Thomas Arning, Löschgruppenführer Löhne-Ort, zeigt den Besuchern beim Aktionstag der Feuerwehr, wie man eine Fettexplosion verhindert. - © Susanne Barth
Thomas Arning, Löschgruppenführer Löhne-Ort, zeigt den Besuchern beim Aktionstag der Feuerwehr, wie man eine Fettexplosion verhindert. | © Susanne Barth

Löhne Heiße Vorführung: Fett explodiert an der Brunnenstraße

Die Löschgruppe Löhne-Ort zeigt beim Aktionstag am Gerätehaus, was hinter dem spannenden Ehrenamt steckt. Dabei setzen die Feuerwehrleute auch auf Prävention

Susanne Barth

Löhne. Es ist eines der häufigsten Fehlentscheidungen in der Küche: heißes Öl mit Wasser löschen zu wollen. Was dann passiert, zeigt Thomas Arning beim Aktionstag der Löschgruppe Löhne-Ort. Im Kochtopf brodelt heißes Speiseöl und Arning gießt Wasser drauf. Sofort schießt eine riesige Stichflamme in die Höhe, das kleine und große Publikum zuckt kurz zusammen. „Das ist gefährlich", ruft ein Junge Arning zu. Recht hat er. Keine fünf Minuten dauerte die Vorführung des Löschgruppenführers, doch die eindrucksvolle Aktion kann Verletzungen vorbeugen. Information ist alles und kann nicht oft genug wiederholt werden. „Denn leider passieren so immer wieder Unfälle in der Küche", sagt Thomas Arning. Feuerwehrkollege Dirk Rabeneck ergänzt: „Viele haben davon gehört, dass man nicht zum Wasser greifen soll, in Panik machen sie es dann dennoch und das ist die verkehrte Entscheidung." Denn solch eine Fettexplosion kann gravierende Folgen haben, gar tödlich enden. „Wenn die Dunstabzugshaube zudem fettig ist und das Feuer dort überspringt, nimmt es schnell große Ausmaße ein", so Rabeneck. Deckel auf den Topf legen Dabei ist die richtige Verhaltensweise so einfach. Auch das simuliert Thomas Arning beim Aktionstag: „Erst einmal den Deckel auf den Topf legen. Oft wird das Feuer dann erstickt." Auch ist es sinnvoll, eine Löschdecke in Reichweite zu haben. „Bei mir lagert sie im Küchenschrank", sagt der stellvertretende Wehrleiter Rabeneck. Die Löschgruppe Löhne-Ort hat am vergangenen Sonntag zum Aktionstag einiges aufgefahren. Feuerwehrwagen an Feuerwehrwagen sind auf dem Gelände des Gerätehauses aufgereiht, die nicht nur die jungen Besucher begeistern. Vor allem die zwei Oldtimer-Fahrzeuge ziehen die Älteren an. Wilfried Flottmann und Hans-Dieter Kleene haben die Autos aus dem Feuerwehrmuseum Kirchlengern nach Löhne-Ort gefahren. Die beiden Gefährte sind Baujahr 1957 und 1958 und verfügen über eine 25 und 28 Meter lange Löschleiter. Zum Vergleich: Die Drehleiter der Hauptamtlichen Wache hat eine Arbeitshöhe von 32 Metern. "Die Teamarbeit ist toll" Flottmann kommt gerne zu solchen Festen, ist er doch mit Leib und Seele Feuerwehrmann gewesen. „Ich bin infiziert", sagt Flottmann, der 30 Jahre auf der Löhner Wache gearbeitet hat und mit dem Gang in die Löschgruppe mittlerweile seine 52 Jahre voll hat. Das Ehrenamt kann er nur empfehlen: „Das Engagement ist jeden Tag anders und man kann Menschen helfen. Das ist doch ein wichtiger Aspekt." Ivan sieht das genauso. Der Zwölfjährige engagiert sich seit anderthalb Jahren in der Jugendabteilung der Löschgruppe Löhne-Ort. Beim Aktionstag hilft er den jungen Besuchern mit dem Wasserschlauch die Konservenbüchsen runterzuholen. „Die Jugendfeuerwehr macht einfach Spaß. Ich mache das gern. Weil ich, wenn ich groß bin, Menschen helfen möchte", sagt Ivan. Auch Theresa gefällt die Arbeit: „Vor allem die Teamarbeit", sagt die 15-Jährige, die seit fast fünf Jahren Mitglied der Jugendfeuerwehr ist. Bruno würde, wenn er schon könnte, wohl auch direkt das Feuerwehrshirt anziehen. „Er hat in der Kita den Flyer vom Aktionstag gesehen und wollte unbedingt hier hin", sagt Vater Uwe Schumann. Der Dreijährige hat einen Heidenspaß beim Fest und sammelt mit seinem großen Bruder Louis (7) einen Stempel nach dem anderen. Am Fasziniertesten ist für die Brüder der Feuerwehrschlauch. Jeder darf so oft er mag die Dosen treffen. Also schnell noch mal anstellen.

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