Stark befahren: Mehr als 10.000 Fahrzeuge sind innerhalb von 24 Stunden auf der Weihestraße unterwegs. - © Dirk Windmöller
Stark befahren: Mehr als 10.000 Fahrzeuge sind innerhalb von 24 Stunden auf der Weihestraße unterwegs. | © Dirk Windmöller

Löhne Verkehrsprobleme auf der Weihestraße

Neue Gasleitungen: Ein Austausch ist erforderlich, weil sonst ein Sicherheitsrisiko bestehen würde. Durch die halbseitige Sperrung kann es zu einer Verlagerung des Verkehrs in kleinere Straßen kommen

Dirk Windmöller

Löhne. Viele Gohfelder sind schon seit langer Zeit von Baustellen gebeutelt. Der Bau der Nordumgehung sorgt ebenso für Behinderungen wie der Neubau der Sudbachtalbrücke. Besonders stark belastet ist die Weihestraße. Rund 10.500 Fahrzeuge hat die Stadt dort bereits im Frühjahr 2017 gezählt. Das war vor der Sperrung des B-61-Zubringers. Der Verkehr hat seitdem also noch zugenommen. Durch die halbseitige Sperrung der Weihestraße in Richtung Koblenzer Straße ab kommenden Montag wird es auf dieser Straße bis Ende August zwar ruhiger sein, allerdings verteilt sich dann der Verkehr auf die umliegenden Straßen. „Uns ist bewusst, dass sich dort schon einige Baustellen befinden“, sagt André Ziegert von der Pressestelle der Firma Gelsenwasser. Das Unternehmen mit Sitz in Gelsenkirchen und einer Niederlassung in Bad Oeynhausen ist mit der Erneuerung der Gasleitungen beauftragt. Leitungen stammen aus den 1970er Jahren Die Leitungen stammen aus den 1970er-Jahren und haben ihr Nutzungsende erreicht. „Da besteht leider eine gewisse Dringlichkeit, weil Schäden aufgetreten sind.“ Die Leitungen seien damals in einem Schotterbett verlegt worden. „Das war nicht ideal“, sagt Ziegert. Dazu komme, dass die Stadt die Straße Tichelbrink ab Herbst erneuert, die an die Weihestraße angrenzt. Auch dort werden die Leitungen neu verlegt. „So vermeiden wir, dass frischer Asphalt nach kurzer Zeit wieder aufgerissen werden muss.“ Die neuen Gasleitungen werden in die alten Leitungen geschoben. „In regelmäßigen Abständen werden Gruben ausgehoben. Dort greifen wir auf die alten Leitungen zu.“ Es sei gut, dass die Weihestraße recht breit ist. „So bleibt uns die Vollsperrung erspart“, sagt Ziegert. Für die Anwohner der Weihestraße wird es ruhiger, allerdings wird sich der Verkehr auf andere Straße verlagern und dort für eine höhere Belastung sorgen. „Wir haben eine Umleitung offiziell festgelegt. Das wird aber die Autofahrer, die sich auskennen, nicht daran hindern, sich andere Wege zu suchen“, sagt Ordnungsamtsleiter Wolfgang Greinke. Sein Kollege Olaf Bokämper ergänzt: „Die Liegnitzer Straße wird für Lkw gesperrt. Wir haben außerdem die Firmen im Gewerbegebiet informiert und am Großen Kamp/ Ecke Alter Postweg ein Schild aufgestellt, das den Weg nach rechts in Richtung Häger Straße weist.“ Anwohner klagen über zu schnelles Fahren Wenn die Arbeiten laufen wie geplant, werden ab September wieder deutlich mehr als 10.000 Fahrzeuge täglich auf der Weihestraße unterwegs sein. Das Problem ist aus Sicht vieler Anwohner nicht nur die hohe Verkehrsbelastung. „Hier wird viel zu schnell gefahren“, sagt Willy Gelhaus, der an der Weihestraße wohnt. Daran habe auch die Einführung einer Tempo-30-Zone rund um das Gebäude des Wittekindshofes nichts geändert. „Wenn ich es dürfte, könnte ich hier jeden Tag 500 Führerscheine wegen zu schnellen Fahrens sicherstellen“, sagt Gelhaus. Weder Lkw noch Pkw würden sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Er fordert eine bessere Ausschilderung. „Wir dürfen nur am Beginn einer Tempo-30-Zone ein Schild aufstellen. Wenn wir das auch in der Zone tun würden, dann kann das bei den Verkehrsteilnehmern zu Irritationen führen. Sie denken, dass Tempo 30 erst ab dem Schild gilt“, sagt Ordnungsamtsleiter Wolfgang Greinke. Dazu gebe es auch entsprechende Gerichtsurteile. Die Schilder seien gut sichtbar aufgestellt und nach einer Gewöhnungsphase müsste jeder Verkehrsteilnehmer die Schilder wahrnehmen und sich entsprechend verhalten. Dieser Fall macht nach Einschätzung von Greinke das Grundproblem bei Geschwindigkeitsbeschränkungen deutlich. „Viele Verkehrszeichen scheinen heutzutage nur noch Angebote an die Bürger zu sein, die man nicht annehmen muss.“ Die Stadt will jetzt die Geschwindigkeit in diesem Bereich messen. „Und wenn wir feststellen, dass sich die Verkehrsteilnehmer im großen Stil nicht daran halten, dann kommt die Polizei mit Lasermessungen ins Spiel.“ Polizeisprecher Steven Haydon kündigt im Gespräch an, dass die Polizei den Verkehr dort immer wieder stichprobenartig überprüfen wird.

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