Agoform-Geschäftsführer Michael Ruprecht selbst führte die Flüchtlings-Gruppe durch die Produktion des Gohfelder Kunststoffverarbeiters. - © Agoform
Agoform-Geschäftsführer Michael Ruprecht selbst führte die Flüchtlings-Gruppe durch die Produktion des Gohfelder Kunststoffverarbeiters. | © Agoform

Löhne Flüchtlinge besuchen Agoform

Schyar Alfattah macht eine Ausbildung beim Kunststoffverarbeiter

Erfolgreiche Integration durch Arbeit: Schyar Alfattah (Mitte) mit Agoform-Geschäftsführer Michael Ruprecht (links) und WWL-Vorsitzendem Manfred Bulk. - © Agoform
Erfolgreiche Integration durch Arbeit: Schyar Alfattah (Mitte) mit Agoform-Geschäftsführer Michael Ruprecht (links) und WWL-Vorsitzendem Manfred Bulk. | © Agoform

Löhne. Das war Motivation pur: Als 30 Flüchtlinge den Betrieb Agoform in Gohfeld besuchten, konnte ihnen Geschäftsführer Michael Ruprecht ein Beispiel für gelungene Integration eines Flüchtlings aus Syrien in Arbeit persönlich vorstellen.

„Genau wie Sie hat Schyar Alfattah am Integrationsprogramm des Wirtschaftsverband Westfalen-Lippe teilgenommen. Genau wie Sie hat er im Rahmen von Betriebsbesichtigungen Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen kennengelernt und sich für eine Branche entschieden“, sagt Ruprecht. Mit Erfolg, denn seit gut zwei Monaten macht Schyar Alfattah bei Agoform eine betriebsinterne Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer. Durch den Verdienst ist er finanziell unabhängig von Sozialleistungen und hat auch seinen Freundes- und Bekanntkreis um viele Kollegen bei Agoform erweitert.

Auch Manfred Bulk, Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes Westfalen-Lippe (WWL), war hocherfreut zu hören, wie gut sich Schyar Alfattah bereits bei dem Gohfelder Kunststoffverarbeiter in seinen neuen Aufgaben eingefunden hat. „Den passenden Arbeitsplatz zu finden, ist für Asylbewerber der zentrale Schritt zur Integration in Deutschland“, erklärte der Vorsitzende des in Bünde ansässigen Verbandes mittelständische Unternehmen aus der Region.

Sprachförderung und Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes

Aus diesem Grunde habe der WWL ein Programm aufgelegt, bei dem es Flüchtlingen nicht nur ermöglicht werde, Arbeitsplätze kennenzulernen und so „in Lohn und Brot“ zu kommen. „Auch um andere wichtige Themen wie Sprachförderung und die zum Erreichen des Arbeitsplatzes notwendige Mobilität kümmern wir uns“, sagt Bulk.

Seit dem Start der WWL-Aktion seien so bereits ein Dutzend Arbeitsplätze für Flüchtlinge entstanden. „Viele weitere Teilnehmer des Projektes werden bereits in Kürze Arbeitsverträge unterschreiben.“

Auch unter den 150 Mitarbeitern bei Agoform könnten in Zukunft weitere Flüchtlinge Arbeit finden, glaubt Geschäftsführer Ruprecht, der die Gruppe durch die Firma führte und die einzelnen Produktionsschritte und Arbeitsplätze erklärte. „Noch keiner der Flüchtlinge hatte bisher auch nur annähernd eine fast vollautomatische Produktion von Kunststoffteilen für die Möbelindustrie gesehen“, berichtete Ruprecht.

Aus den vielen Fragen aber habe sich nicht nur großes Interesse, sondern auch viel Verständnis für die technischen Abläufe erkennen lassen. Michael Ruprecht: „Einige der Besucher haben – sicherlich auch motiviert durch das Beispiel von Schyar Alfattah – ganz konkret nachgefragt, ob sie bei uns arbeiten können“.

Beim WWL ist man sicher, mit dem eigenen, ganzheitlichen Konzept in diesem Jahr weit über 100 Flüchtlinge in Arbeit bringen zu können. Manfred Bulk: „Eine riesengroße Aufgabe – mit der wir aber sowohl den Menschen, als auch den Unternehmen helfen.“

Für die Teilnahme an dem Projekt bewerben können sich sowohl Flüchtlinge, als auch Betriebe über die Webseite www.wwl4rfugees.de. Weitere Infos gibt es unter www.wwl-info.de und www.agoform.de.

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