Rufen einen Tauschring ins Leben: Miriam Rieger (2. v. l.) hatte die Idee dazu und sich Partner gesucht. Mit dabei sind Iris Busse vom Paritätischen Selbsthilfe-Büro in Herford (v. l.), Gerold Haug (Tauschtreff Zweigstelle Bad Oeynhausen) und Monika Lüpke (Stadt Löhne). - © Susanne Barth
Rufen einen Tauschring ins Leben: Miriam Rieger (2. v. l.) hatte die Idee dazu und sich Partner gesucht. Mit dabei sind Iris Busse vom Paritätischen Selbsthilfe-Büro in Herford (v. l.), Gerold Haug (Tauschtreff Zweigstelle Bad Oeynhausen) und Monika Lüpke (Stadt Löhne). | © Susanne Barth

Löhne Es wird Zeit für den Tauschrausch

Die Neu-Löhnerin Miriam Rieger möchte die moderne Nachbarschaftshilfe auch in Löhne und Herford etablieren, in Bad Oeynhausen ausbauen. Erstes Treffen des Tauschrings ist am Samstag, 22. September, in der Werretalhalle

Susanne Barth

Löhne. Der eine kann besonders gut backen, ein anderer hat ein Auto mit Anhänger, der Dritte verfügt über handwerkliche Talente: Bei einem Tauschring tauschen die Mitglieder untereinander Dienstleistungen. Die moderne Nachbarschaftshilfe möchte Miriam Rieger nach Löhne und Herford holen und sie für Bad Oeynhausen ausweiten. Die Gründungsveranstaltung ist am Samstag, 22. September, in der Werretalhalle. Arbeitstausch, Zeittausch, Warentausch: Jedes Mitglied kann auf der Homepage www.tauschrausch.de sein Profil erstellen und seine Dienstleistung anbieten. Dabei geht es ums Behilflichsein und Unterstützung bekommen, um Kontakte untereinander, neue Freundschaften und den Aufbau eines Netzwerks. Sprich: Was früher in der Nachbarschaft ganz selbstverständlich war, soll wiederbelebt werden. „Das funktioniert als Kreislauf", sagt Rieger und gibt ein Beispiel: Person A tauscht mit B Blumen gießen gegen einen Hundespaziergang, Person C tapeziert für D, D wiederum backt eine Torte für A. Rieger: „Es geht um alltägliche Dinge unter Nachbarn." Neues Konzept für die Werrestadt dockt sich an Bünde an Die Idee, das Konzept nach Löhne, Bad Oeynhausen und Herford zu holen, hatte Miriam Rieger. Die 38-Jährige ist im August 2017 nach Löhne gezogen. „Ich bin von Bad Kreuznach Tauschring-erfahren und möchte das Prinzip hierhin bringen." Von der Idee bis zum Gründungstreffen ist ein Jahr vergangen. Rieger hat Akquise betrieben, sich Helfer mit ins Boot geholt, mit anderen Tauschringen Informationen ausgetauscht. In Bünde gibt es das Konzept seit 2015. Christine Kligge, Lars Dreier und Frauke Wellensiek initiierten unter dem Namen „TauschRausch" die Idee. Daran dockt Miriam Rieger jetzt an. Mit den Regionen Löhne, Bad Oeynhausen und Herford sollen Zweigstellen entstehen. „Mit den neuen Stellen erhalten Interessierte die Möglichkeit, auch in ihrem Ort die Nachbarschaft zu vernetzen und neu zu beleben", sagt Christine Kligge. Dabei stellt der Bünder Verein das Equipment sowie das Web-Portal. Das bestehende Netzwerk vergrößert sich: „Jedes Mitglied des Bünder Vereins kann zukünftig in Löhne oder Herford seine Punkte (siehe Info) einlösen und umgekehrt", sagt Kligge, erste Vorsitzende des Vereins. Damit soll es ähnlichen Vereinen so leicht wie möglich gemacht werden. „Für uns war es unglaublich aufwendig Haltungsfragen oder andere Gründungshürden zu nehmen." Von dem Know How profitiert die Neugründung in Löhne. „Dafür bin ich dankbar", sagt Rieger. Mittauschen ist ab 16 Jahren möglich Unterstützung bekommt die Neu-Löhnerin auch durch Gerold Haug. Der Rentner ist beim Netzwerk nebenan.de in Bad Oeynhausen aktiv. Haug wird die monatlichen Tauschtreffs künftig für die Zweigstelle Bad Oeynhausen im Mehrgenerationshaus organisieren. Das Paritätische Selbsthilfe-Büro in Herford in Form von Iris Budde ist ebenso dabei. „Ich finde den Gedanken charmant. Toll ist, dass die Idee kreisübergreifend greifen soll." Monika Lüpke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Löhne, findet die Mischung aus persönlichen Treffen und elektronischem Portal spannend. Die Stadt stellt die Werretalhalle als Treffpunkt zur Verfügung. Die Gründungsveranstaltung ist am Samstag, 22. September, 14 Uhr. „Jeder ist willkommen, wir wollen uns Generationenübergreifend aufstellen", sagt Rieger. Einzige Voraussetzung ist ein Personalausweis. Jugendliche ab 16 Jahren können mittauschen, wenn sie das Einverständnis der Eltern haben. „Nach oben ist alles offen."

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