Claudia Heitkamp vom Amt für Stadtentwicklung ist bei den Planungen zum parallel zur Lübbecker Straße verlaufenden Radweg beteiligt. - © Susanne Barth
Claudia Heitkamp vom Amt für Stadtentwicklung ist bei den Planungen zum parallel zur Lübbecker Straße verlaufenden Radweg beteiligt. | © Susanne Barth

Löhne Bauausschuss stimmt für Radroute entlang der Lübbecker Straße

Ohne Stimmen der CDU haben die Ausschussmitglieder für eine Route parallel zur Lübbecker Straße gestimmt. Der Beschluss wird dem Rat vorgelegt. Kosten belaufen sich nur noch auf 188.000 Euro

Löhne. Über 14.000 Autos rollen täglich über die Lübbecker Straße. Die Straße von Löhne-Bahnhof bis nach Halstern ist somit nicht nur die längste in Löhne, sondern auch eine der verkehrsreichsten. Während die Autos dort regelmäßig im Stau stehen, haben die Radfahrer "ordentlich zu kämpfen", sagt Claudia Heitkamp. Die Situation dort sei für Radler "sehr unschön". Auf den Mehrzweckstreifen neben der Fahrbahn dürfen Radler zwar fahren. Wirklich nutzen können sie diese nicht, da dort überwiegend parkende Autos stehen. Deswegen ist auch der Fußweg für Radfahrer ausgewiesen. Die Bedingungen für Radfahrer auf der Lübbecker Straße sind "unzureichend" heißt es in der Machbarkeitsstudie zur Parallelroute. Heitkamp weiß, wovon sie spricht. Sie fährt täglich mit dem Rad zur Arbeit ins Rathaus. Dort ist sie im Amt für Stadtentwicklung tätig und betreut die Planungen einer Parallelroute für Radler zur Lübbecker Straße. Sie selbst radelt längst nicht mehr über die Hauptverkehrsachse, sondern nutzt die geplante Route über Nebenstraßen schon. Da die Parallelroute einen leichten Umweg bedeutet, kann es nur funktionieren, wenn das Angebot von entsprechender Qualität ist. "Sicherheitsgefühl und Durchlässigkeit der Strecke werden hier den Ausschlag geben." Jetzt könnte aus den Planungen Realität werden. Im Bauausschuss Mittwochabend stand die fahrradfreundliche Strecke zur Abstimmung. Mit fünf Gegenstimmen (CDU) wurde sie mehrheitlich beschlossen. Der Rat stimmt nun darüber ab, dann könnte es zur Umsetzung kommen. Das kostet: Gut 188.000 Euro hat das Amt für die Route berechnet. Deutlich weniger, als einst in der Machbarkeitsstudie veranschlagt worden war. Da war von einer Summe von 351.000 Euro die Rede. "Zwei große Projekte fallen weg", erklärt Heitkamp die Reduzierung. Sie seien von Straßen NRW abgelehnt worden. Das betrifft die Anfänge der Strecke - Holzbreder Weg und Werster Straße. Am Holzbreder Weg sollten Radler die Straße einfacher überqueren können. Zwei neue Mittelinseln sowie ein Linksabbiegerstreifen zum Holzbreder Weg war die angedachte Lösung. "Darin sieht Straßen NRW keine Verbesserung", so Heitkamp. Der Kompromiss: Ab Holzbreder Weg den Mehrzweckstreifen (dort dürfen auch Autos parken) bis zum Ortsausgang auf beiden Seiten in einen Radfahrstreifen umzuwandeln. "Das erhöht das Sicherheitsgefühl der Radler", findet Straßen NRW. Für Heitkamp eine hinzunehmende Änderung: "Das wäre schon toll, wenn das passiert." Für diese Art der Umwandlung wird ein gesonderter Beschluss benötigt. Beim zweiten Problembereich an der Werster Straße sind die Planer der Stadt gänzlich anderer Meinung als Straßen NRW. Gewünscht war, dort den Zebrastreifen aufzuheben und eine Ampel einzusetzen, die nur auf Anforderung Grün für Radler und Fußgänger zeigt. Straßen NRW bezeichnet die Ampel als "Verwirrung". Sie würde nicht zur "Klärung der Wegbeziehungen angesehen" werden. Kommt es zur Umsetzung der Fahrradroute, kostet diese 188.000 Euro. Darin sind alleine 140.000 Euro für die Deckensanierung der Straßen eingeplant. "Das müssen wir irgendwann sowieso machen", sagt Baudezernent Wolfgang Helten. Das Geld werde nicht vom eigentlichem Sanierungsplan der Straßen abgezwackt, sondern soll zusätzlich eingeplant werden. Gleichzeitig soll die Straßensanierung in Mennighüffen eine hohe Priorisierung bekommen, sodass das Projekt 2017 und 2018 umgesetzt werden kann. Das restliche Geld ist für eine durchgängige Beleuchtung wie an den Straßen Zur Schule (9.000 Euro) und Lakenpohl (4.000 Euro) direkt am Schulzentrum eingeplant. Außerdem für Schilder und Markierungen. 10.000 Euro sind für Routenpiktogramme eingeplant.

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