Kurs-Leiterin Charlotte Hofmann zeichnet Comics - © Felix Eisele
Kurs-Leiterin Charlotte Hofmann zeichnet Comics | © Felix Eisele

Löhne Mit „Zack!“ und „Boing!“ zum Superheld

Unter der professionellen Anleitung von Comic-Zeichnerin Charlotte Hofmann erstellten Kinder im Löhner Riff ihre eigenen Charaktere und Bildergeschichten

Felix Eisele

Löhne. Die Zeiten von Batman, Flash, Hulk oder Spiderman sind vorbei. Stattdessen dürften künftig „Masterkiller", „Allchecker" oder „Blitzraser" die Herzen der Comicfans rund um den Globus erobern. Das Besondere: Alle drei Superhelden erlebten Donnerstag ihre Geburtsstunde in Löhne – bei einem Comic-Zeichenkurs im Jugendzentrum Riff. Insgesamt 30 Kinder hatten sich zu zwei Workshops in den Räumen der Werretalhalle eingefunden, um ihre Fantasie in Form von kleinen Zeichnungen zu Papier zu bringen. Unter der Anleitung der Comic-Zeichnerin Charlotte Hofmann erstellten sie ihre eigenen Bildergeschichten, erfanden eine Story und erweckten ihre neu entstandenen Charaktere mit Stift und Pinsel zum Leben. Einzige Vorgabe: Es musste eine Superhelden-Geschichte sein. Im vergangenen Jahr hatte Hofmann mit ihrem Comic-Zeichenkurs in Löhne Premiere gefeiert. „Das war derart gut angekommen, dass wir sie unbedingt wieder herholten wollten", sagte Barbara Lübbert vom Jugendzentrum. Während aber 2017 noch das Thema Monster bearbeitet wurde, fiel die Wahl in diesem Jahr auf die Superhelden. Simon kann sich in Tiere verwandeln Die nämlich funktionieren bei Kindern ziemlich gut, erklärte Hofmann. Der Grund: „Beim Zeichnen von Superhelden kann man sich die Freiheit nehmen, die Personen einfach zu zeichnen. Viel wichtiger sind nämlich die erdachten Fähigkeiten und Kräfte, da kann man seiner Fantasie komplett freien Lauf lassen kann." Wichtig sei dann nur noch, eine Idee zu haben, „der Rest entwickelt sich dann im Prozess". So wie bei Nele, die sich in ihrem Comic an der Computerspielreihe „Five Nights at Freddy’s" orientierte. Statt aber einfach nur ihren Lieblingscharakter Foxy zu adaptieren, gab sie ihrer Figur eine eigene Note: „Ich habe ihn mit einem Mädchen gemixt und so eine ganz neue Superheldin kreiert", erklärte die Elfjährige. Chayenne hingegen verfolgte eine andere Strategie und gab ihrer Lieblingsfigur aus der Kinderbuchreihe „Animox" ein Gesicht. „Simon ist ein Junge, der sich in alle möglichen Tiere verwandeln kann", beschrieb sie den frisch gebackenen Comic-Helden. Charlotte Hofmann vermittelt Grundlagen Fabienne und Anjani Ronja setzten hingegen auf bekannte Charaktere und brachten Spiderman, Superman oder Baymax aus dem gleichnamigen Disney-Film zu Papier. Eine ganze Geschichte entwickelte derweil Fabian. Für ihn war schon früh klar, dass sein Superheld eine realistische Person sein sollte. „Als ich ihn dann gezeichnet hatte, dachte ich, dass ihm ein Gegenstand in der Hand gut stehen würde", sagte der Zwölfjährige. Die Wahl fiel auf einen Pokal. „Den hat er bekommen, nachdem er einen Räuber verfolgt und besiegt hat", beschrieb er seinen kreativen Prozess. Für seine Schwester Nina war das Ergebnis jedoch keine Überraschung: „Mein Bruder zeichnet auch zuhause ganz viel." Das freute auch Charlotte Hofmann, die generell aber mit allen Werken zufrieden war. Sie selbst habe nur einen Input gegeben und Tipps zur Gestaltung: „Ich bin zwar auch keine Expertin für Marvel-Comics, kann aber Grundlagen vermitteln – zum Beispiel was typische Superhelden-Posen angeht oder wie man ein gleich bleibendes Erscheinungsbild hinbekommt", sagte sie. „Und auch Lautmalerei kann bei Superhelden viel bewirken. Man denke nur an das berühmte ,Zack! Puff! Boing’ aus den Batman-Comics." An denen orientierten sich letztlich auch die meisten Teilnehmer des Kurses. Nur die Widersacher von Masterkiller", „Allchecker" oder „Blitzraser fielen – im Gegensatz zum Joker – deutlich böser aus. Ganz so, wie ihre Schöpfer Melvin, Clemens und Fabio es beabsichtigt hatten.

realisiert durch evolver group