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Kurz vor dem großen Ansturm: Der Schneeglöckchen-Markt an der Schäferei Stücke war ein voller Erfolg. - © f
Kurz vor dem großen Ansturm: Der Schneeglöckchen-Markt an der Schäferei Stücke war ein voller Erfolg. | © f

Löhne Schneeglöckchen-Markt liegt voll im Trend

1.750 Besucher strömten am Samstag zum Schneeglöckchenmarkt auf das Gelände der Schäferei Stücke

14.03.2016 | Stand 13.03.2016, 15:44 Uhr

Löhne. Die Begeisterung für Schneeglöckchen schien auf halb Löhne übergesprungen zu sein. Jede noch so kleine Parklücke in der Umgebung der Schäferei wurde genutzt. Abwarten und ruhig bleiben lautete daher die Devise, denn die Autos einer unglaublichen Zahl von Besuchern mussten irgendwie untergebracht werden. Bereits nach kürzester Zeit waren einige begehrte Sorten schon restlos ausverkauft. „Ich habe an die hundert seltene Arten von Schneeglöckchen mitgebracht, die ich extra aus England bestellt habe, aber von denen ist fast nichts mehr übrig", erklärt Ausstellerin Rika van Delden. Doch woher kommt die plötzliche Begeisterung für Schneeglöckchen? Tatsächlich ist dieser Trend in Großbritannien und den Niederlanden schon lange auf dem Vormarsch, die sogenannten Schneeglöckchentage oder Snowdrop festivals stehen fest eingetragen im Kalender eines jeden Hobbygärtners. Doch in Deutschland sind derartige Festivitäten zu Ehren der weißen Frühblüher eine echte Seltenheit. „Ich glaube die nächste Möglichkeit eine solche Veranstaltung zu besuchen, gibt es in Hamburg oder man fährt bis nach Holland", erklärt Birkhild von Hören, eine der vielen Ehrenamtlichen. So kamen die Schneeglöckchen-Freunde Lisa und Lothar von Bargen, Veronika Wehmeier, Dorothee Danner und Anja Birne auf die Idee in Löhne einen solchen Markt auszurichten. Sie sind seit Jahren überall in Deutschland und den Niederlanden unterwegs, um die beliebten Blumen in entsprechender Vielfalt zu beurteilen. Schneeglöckchen seien mehr als eine Blume, sie sind ein Symbol, denn sie trotzen Kälte und Schnee. „Es ist, als wollten sie signalisieren, dass das Leben weiter geht, egal wie schwer die Schneedecke auf ihnen lastet", ergänzt Anja Birne. Gemeinsam mit dem Löhner Verein „Zeit für Mitmenschen" und dessen Vorsitzenden Wilhelm von Hören organisierten die Schneeglöckchen-Freunde nun den ersten Markt dieser Art. „Wir möchten mit dieser Veranstaltung für die Erhaltung der Gartenkultur sorgen, das Miteinander fördern und uns für Nachhaltigkeit engagieren", sagt Wilhelm von Hören. Daher gehen die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern an ein lokales Projekt zum Umweltschutz. „Wir haben niemals mit so vielen Besuchern und Eintrittsgeldern gerechnet und müssen noch einmal neu überlegen, wohin all das Geld fließen soll." Nachhaltigkeit wollen die Veranstalter aber nicht nur mit ihren Spenden fördern, sondern auch mit dem Erhalt von vom Aussterben bedrohter Kulturpflanzen und Nutztierrassen. Daher habe man auch zahlreiche Aussteller eingeladen, die vornehmlich Saatgut und Pflanzen alter Obst- und Gemüsesorten anbieten. Die Regionalgruppe der „Staudenfreunde OWL" war ebenfalls zu Gast, um einige seltene Staudenarten an die Besucher zu verschenken. Auch der Gastgeber und nebenberufliche Schäfer Michael Stücke setzt in seiner täglichen Arbeit auf Nachhaltigkeit: „Als Mitglied der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen kümmere ich mich nebenberuflich um meinen Schafsbestand. Er besteht zum Großteil aus seltenen oder sogar vom Aussterben bedrohten Schafsrassen, wie den Bentheimer Landschafen." Er habe sich bewusst für eine andere Art der Landwirtschaft entschieden, die gut für die Natur sei und den Tieren eine artgerechte Haltung ermögliche, so der Nebenerwerbs-Schäfer weiter. Auch die Produkte seiner täglichen Arbeit sind auf dem Schneeglöckchenmarkt angeboten worden. So konnten die Besucher zwischen speziellen Produkten, wie einer Schafsmilchseife, Jacken aus Schafswolle und ganzen Schafsfellen wählen oder die eigens für den Markt produzierte Lammbratwurst probieren. Neben den regionalen Produkten verkaufte ein Großteil der 28 Aussteller Kunsthandwerkliches, wie Keramik, Holzarbeiten, Textilien, Naturschmuck oder Geflochtenes aus Weide. Insbesondere die Teils ausgefallen Dekorationsartikel machten bei den Besuchern einen positiven Eindruck. „Besonders gut gefällt mir das Handwerkliche, die Schneeglöckchen sind natürlich auch toll. Alles in allem ist der Schneeglöckchenmarkt gut gelungen und ich würde definitiv wieder kommen", zieht Heike Wandke aus Hüllhorst Bilanz. Einige der Besucher waren aber nicht aus dem näheren Umkreis, sondern extra von weither angereist, wie Jannis van Rossum. Der Niederländer ist extra 265 Kilometer gefahren, um die Schneeglöckchenfreunde, die auch seine Freunde sein, auf ihrem Markt zu besuchen.

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