Hält eine Schlinge in der Hand: Daniela Brink kniet an dem Loch im Zaun. Im Hintergrund ist das Fell des verendeten Fuchses zu sehen. - © Dirk Windmöller
Hält eine Schlinge in der Hand: Daniela Brink kniet an dem Loch im Zaun. Im Hintergrund ist das Fell des verendeten Fuchses zu sehen. | © Dirk Windmöller

Löhne Kater Tobi stirbt durch Wilderer-Schlinge auf der Aqua Magica

Ging in die Falle: Familie Brink trauert um das Tier und möchte andere warnen. Das Ordnungsamt und die Jagdpächter verstärken ihre Kontrollgänge auf dem Gelände


Löhne. Katzendame Polly liegt in der Sonne und streckt sich. Bei diesem Wetter würde jetzt vielleicht auch Kater Tobi neben ihr liegen, wenn er nicht seit ein paar Monaten tot wäre. „Tobi ist vor fünf Monaten verschwunden", sagt Daniela Brink. Sie lebt mit ihrer Familie in einem schönen Fachwerkhaus an der Bültestraße, direkt am Aqua-Magica-Park. Lange haben sie nach Tobi gesucht, die Nachbarn gefragt, Zettel ausgehängt. Ostersonntag dann die traurige Nachricht: Tobi wurde gefunden, er lag tot auf einem Gebüsch im Grenzbereich zwischen Aqua Magica und einem Acker. „Da ist er aber nicht gestorben. Um seinen Hals hing eine Schlinge", sagt Brink. Sie und Ehemann Michael machten sich auf Spurensuche. Der Aqua-Magica-Park ist komplett eingezäunt. Auch, um Wildtieren wie Rehen den Weg aufs Gelände zu erschweren. Nicht weit von dort, wo Tobi gefunden wurde, entdeckten sie ein Loch im Zaun. "Der Draht wurde abgekniffen" Im Laufe der folgenden Wochen fanden sie 15 Löcher. An den Öffnungen waren Schlingen befestigt, zum Teil aus Draht, zum Teil aus Wäscheleine. „Der Draht wurde abgekniffen, die Tiere sehen da wohl einen einfachen Weg, weil sie die Schlinge nicht wahrnehmen", vermutet Daniela Brink. Und laufen in die Falle. Dass hinter diesen Schlingen Wilderer stecken, davon ist nicht nur Daniela Brink überzeugt. „Scheinbar will da jemand seinen Speiseplan um kleine Wildtiere ergänzen", sagt Ordnungsamtsleiter Wolfgang Greinke. Kaninchen und Hasen könnten den Wilderern in die Falle gegangen sein. Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamts war im Park mit Thomas Pest von der Aqua-Magica-GmbH unterwegs und hat weitere Schlingen gefunden. Auch Aqua-Magica-Geschäftsführer Dirk Hinke hat nach Fallen gesucht. „Das ist eine Sauerei. Tierquäler wollen wir hier nicht haben", sagt Hinke. Jagdpächter verstärken in ganz Löhne ihre Kontrollen Der Zaun werde durch Thomas Pest regelmäßig kontrolliert. „Neue Schlingen wurden nach der ersten Suchaktion nicht gefunden", so Hinke. Auch der Jagdpächter Alexander Stühmeier ist informiert. „Wir werden hier, aber auch überall sonst in Löhne unsere Kontrollgänge verstärken. Nicht nur am Tag, auch abends und nachts", kündigt Stühmeier an, der das Revier am 1. April übernommen hat. „Kurz danach kam die Meldung." Daniela Brink hat auch die Polizei eingeschaltet. Die Familie erstattete Anzeige gegen unbekannt. „Es lief ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz", bestätigt Steven Haydon, Sprecher der Kreispolizeibehörde Herford. Ermittelt wurde auch im Fall von Jagdwilderei, weil auch ein toter Fuchs neben einer Falle gefunden wurde. Möglicherweise habe dieser sich mit einer Pfote in der Schlinge verfangen. Wie genau das Tier aber verendet ist, lässt sich nicht mehr sagen, so der Jagdpächter, der betont, dass Wilderei eine Straftat ist. „Das ist eine ganz üble Sache. So eine Jagd ist nicht nur illegal, sondern auch unberechenbar", sagt Stühmeier. Wie im Fall der Familie Brink wurde so ein liebevolles Haustier genommen. Solch angebrachte Schlingen stellten eine Gefahr dar, sowohl für Katzen, als auch für kleine Hunde. Nicht der erste Fall von Wilderei Ein Einzelfall sei es auf der Aqua Magica nicht gewesen. 2013 wurde ein Rehbock mit einer Schlinge aus Drahtseil auf dem Wittel getötet, erinnert sich der Jagdpächter. Auch die damalige Jagdwilderei wurde bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Die Brinks sind froh, dass Katzendame Polly nicht auch ein Opfer der Wilderer geworden ist. Dass der oder die Täter gefunden werden, hält Daniela Brink für unwahrscheinlich. Aber: „Es wäre ja schon etwas erreicht, wenn durch den Druck der Öffentlichkeit keine weiteren Schlingen mehr ausgelegt werden."

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