Zu viel Armut in Löhne: Alexandra Schoof würde gerne armen Kindern helfen erzählt sie NW-Teamleiter Dirk Windmöller. - © Dirk Windmöller
Zu viel Armut in Löhne: Alexandra Schoof würde gerne armen Kindern helfen erzählt sie NW-Teamleiter Dirk Windmöller. | © Dirk Windmöller

Löhne Mit den Lesern im Gespräch

Redaktion vor Ort: Vor dem WEZ in Gohfeld sprachen NW-Redakteure mit zahlreichen Lesern. Dabei ging es um verschiedene Themen – vom Apothekennotdienst über die Feuerwehr bis zum schlechten Straßenzustand

Dirk Windmöller

Löhne. Nicht nur die Brötchenmesser sind scharf, die am Stand der NW am Samstag treuen Lesern geschenkt wurden. Auch die Kritik zahlreicher Leser an Problemen in Löhne und Bad Oeynhausen ist schneidend. Viele Gespräche führten Sportredakteur Egon Bieber und Teamleiter der Löhner Lokalredaktion Dirk Windmöller. Die Menschen nahmen sich Zeit, vor oder nach dem Einkaufen, darüber zu reden, wo ihnen der Schuh drückt. Manfred Kornfeld ist 85 Jahre alt und lebt in Bad Oeynhausen. Mit seiner Kritik steht er sicherlich stellvertretend für viele alte Menschen. Gelegentlich muss er an Wochenenden den Apotheken-Notdienst in Anspruch nehmen. „Und dann muss ich immer wieder feststellen, dass eine Apotheke in Porta Westfalica oder Bünde Notdienst hat. Wenn ich da mit dem Taxi hinfahre dann kostet das so viel,wie ich in der Woche zum Leben brauche“, sagt er. Er habe sich schon an die Apothekerkammer und Politiker gewandt. Geholfen habe es nichts. „Die sagen, dass die Internet-Apotheken Schuld sind. Ich finde das nicht richtig, dass so ein Zustand einfach hingenommen wird.“ "Konkrete Informationen bekommt man nicht" Horst Schierholz liegt das Thema Feuerwehr am Herzen. „Die Löschgruppen Gohfeld und Wittel wurden zusammengelegt“, sagt er. Schon viel länger sei geplant, eine neue Feuerwache in Gohfeld zu bauen. „Leider ist aber noch gar nichts geschehen.“ Dabei sei es längst überfällig zu handeln. „Die Wache ist nicht mehr zeitgemäß.“ Er habe gehört, dass an der Koblenzer Straße ein Grundstück für die Wache gefunden worden ist. „Aber konkrete Informationen bekommt man nicht“, sagt Schierholz. Alexandra Schoof beobachtet zunehmende Armut im Stadtgebiet. „Im letzten Winter haben wir hier Kinder ohne Winterschuhe gesehen, denen wir welche besorgt haben. Dass es in einer Stadt wie Löhne überhaupt soweit kommt, finde ich erschreckend.“ Sie wisse zwar von den Hilfsangeboten wie Kleiderkammer und Tafel, bei vielen Menschen gebe es aber Vorbehalte, dort hinzugehen. Da müsse man noch nach anderen Wegen suchen, auf diese Menschen zuzugehen. „Wenn ich im Lotto gewinne, dann mache ich eine Suppenküche für Kinder auf.“ Wie viele andere Leser, die am Samstag zum NW-Stand gekommen sind, ärgert sich auch Ingrid Korte über den schlechten Zustand vieler Straßen. „Der Fischerkamp und die Südbahnstraße zwischen Weihestraße und Rüscher Straße sind eine Zumutung.“ Zur Königstraße hat Alexandra Schoof eine ähnliche Kritik. „Da fragt man sich schon, wo die ganzen Steuergelder bleiben.“ "Tempo 30 auf der ganzen Straße" Ein anderer Leser macht sich um Sorgen um die Verkehrsbelastung auf der Weihestraße. Die Straße sei durch die Mengen von Lkw überlastet, die oft zu schnell fahren würden. „Da macht es wenig Sinn, dass auf einem kurzen Stück eine Tempo-30-Zone eingerichtet wurde. Die müsste eigentlich auf der ganzen Straße gelten.“ Axel Böker geht es um die Königstraße. Er konnte nicht zur Aktion kommen, hat aber angerufen, um zu sagen, was ihn stört. Böker ist genervt von der großen Menge landwirtschaftlicher Fahrzeuge, die unter anderem während der Maisernte unterwegs sind. „Das würde ich akzeptieren, wenn der Mais als Viehfutter verwendet würde. Aber er dient ja größtenteils der Energiegewinnung auf fragwürdige Weise“, sagt er. Und da sei die Geräuschkulisse schwer zu ertragen. „Dazu kommt, dass die schweren Gespanne die Fahrbahn zerstören.“ Die Redakteure habe einen spannenden Vormittag erlebt. Über einige der Themen, über die wir mit den Lesern gesprochen haben, werden wir berichten. Die Aktion „NW vor Ort“ wird fortgesetzt. Der nächste Termin ist bereits in Planung.

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