Vor dem Verkauf: Baptisten interessieren sich für die ehemalige evangelische Johanneskirche Melbergen. - © Ulf Hanke
Vor dem Verkauf: Baptisten interessieren sich für die ehemalige evangelische Johanneskirche Melbergen. | © Ulf Hanke

Löhne Baptistische Gemeinde kauft entwidmete Johanneskirche

Das Gotteshaus wurde 2012 entwidmet. Seitdem werfen die Baptisten von Eben Ezer ein Auge auf das Gebäude. Die Kleiderkirche und der Hospizkreis kommen anderweitig unter

Susanne Barth

Löhne. Die freie evangelische Gemeinde Eben Ezer und die Kirchengemeinde Gohfeld stehen kurz vorm Vertragsabschluss. Wie berichtet, möchten die Baptisten aus Mennighüffen die entwidmete Johanneskirche in Melbergen kaufen. „Wir sind in den letzten Zügen", bestätigt Pfarrer Eckhard Teismann von der Gemeinde Gohfeld den bevorstehenden Vertragsabschluss. Wann die Eben Ezer Gemeinde dort einziehen wird, steht aber noch nicht fest. Erst muss die Kleiderkirche des Roten Kreuzes ausziehen. Mehr als 200 Menschen kommen mittwochs regelmäßig in die ehemalige Johanneskirche an der Langen Straße, um sich zu günstigen Preisen Schuhe, Shirts und Handtaschen zu kaufen. Die Kleiderkirche des Roten Kreuzes (DRK) hat im August 2015 in Melbergen eröffnet. Fast ein Jahr lang hat der Umbau gedauert. Ein Fluchtweg musste her, der alte Seitenausgang wurde zum neuen Haupteingang, die große Holztür ist einer Brandschutztür gewichen. Vertrag liegt zur Prüfung beim Landeskirchenamt Nun steht ein erneuter Umbau vor der Tür. Interesse an der Kirche hat die Gemeinde Eben Ezer aus Mennighüffen bekundet. Die freie evangelische Gemeinde, vor allem deutschrussischer Baptisten, nutzt bisher eine ehemalige Näherei in Ostscheid als Versammlungsort. Und dieser platzt regelmäßig schier aus allen Nähten, berichtet Pastor Hans Peters. Seit der Entwidmung der Johanneskirche im Jahr 2012 habe Eben Ezer immer wieder ein Auge auf das Kirchengebäude geworfen. Einig wurden sich die beiden Gemeinden erst Ende des vergangenen Jahres. „Wir haben großes Interesse", sagt Peters. Der Vertrag liege vor. „Es läuft, aber es ist noch nicht alles festgezurrt." Seitens der evangelischen Gemeinde liegt der Vertrag beim Landeskirchenamt zur Prüfung. „Es soll im März noch etwas werden", sagt Pfarrer Eckhard Teismann. Der Vertrag werde formal und juristisch unter die Lupe genommen. „Das ist eine Routineprüfung", sagt Andreas Duderstedt, Pressesprecher des Landeskirchenamts in Bielefeld. Denn, wenn, wie in diesem Fall, eine Kirche schon entwidmet ist, sollten die Voraussetzungen für einen Verkauf bereits erfolgt sein. Kleiderkammer des DRK zieht nach Löhne-Ort Die Kirchengemeinde Gohfeld verkauft die drei Gebäude – das alte Pfarrhaus, das Gemeindehaus sowie den Glockenturm – jedoch nicht das Grundstück. Es soll als Erbpacht für 99 Jahre an Eben Ezer gehen. Bisher nutzt das DRK noch die Kirche. Parallel haben die Beteiligten seit Monaten nach einem neuen Standort in Löhne geschaut. „Wir haben ein passendes Objekt gefunden", bestätigt DRK-Sprecher Alexander Hermelink. Der Kreisverband arbeite den Kaufvertrag aus, unterschrieben ist noch nichts. Der Landesverband des Roten Kreuzes muss ebenfalls noch zustimmen. Zu sehr ins Detail gehen, kann der Löhner Ortsverein also noch nicht. Nur so viel: die neue Kleiderkammer soll in Löhne-Ort eröffnet werden. Wichtig war es den Beteiligten, dass die künftige Ausgabe gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Hermelink: „Es gibt eine Bushaltestelle vor der Tür." Hospizkreis zieht in Gohfelder Ortskern Weiter geht es für die Kleiderkammer auf jeden Fall, bestätigt der Rotkreuzler. Und auch das Team der rund 20 ehrenamtlichen Helfer bleibe bestehen. Hermelink schätzt, dass sie bis Ostern aus der Johanneskirche raus sind. „Je länger wir bleiben, desto besser ist es für die Vorbereitung." Ebenfalls eine neue Bleibe musste sich der Hospizkreis suchen, der bisher im Gemeindehaus der Kirche unter kam. Im Sozialausschuss am nächsten Donnerstag, 22. März, ist der Verkauf Thema. Aus den Ausschussunterlagen geht hervor, dass der Hospizkreis in die Kopernikusstraße 8 zieht. Im Herzen Gohfelds können sie Räume des nicht mehr genutzten Gemeindebüros der evangelischen Kirchengemeinde nutzen. Die Gemeinde Gohfeld ist zufrieden mit dem Verkauf, über die Kosten wird geschwiegen: „Beide Seiten finden den Preis angemessen." Auch die Gemeindemitglieder finden den Verkauf in Ordnung. Teismann: „Die Zustimmung der Gemeinde scheint gegeben. Es gab Nachfragen zum Verkauf, aber keine kritischen."

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