Die erste von drei Ampeln auf 300 Metern: Pendler zwischen Bad Oeynhausen und Herford werden zwischen der Kreuzung Häger Straße am Gemeindehaus Wittel (Foto) und der neuen Bundesstraße B 611 künftig häufig Rot sehen. - © Ulf Hanke
Die erste von drei Ampeln auf 300 Metern: Pendler zwischen Bad Oeynhausen und Herford werden zwischen der Kreuzung Häger Straße am Gemeindehaus Wittel (Foto) und der neuen Bundesstraße B 611 künftig häufig Rot sehen. | © Ulf Hanke

Löhne/Bielefeld. Planung zur B 611 nimmt Gestalt an

Knickstraße: Der Neubau der Bundesstraße zwischen den Autobahnen A 2 und A 30 soll den Güterverkehr in der Region entlasten

Ulf Hanke

Löhne/Bielefeld. Mit dem Ausbau der Knickstraße zur Bundesstraße B 611 zwischen Löhne und Vlotho entsteht nach über 30 Jahren Planung auch Ostwestfalen-Lippes größter Kreisverkehr. Das Provisorium auf dem Löhner Wittel, der "Ratio-Kreisel", soll 2017 abgerissen werden. Stattdessen gibt's einen Mega-Kreisverkehr mit 50 Metern Durchmesser plus drei außenliegenden Abkürzungen, damit der Verkehr auch flutscht. Die Bauarbeiten starten bei guter Witterung in Vlotho womöglich in den nächsten Wochen. 2017 sollen die Arbeiten in Löhne beginnen. Andreas Meyer, Leiter der Bielefelder Niederlassung von Straßen NRW, lüftete gestern vor der Industrie- und Handelskammer die Superlativen der neuen Straße. Meyer stellte das einzige Neubauprojekt des Landes in OWL in diesem Jahr vor. Als besonderes Gimmick hatte Meyer eine Computersimulation der neuen Straße mitgebracht, die wir auf unserer Internetseite www.nw.de/loehne zeigen. Der Neubau ist eine lange geplante Entlastung für den rasant wachsenden Güterverkehr. Nach letzter Zählung im Jahr 2010 fuhren 3.653 Autos jeden Tag über die B 61. Darunter 730 Lastwagen, was 20 Prozent des Verkehrsaufkommens ausmacht. "Das ist sehr viel", sagte Meyer. Es entspräche etwa dem Lkw-Anteil der Autobahn A 2. Für das Jahr 2020 rechnet Straßen NRW mit einer Verdreifachung auf etwa 11.000 Fahrzeuge täglich. Die sollen dann allerdings über die neue B 611 rollen. "Der Neubau ist aus unserer Sicht absolut notwendig", erklärte Gastgeber Harald Grefe, stellvertretender IHK-Geschäftsführer. Es sei eine wichtige Verbindung zwischen A 2 und A 30. Teilnehmer der Info-Veranstaltung sprachen von einer "heimlichen Südumgehung". Grefe verwies auf die noch immer unfertigen Verkehrsgroßbauprojekte wie die Nordumgehung der Autobahn A 30 zwischen Bad Oeynhausen und Löhne, den geplanten Neubau der Sudbachtalbrücke auf der gleichen Strecke sowie den Neubau des B-61-Anschlusses für das Gewerbegebiet "Großer Kamp" samt Hermes-Logistikzentrum. "Wird das alles gleichzeitig fertig?", wollten die anwesenden Unternehmer, darunter Vertreter des Hillparks, der Speditionen Kottmeyer, Martin Schröder und Hettich-Logistik wissen. Andreas Meyer nannte kein Datum, beteuerte aber, dass die B 61 "im Zeitfenster des B-611-Neubaus" erneuert werden soll. Der Verkehr auf der B 611 solle schließlich nicht in eine Sackgasse geschickt werden. Für Menschen, die zwischen Gohfeld und Herford pendeln, wird sich künftig einiges ändern. Von der neuen Bundesstraße B 611 bis zur Kreuzung an der Häger Straße am Gemeindehaus Wittel stehen auf 300 Metern Länge künftig drei Ampeln. Und auch für die Anlieger der Knickstraße wird der Weg nicht leichter. Parallel zur Bundesstraße werden künftig asphaltierte Wirtschaftswege zu den Häusern und Unternehmen führen. Besonders betroffen: der Gartenbaubetrieb Bethlehem. Die Kunden werden künftig weite Wege von der Bundesstraße über eine Brücke bis Bethlehem zurücklegen müssen. Und die Bauphase wird noch einmal eine besondere Herausforderung. Andreas Meyer sagte Ralf und Eva Bethlehem gestern: "Das wird eine schwierige Zeit für Sie und Ihre Kunden." Zugleich beteuerte er: Alle Anwohner werden durch die Baustelle zu ihren Wohnungen kommen können.

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