Roland Matte (r.) und Alexandros Chatzigiannidis haben in der Kompetenzwerkstatt mit an den Bänken für die Kronprinzenbrücke gearbeitet. - © Susanne Barth
Roland Matte (r.) und Alexandros Chatzigiannidis haben in der Kompetenzwerkstatt mit an den Bänken für die Kronprinzenbrücke gearbeitet. | © Susanne Barth

Löhne Competenzzentrum baut Bänke für die Kronprinzenbrücke

Aufwertung für die Innenstadt: Dort, wo immer wieder Blumen aus den Betonbeeten gerissen werden, kommen Holzsitze drauf

Susanne Barth

Löhne. Die Betonklötze auf der Kronprinzenbrücke sollen den Verkehr entschleunigen. Schön sehen sie allerdings nicht aus. Jahr für Jahr wurden die Blockaden bepflanzt, doch ohne Erfolg. Regelmäßig reißen Unbekannte die Blumen, die die Brücke verschönern sollen, raus und es entsteht wieder ein tristes Bild. Die Kompetenzwerkstatt Löhne und der Verein Senioren schaffen Abhilfe. Ab Mitte Dezember laden auf der Brücke Sitzbänke zum Verweilen ein. Die Werre fließt durch Löhne, ist aber kaum für Bürger erlebbar. Schon gar nicht für Senioren, die ohnehin meist schlecht zu Fuß sind. „Unsere Senioren haben uns signalisiert, dass die Wege zu Bänken in der Innenstadt zu weit sind", sagt Britta Lehmann vom Seniorenzentrum an der Werre und Mitglied des Vereins. Um eine Verweilmöglichkeit mit Blick auf den Fluss zu bieten und damit auch die Stadt zu verschönern, ist die Idee mit den Sitzbänken entstanden. "Davon profitiert die Innenstadt" Der Verein Senioren hat das Projekt mit der Competenzwerkstatt Löhne umgesetzt. Am 12. Dezember installieren die Organisatoren die Bänke auf den Betonblöcken. Vorab haben das Ordnungsamt und die Wirtschaftsbetriebe Löhne die Sitzbänke überprüft. „Die Stadt hat das Projekt als Straßenbauträger genehmigt", sagt Pressesprecherin Ursula Nolting, die die Initiative der Kooperationspartner toll findet: „Das ist eine schöne Aufwertung, davon profitiert die Innenstadt." Jedes Jahr realisiert die Sozialwerkstatt der Competenz-werkstatt ein Projekt für gemeinnützige Träger. Die Teilnehmer haben schon Musikinstrumente gebaut, einen Erlebnispfad für Kindergartenkinder angelegt und einen Fühltisch für Senioren erstellt. Damit werde den arbeitslosen Menschen wieder eine Perspektive gegeben, sie erlernen Schlüsselkompetenzen und bekommen eine Tagesstruktur. „Durch berufliche Orientierung und der Vermittlung von beruflich relevanten Kenntnissen werden die Teilnehmer stabilisiert und aktiviert", beschreibt die Lehrgangsleitung Stephanie Prehn das Ziel des Aktivcenters. „Es ist ein erster Schritt zur Stadtentwicklung" Bei dem aktuellen Sitzbänke-Projekt wirken alle zwölf Teilnehmer mit. „Dabei führen wir beide Gewerke zusammen", sagt Prehn. In der Holzwerkstatt haben die handwerklich begabten Menschen die Sitzbänke gebaut, in der Projektküche kümmern sich weitere Teilnehmer um die Kulinarik bei der offiziellen Einweihung. Getreu dem Motto „Nach der Last kommt die Rast" wird es Snacks im „Picknickstyle" geben, so Prehn. Das Motto passe perfekt zum Projekt, findet die Sozialpädagogin. Schließlich haben Senioren schon ein langes, oft auch anstrengendes Leben gelebt und können sich nun auf den neuen Bänken hinsetzen, ausruhen und auf die Werre blicken. „Es ist ein erster Schritt zur Stadtentwicklung", sagt Britta Lehmann. Die Sitzbänke seien aber nicht nur für Senioren, sondern für jedermann. Damit Menschen mit Rollatoren, in Rollstühlen oder auch mit Kinderwagen den Platz nutzen können, werden die Sitzbänke nur auf den Betonblöcken der breiten Brückenseite installieren (von der Innenstadt aus auf der linken Seite). Probesitzen ab 12. Dezember Roland Matte und Alexandros Chatzigiannidis besitzen handwerkliches Geschick und haben die vier Bänke aus sibirischer Lärche mit hergestellt. „Wir haben alles gemacht, die Kanten gefräst, gebohrt", zählt Matte auf. Ausbilder Willi Nikel hat die Teilnehmer in der Holzwerkstatt angeleitet und bei der Arbeit begleitet. Nikel: „Wir haben gut 60 bis 70 Stunden daran gearbeitet." Die Teilnehmer und Mitarbeiter des Aktivcenters übergeben die Bänke für den Verein am Dienstag, 12. Dezember, um 11 Uhr auf der Kronprinzenbrücke. Dann darf jeder Probe sitzen.

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