Kompetenzwerkstatt Löhne, neues Projekt in Holzwerkstatt. Fühltisch für Senioren - © Christine Warnecke
Kompetenzwerkstatt Löhne, neues Projekt in Holzwerkstatt. Fühltisch für Senioren | © Christine Warnecke

Löhne Löhner „Competenz Werkstatt Beruf“ baut Fühltisch für Seniorenheim

Der Tisch soll die Motorik der Senioren schulen. Für den Erbauer Markus Parlmeyer führt das Projekt aus der Arbeitslosigkeit zu einem neuen Job

Christine Warnecke

Löhne. Die Wahrnehmung, die Fühl- und Greiffähigkeiten mit den Händen lassen im Alter nach. Was im Kindesalter gelernt wurde, will später wieder gefördert werden. Daher bekommt das Seniorenheim an der Werre nun einen Fühltisch. Mit geschlossenen Augen können die Patienten die Dinge ertasten, die in den Schalen liegen. „Sie haben einen Zeitvertreib und schulen die Motorik“, erklärt Patricia Lammermann, die als Ergotherapeutin vorwiegend mit dem Tisch arbeiten wird.Viele Anforderungen Acht schwarze Behälter in einer runden, grünen Platte auf einem Standbein – was relativ einfach anmutet, war in der Konstruktion keine simple Aufgabe. Der Fühltisch sollte Platz für mindestens vier Personen, auch Rollstuhlfahrer, bieten – gleichzeitig aber in den Fahrstuhl im Seniorenheim passen, um auf allen Etagen genutzt werden zu können. Er sollte leicht zu transportieren sein, gleichzeitig aber natürlich sicher und stabil stehen. Markus Parlmeyer, Teilnehmer an der „Competenz Werkstatt Beruf“, nahm sich der Aufgabe an und baute über mehrere Monate hinweg den Fühltisch, der nun an das Seniorenheim an der Werre übergeben wurde. „Erst wusste ich gar nicht, was ein Fühltisch sein soll. Einen Wühltisch kenne ich – aber dafür wurde ja Google erfunden“, flachst Parlmeyer. „Die Platte ist drehbar, damit die Senioren an ihrem Platz sitzen bleiben können“, erklärt er weiter. „Sie ist auch abnehmbar und damit leicht zu transportieren, etwa in die Zimmer der Patienten.“"Barfusspfad für die Hände" „Begonnen hat alles mit der Überlegung, mit welchem Angebot wir uns speziell an Senioren wenden könnten. Mit Kindergärten haben wir ja schon Erfahrung“, erklärt Katrin Heckermann, Lehrgangsleiterin des Aktivcenters, in dem Markus Parlmeyer arbeitete. „Es sollte ein ,Barfusspfad für die Hände’ werden, von dem auch die Angehörigen der Senioren etwas haben.“ Denn zu sehen, was der Partner, Vater oder Mutter noch kann oder was schwerfällt, sei wichtig, erklärt Ergotherapeutin Lammermann.Aktivzentrum und Seniorenheim kooperieren Britta Lehmann, Geschäftsführerin des Seniorenheims, freute sich über die Erweiterung, die der Fühltisch bedeutet. „Wir freuen uns, wenn andere Vereine uns unterstützen, sodass wir Angebote einrichten können, die wir allein nicht realisieren könnten.“ Der Tisch soll in der nächsten Woche in das Seniorenheim gebracht werden und dort jedem frei zur Verfügung stehen. Für Markus Parlmeyer hat das Engagement einen weiteren Vorteil gebracht: Er wird im Seniorenheim eine Schulung als Haustechniker machen und dann fest angestellt.

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