Stilles Mahnen: Neben dem Haupteingang am Löhner Bahnhof brannte nach lange ein Herz aus Kerzen. Viele Menschen legen Blumen im Gedenken an das Gewaltopfer Harun Aydurmus nieder. - © Ulf Hanke
Stilles Mahnen: Neben dem Haupteingang am Löhner Bahnhof brannte nach lange ein Herz aus Kerzen. Viele Menschen legen Blumen im Gedenken an das Gewaltopfer Harun Aydurmus nieder. | © Ulf Hanke

Löhne Weitere Anklagen im Spatenstiel-Prozess

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat das Verfahren gegen drei Männer eingeleitet. Der Haupttäter ist bereits verurteilt

Susanne Barth

Löhne. An Vatertag vor drei Jahren kam es vor dem Bahnhof zwischen einer Gruppe Männern und einem Autofahrer aus Löhne zu einer Auseinandersetzung, die tödliche Folgen hatte. Der Familienvater Harun Aydurmus erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen, der Haupttäter der Gruppe musste Ende Oktober 2017 seine Haft antreten. Der damals 28-Jährige aus Bad Salzuflen wurde vor dem Landgericht Bielefeld wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu vier Jahren Haft verurteilt. Jetzt müssen sich drei der vier mutmaßlichen Mittäter verantworten. Der Pressesprecher des Landgerichts Bielefeld, Guiskard Eisenberg, bestätigt, dass die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen drei Männer dem Gericht vorliegt. Die Angeklagten seien alle um die 30 Jahre alt und sollen wie der bereits Verurteilte aus der ehemaligen Sowjetunion stammen. Haupttäter ist im ersten Prozess freigesprochen worden In einer Verhandlung soll geklärt werden, ob sich die mutmaßlichen Mittäter verantworten müssen. Ihnen wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Vor dem Bahnhof entbrannte an Vatertag 2015 ein Streit. Gegenseitig sollen sich die Gruppe Männer und der Familienvater beschimpft haben, weil die Männer, die betrunken gewesen sein sollten, die Ausfahrt versperrten. Es kam zu einer Prügelei, wobei nicht geklärt ist, warum der Löhner einen Spatenstiel aus dem Auto holte. Der Haupttäter wurde im ersten Prozess freigesprochen. Ein Urteil, das vom Bundesgerichtshof wegen seiner mangelhaften Begründung aufgehoben wurde. Der Prozess wurde vor einer anderen Kammer des Landgerichts wieder aufgerollt, die den jungen Mann im Mai 2017 zu vier Jahren Gefängnis verurteilte. Jetzt will die Staatsanwaltschaft auch die mutmaßlichen Mittäter vor Gericht stellen. „Das Verfahren ist noch nicht eröffnet", so Eisenberg. Die Anklage ist beim Landgericht eingegangen, jetzt prüft die Kammer, ob diese schlüssig ist. Erst dann kann ein Hauptverfahren eröffnet werden. Eisenberg: „Das wird dauern."

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