Team und Teilnehmer des Aktivcenters: Sylvia Kimeswenger (Gestaltung, v. l.), Arive Kartall (Hauswirtschaft), Jochen Brocks (Holzwerkstatt), Kirsten Abke (Gestaltung), Katrin Heckemann (Lehrgangsleiterin), Yves Dietzmann (Fachleiter Hauswirtschaft) und Jürgen Kuhlmann (Fachleiter Holz.). - © Lena Sprenger
Team und Teilnehmer des Aktivcenters: Sylvia Kimeswenger (Gestaltung, v. l.), Arive Kartall (Hauswirtschaft), Jochen Brocks (Holzwerkstatt), Kirsten Abke (Gestaltung), Katrin Heckemann (Lehrgangsleiterin), Yves Dietzmann (Fachleiter Hauswirtschaft) und Jürgen Kuhlmann (Fachleiter Holz.). | © Lena Sprenger

Löhne Instrumente Marke Eigenbau

Arbeitslosen-Projekt: Im Aktivcenter der „Competenz-Werkstatt Beruf“ haben die Teilnehmer Holzinstrumente selbst gebaut

Löhne. In der alten Musikschule an der Schierholzstraße erklingen wieder Melodien. Das Besondere: Jochen Brocks spielt auf selbstgebauten Holzinstrumenten. Gebaut wurden sie von Langzeitarbeitslosen, die am Holzwerkstatt-Projekt der „Competenz-Werkstatt Beruf“ teilgenommen haben. Jochen Brocks spielt neben der chinesischen Streichvioline auch auf einem Steinxylophon und einem mächtigen Drehglockenspiel. Wie die sechseckige afrikanische Trommel entstanden ist, zeigt sogar ein Video. Während des gesamten Handwerksprojektes wurden die Teilnehmer von Jürgen Kuhlmann, dem Leiter der Holzwerkstatt, unterstützt. Er begleitete das Projekt von der Materialbeschaffung bis zum Arbeitsablauf. „Jochen Brocks konnte den anderen aber viel zeigen, weil er Musiker ist und in dem Bereich viel Erfahrung hat“, berichtet Torsten Usling. Er war mit Brocks zusammen in dem Vorbereitungsprojekt für den Arbeitsmarkt und hat seit August vergangenen Jahres wieder eine Anstellung. Zur Präsentation des Projektes ist er trotzdem gekommen. „Wegen des Essens“, flachst er. Das Projekt „Vom Holz zum Ton“ beschränkt sich aber nicht nur auf die Holzwerkstatt. Kirsten Abke hat am Gestaltungsbereich teilgenommen und berichtet vom Designprozess der Einladungen und Poster: „Dabei haben wir uns stark am Thema Südstaaten orientiert.“ Das Design ist in Holzmustern gehalten, und auch den Projekttitel haben die Teilnehmer selbst entworfen. Yves Dietzmann, der Leiter des Hotel- und Gaststättenbereiches, hat sich ebenfalls an dem umfassenden Projekt beteiligt. „Normalerweise bringe ich den Leuten bei, wie man auch mit wenig Geld gut einkaufen und frische Gerichte zubereiten kann. Für die meisten Leute ist Kochen nämlich: Ofen auf. Pizza rein. Fertig“, sagt er. In den vergangenen Monaten hat er sich mit seinen Kursteilnehmern aber speziell auf die Südstaatenküche konzentriert. Von dem klassischen Chili con Carne bis zum herzhaften Jambalaya der Soul Food Küche. Wichtig sei dabei nur eins: Scharf muss es sein! „Und warum? Weil scharfes Essen den Magen desinfiziert“, erklärt Dietzmann. Viele Teilnehmer haben große Erfahrung und können geniale Ideen besteuern Mit einigen Teilnehmern seines Projektes hat er für die Besucher einen kleinen Ausflug in die Südstaatenküche vorbereitet. Angepasst an europäische Gaumen, versteht sich und sogar mit veganen Alternativen. Wem das zu exotisch war, der konnte sich auch einfach an einem traditionellen Stück Käsekuchen erfreuen. Wichtig ist bei allen Bereichen der projektorientierten Lehrgänge für Langzeitarbeitslose die Bereitschaft der Beteiligten. Yves Dietzmann erzählt: „Die Teilnehmer sollen von sich aus mitmachen. Manchmal geht das schneller und manchmal dauert es etwas länger. Wichtig ist aber, sie zur regelmäßigen Teilnahme zu motivieren.“ Lehrgangsleiterin und Sozialpädagogin Katrin Heckemann sagt: „Bei den Projekten sind viele Menschen mit Lebens- und Berufserfahrung dabei, die geniale Ideen beisteuern können.“ Nach Ostern werden die die Instrumente einem Kooperationspartner gespendet. Heckemann: „Die Instrumente werden an Kinder gehen, um deren kreativen Prozess zu fördern.“

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