „Wir schicken die Mitarbeiter individuell raus und das kostet." Bürgermeister Bernd Poggemöller spricht von 80.000 Euro im Jahr. Diese Kosten fallen nur an, weil sich einige nicht an die Regeln halten. Und das tragen alle Bürger mit. Ärgerlich findet Roland Wieg diese Art der Abfallbeseitigung. Vor allem, da vieles kostenfrei abzugeben wäre. Kühlschränke etwa oder Elektroschrott und auch die Farbeimer in Ostscheid hätte das Schadstofflager des Kreises Herford kostenlos entsorgt. „Damit sie eben nicht in der Landschaft landen", so Wieg. Hinweise über den Mängelmelder Die Recyclingbörse Löhne ist ebenfalls ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb. Hier wird EDV-Elektroschrott angenommen und zur Rückgewinnung von Wertstoffen zerlegt. Mehrmals im Jahr ist die Recyclingbörse auch mit dem Elektroschrott-Mobil im Stadtgebiet unterwegs. Wieg: „Es gibt genug Wege und Mittel, seinen Müll legal zu entsorgen." Das Unverständnis ist nicht nur in der Stadtverwaltung groß. „Der Mängelmelder der Stadt wird sehr gut genutzt", sagt Wieg. Hier können Bürger Probleme melden, der Stadt Hinweise geben. Der Onlinedienst ist seit diesem Jahr in Betrieb. Etwa 20 Prozent der Meldungen über wilden Müll erreicht die Stadt über dieses System. Bisher liegen der Stadt 2018 schon 136 Hinweise vor. Wieg: „Das entspricht hochgerechnet weniger Meldungen als 2016 (219) und etwa so viel wie 2015 (157)." 330 Abfalleimer im Stadtgebiet Auch liegen gelassener Hundekot ist ein Ärgernis. Um dem Einhalt zu gebieten, hat die Stadt zwölf neue Exemplare aus Mülleimer und Hundekotbeutelspender aufgestellt. Insgesamt gibt es laut Abfallberater Roland Wieg etwa 330 Abfallbehälter. Verbotsschilder weisen an den Containerstandorten Königstraße, Nordbahnstraße und Weihestraße darauf hin, dass hier kein Hausrat abgelegt werden darf. „Deren Wirkung ist nur eingeschränkt bemerkbar." Geprüft wird eine Überwachung sowie die Verschiebung oder Aufgabe der Plätze.

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