Um diesen Bereich geht es: In die Löhner Innenstadt werden in den nächsten Jahren Millionen investiert. - © Jürgen Krüger
Um diesen Bereich geht es: In die Löhner Innenstadt werden in den nächsten Jahren Millionen investiert. | © Jürgen Krüger

Löhne Mehr Bänke und Fahrradständer

Innenstadtfonds: Die Stadt hatte in den Saal der Musikschule eingeladen und sammelte Ideen für eine schönere Innenstadt.

Dirk Windmöller

Löhne. Mehr Spielgeräte in der Stadt, eine Ladestation für E-Bikes, bessere Sitzgelegenheiten: Im Saal der Musikschule wurde am Donnerstagabend über die Zukunft der Innenstadt diskutiert. Dabei sollte es nicht so sehr um das große Ganze gehen, sondern um die Möglichkeiten, die der Innenstadtfonds bietet. Dass die Stadt noch ganz dicke Bretter bohren muss, wenn es um die Beteiligung der Bevölkerung geht, zeigt die eher überschaubare Resonanz auf die Einladung an die Bürger. Rund 30 Zuschauer saßen in der Musikschule. Davon viele aus Verwaltung und Politik, als Carsten Lottner und Sergej Leitenberger von der Deutschen Grundstücksentwicklungsgesellschaft das Konzept des Fonds vorstellten. 8,6 Millionen Euro werden investiert Der Innenstadtfonds gehört zum Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK). Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich eine Frischzellenkur für die Innenstadt. Das Programm läuft seit 2017 und insgesamt können im Zentrum 8,6 Millionen Euro investiert werden. Abgesehen von einem Eigenanteil der Stadt in Höhe von 1,8 Millionen Euro kommt der größte Teil des Geldes von Land und Bund. Damit lässt sich einiges anfangen. Die Sanierung des Bahnhofs, die neue Pflasterung und Umgestaltung der Lübbecker Straße und die Öffnung der Werre zur Stadt gehören dazu. Die Planungen für diese verschiedenen Maßnahmen laufen bereits. Für die Lübbecker Straße ist zum Beispiel ein Architektenwettbewerb geplant. Mit den Bauarbeiten könnte 2020 begonnen werden. "Wir wollen erste Maßnahmen disktuieren" In den Innenstadtfonds können sich die Bürger mit Geld und Ideen einbringen. Die Regeln sind ganz einfach. 60.000 Euro können investiert werden. „Pro Maßnahme gibt es maximal 7.500 Euro." Insgesamt stehen maximal 30.000 Euro öffentliche Mittel zur Verfügung. Wenn die volle Summe ausgezahlt werden soll, dann müssten auch die Ideengeber oder andere bereit sein, sich entsprechend finanziell mit der gleichen Summe zu beteiligen. „Wir wollen mit Ihnen heute Abend erste Maßnahmen diskutieren", sagte Bürgermeister Bernd Poggemöller. Ganz unterschiedliche Ideen hatten die Besucher mitgebracht. Margit Bierbüsse-Reuter ist Vorsitzende der Werbegemeinschaft Löhne und brachte Vorschläge der Innenstadtkaufleute ein. Die Händler würden gerne die Weihnachtsbeleuchtung ergänzen und etwas für die Radfahrer tun. „Wir haben kaum Fahrradständer und würden uns auch für eine E-Bike-Ladestation stark machen", sagte sie. Ob die Händler bei allen Vorschlägen 50 Prozent der Kosten übernehmen würden, steht noch nicht fest. "Sitzgelegenheiten und Spielgeräte" „Wenn wir wissen, was das kostet, dann werden wir das intern klären." Carsten Lottner von der DSK versprach, sich zu kümmern. „Da holen wir die entsprechenden Angebote ein." Buchhändlerin Kirsten Beul ist auch Mitglied des Vergabegremiums, das über die verschiedenen Vorschläge entscheidet. Sie hatte selber eine Anregung. „Auf dem Dach der Tiefgarage zwischen Lübbecker Straße und Findeisenplatz fehlen Sitzgelegenheiten und Spielgeräte für Kinder." Spielgeräte seien grundsätzlich gut. „Sinnvoll ist, sie in einem Bereich zu konzentrieren. Von einzelnen Wippetieren, die in der Fußgängerzone verteilt sind, geht man ab", sagte Lottner. Thomas Jöstingmeyer ging es in seinem Vorschlag um das Kunstwerk von Timm Ulrichs auf dem Findeisenplatz. Es besteht aus fünf Winterlinden die durch fünf Stuhlrahmen wachsen. „Es wäre schön, wenn das Kunstwerk auf einem Schild erklärt würde. Die Rasenfläche zwischen den Bäumen könne man mit einer Blumenwiese aufwerten. Ute Brandt-Brüggemann mahnte an, dass man bei der Neugestaltung der Innenstadt die Barrierefreiheit nicht vergessen dürfe. "Leute finden, die das bezahlen" Lothar Terno ist Sprecher des Unternehmensnetzwerks Löhne. Er sprach einen wichtigen Punkt an: „Wir haben viele Vorschläge gehört. Aber wenn wir uns über neue Bänke unterhalten, dann müssen wir Leute finden, die das bezahlen." Dafür gibt es verschiedene Wege. „Wenn nicht der zahlt, der es vorgeschlagen hat, kann die Stadtspitze Unternehmen ansprechen. Vereine könnten auch Projekte übernehmen und ihre Vereinsmitglieder um Beteiligung bitte", nannte Lottner Beispiele. Es bestünde die Chance, das Geld als Spende von der Steuer abzusetzen. Das müsse man aber im Einzelfall mit dem Finanzamt klären. Bürgermeister Bernd Poggemöller freute sich über die Vorschläge und hoffte auf weitere Ideen. „Wir werden alles genau prüfen", versprach er Weitere Informationen gibt Anke Nattkemper, Amt für Stadtentwicklung, Tel. (0 57 32) 100 378, Mail: a.nattkemper@loehne.de

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