Die Stadt Löhne strebt eine Partnerschaft mit dem DSC Arminia Bielefeld an - © Felix Eisele
Die Stadt Löhne strebt eine Partnerschaft mit dem DSC Arminia Bielefeld an | © Felix Eisele

Löhne Löhne strebt Partnerschaft mit Arminia an

Der Rat beschäftigt sich kommende Woche mit einem Bürgerantrag. Von einer offiziellen Verbindung zum Fußballclub könnte Löhne ebenso profitieren wie der DSC

Felix Eisele

Löhne. Wenn Arminia Bielefeld auf Punktejagd geht, ist die Werrestadt weithin sichtbar mit dabei. In Block J, wo die Fankurve allmählich in die Westtribüne übergeht, prangt ihr Name in großen Lettern auf einer Zaunfahne der „Arminia-Freunde Löhne", einem von mehreren heimischen Fanclubs. Ginge es nach den hiesigen DSC-Anhängern, dann könnte die Verbindung zwischen Löhne und Arminia schon bald noch ausgeprägter werden: Am kommenden Mittwoch will der Rat eine Städtepartnerschaft mit dem Verein beschließen. Es geht um ostwestfälische Verbundenheit, um regionalen Zusammenhalt, um Identifikation und gegenseitige Unterstützung. So jedenfalls sieht es das Kooperationsmodell „Städtepartnerschaften" vor, das der DSC Arminia Bielefeld vor drei Jahren initiierte. Als öffentliches Bekenntnis zur Region, aber auch zur Stärkung der kommunalen Nachbarn. 21 Städte und Gemeinden haben davon schon Gebrauch gemacht, darunter die Kreiskommunen Herford, Bünde, Enger, Spenge und Vlotho. Bad Oeynhausen wird im November offiziell in den Kanon aufgenommen. Städtepartner-Schals erhöhen Bekanntheitsgrad Die Gründe dafür liegen durchaus auf der Hand. Tatsächlich nämlich stellt die Kooperation einen Gewinn für beide Seiten dar. Während der DSC seine Kontakte in die örtlichen Sportvereine intensiviert, in der Region vermehrt Präsenz zeigt und sein Image als „Sportclub der Ostwestfalen" weiter ausbauen kann, profitieren die Partnerkommunen auf gleich mehreren Ebenen. So werden die einzelnen Städte nicht nur auf der Arminia-Webseite prominent erwähnt, sondern sind mit ihrem Namen auch im Stadion auf Partnerwänden und LED-Banden präsent. Die Anfertigung von Städtepartner-Schals erhöht den Bekanntheitsgrad der Stadt zusätzlich. Noch größerer Nutzen bietet sich indes der Zivilgesellschaft. Sportvereine etwa können an einer „Testspiel-Tombola" teilnehmen und eine Begegnung gegen die Arminia-Profis gewinnen. Zudem werden sie bei der Vergabe von Einlaufkinder-Plätzen bevorzugt behandelt und mit etwas Glück als Austragungspartner der regelmäßig stattfindenden Arminia-Fußballschule ausgewählt. Bürger und Organisationen kommen zudem in den Genuss vergünstigter Stadionbesichtigungen und dürfen sich auf Besuche von Bundesligakickern und Vereinsvertretern bei Stadtfesten, Sportlerehrungen und anderen Veranstaltungen freuen. In Bünde hatte sich zudem in der Saison 2013/2014 die Aktion „Mit dem Bürgermeister zu Arminia" etabliert. Kein Wunder also, dass Löhne den illustren Reigen der Partnerstädte jetzt erweitern möchte. Zumal sich für die Stadt „aus der Kooperation keinerlei Verpflichtungen; insbesondere keinerlei finanzielle Verpflichtungen" ergeben, wie es in der Ratsvorlage heißt. Stattdessen könne Löhne „vom Image des DSC Arminia und dessen Bekanntheitsgrad profitieren" und „bei Bedarf die übrigen Angebote der Kooperation" nutzen. Jakob Philipp, der die Kampagne von Seiten Arminia Bielefelds betreut, bestätigt: „Sämtliche Angebote sind freiwillig, weder für Arminia, noch für die Partnerstadt oder die Bürger besteht irgendein Zwang." Auch deshalb empfiehlt die Stadtverwaltung, der Partnerschaft zuzustimmen. 27 Bürger haben Initiative unterzeichnet Und das, obwohl die Initiative mitnichten von offizieller Seite kommt. Im Gegenteil war ein entsprechender Vorstoß seitens der Verwaltung noch im Jahr 2013 auf wenig Gegenliebe gestoßen: Im Haupt- und Finanzausschuss begrüßte laut Protokoll lediglich LBA-Chef Hermann Ottensmeier die Initiative. Weil zudem sämtliche Löhner Sportvereine trotz zweimaliger Aufforderung auf eine Stellungnahme verzichteten, wurde die Angelegenheit letztlich ruhen gelassen. Dass es nun doch noch zu einer Kooperation kommen könnte, verdankt die Stadt deshalb auch ihren eigenen Einwohnern. Im Juli hatte ein Bürger die Initiative übernommen und gemeinsam mit 27 Mitunterzeichnern einen entsprechenden Antrag gestellt. Darin verweist er insbesondere auf die vielen DSC-Anhänger in Löhne, die die Stadt im Stadion repräsentieren – und Arminia im Stadtbild verewigen.

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