Der Neubau: So soll der Sitz der Firma BWZ im Gewerbegebiet am Wiehen aussehen. Visualisierung: RRR Industrie- und Gewerbebau - © Dirk Windmöller
Der Neubau: So soll der Sitz der Firma BWZ im Gewerbegebiet am Wiehen aussehen. Visualisierung: RRR Industrie- und Gewerbebau | © Dirk Windmöller

Löhne BWZ Zerspanungstechnik baut im Löhner Teil des neuen Gewerbegebiets

Verlagerung: Das Unternehmen zieht von Hüllhorst in die Werrestadt

Dirk Windmöller

Löhne. Bald werden die Bagger im Löhner Teil des Gewerbegebietes Am Wiehen rollen. Die Firma BWZ-Zerspanungstechnik ist das erste Unternehmen, das dort bauen wird. Löhne teilt sich das Gewerbegebiet mit Hüllhorst, wobei die Nachbargemeinde die deutlich größere Fläche hat. Die Firma hat noch ihren Sitz in Hüllhorst in der Straße „Am Ilex“. Dort werden Maschinenbauteile für Sondermaschinen gefertigt. „Wir arbeiten auch für Automobilzulieferer“, sagt Geschäftsführer Hartmut Buck. Das 1996 gegründete Unternehmen beschäftigt 43 Mitarbeiter und möchte expandieren. In Hüllhorst wäre BWZ auch gerne geblieben. „Allerdings gibt es für uns hier keine Möglichkeiten zu wachsen“, sagt Hartmut Buck. Als Buck und Geschäftsführer-Kollege Oliver Ahrens nach einem neuen Standort suchten war klar, dass die Entfernung zum alten Firmensitz nicht zu groß sein durfte. „Wir haben auch eine sehr interessante Fläche im interkommunalen Gewerbegebiet in Kirchlengern gefunden. Das sind aber 22 Kilometer von hier. Diese Strecke möchten wir unseren Mitarbeitern nicht zumuten. Wir sind froh, dass wir sie haben“, sagt Ahrens. BWZ geht es wie vielen Unternehmen: Gute Fachkräfte zu finden ist nicht einfach. Und so passt der neue Standort im Grenzgebiet zwischen Hüllhorst und Löhne gut. Erleichtert wurde die Entscheidung dort zu bauen noch durch einen großen finanziellen Anreiz. „Der Kreis Herford ist im Gegensatz zum Kreis Minden-Lübbecke ein Sonderfördergebiet. Das bedeutet, dass man 40.000 Euro Zuschuss vom Land für jeden neu geschaffenen Arbeitsplatz bekommt. Voraussetzung ist, dass man das Personal um mindestens 15 Prozent aufstockt.“ Zum Zeitpunkt der Antragsstellung hätten im Unternehmen 40 Beschäftigte gearbeitet. Sechs neue Mitarbeiter sollen insgesamt eingestellt werden. Das bedeutet einen Zuschuss zu den Investitionen in Höhe von 240.000 Euro. Ulrich Niemeyer, Leiter des Löhner Amtes für Wirtschaftsförderung, bestätigt diese Förderpraxis. „Das ist kein Programm, um in Konflikt mit den Nachbarkommen zu treten. Hier haben wir eine besondere Situation, dass die Kreisgrenze durch das Gewerbegebiet geht. Wir wissen, dass die Kollegen in Hüllhorst darüber nicht glücklich sind“, sagt er. Aber natürlich sei es üblich, dass Unternehmen von Fördermöglichkeiten Gebrauch machen würden. „Für diese Informationen sorgen schon die Banken, wenn es um die Frage der Finanzierung geht“, sagt Niemeyer. Das Gebäude ist in den Verwaltungs- und den Fertigungsbereich unterteilt. „Das Verwaltungsgebäude errichten wir mit 42,5 Zentimeter dicken Porenbetonsteinen. Durch die Verwendung dieser Steine können wir auf ein Wärmedämmverbundsystem verzichten, weil wir durch sie vergleichbare Energiewerte erreichen“, sagt Johannes Reisinger, Prokurist der Firma „RRR Industrie- und Gewerbebau“ mit Sitz in Lage. Geheizt wird das Verwaltungsgebäude mit einer modernen Infrarotstrahlungsheizung. Das Produktionsgebäude wird aus Stahlelementen bestehen. „Diesen Teil des Unternehmens können wir überwiegend durch die Abwärme beheizen, die durch die Maschinen entsteht“, sagt Reisinger. Auch bei der Halle gibt es eine bauliche Besonderheit. Sie wird mit einem Höhenversatz gebaut. „So erreichen wir eine Querlüftung und auch im Sommer immer frische Luft für die Mitarbeiter. Hier wird es durch die Maschinen im Sommer ganz schön heiß“, sagt Oliver Ahrens. Insgesamt sind für den Neubau Gesamtkosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro veranschlagt. Rund 500.000 Euro werden in neue Maschinen investiert. Entstehen wird das Gebäude auf einer 8.000 Quadratmeter großen Fläche. Wenn alles wie geplant läuft, soll mit den Bauarbeiten im Frühjahr begonnen werden. Der Einzug in den neuen Firmensitz ist für Oktober 2017 geplant.

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