0
Referenten: Feuerwehrmann Björn Schäffer (v.l.), Polizeihauptkommissar Stefan Göding, Notarzt Steffen Grautoff und Notfallseelsorgerin Ulrike Schwarze. - © Foto: Amélie Förster
Referenten: Feuerwehrmann Björn Schäffer (v.l.), Polizeihauptkommissar Stefan Göding, Notarzt Steffen Grautoff und Notfallseelsorgerin Ulrike Schwarze. | © Foto: Amélie Förster

Löhne Verzicht aufs Handy vermeidet Unfälle

Crash Kurs NRW: Schüler vom August-Griese-Berufskolleg und der Bertolt-Brecht-Gesamtschule hören Unfallberichte von Rettungskräften, Polizei und einer Notfallseelsorgerin in der Werretalhalle

Amélie Förster
09.12.2015 | Stand 09.12.2015, 15:19 Uhr
Patricia Isabel Hartmann

Löhne. Notfallmediziner Steffen Grauthoff zeigt Bilder mit dem Blick aus dem Frontfenster des Rettungswagens, wenn die Einsatzkräfte zur Unfallstelle kommen: Die Bremsspuren auf der Straße und das gegen einen Baum gefahrene Auto in der Ferne. Mitgebracht hat der Arzt die Bilder zum Crash Kurs NRW, einer Veranstaltung die junge Fahranfänger über Gefahren im Straßenverkehr aufklären soll. Besonders das Handeln und die eigene Verantwortung der jungen Fahrer stehen bei der landesweiten Aktion im Vordergrund. Sabrina ist 16 Jahre alt und besucht die Gesamtschule. Sie resümiert nach den Vorträgen: „Es ging richtig unter die Haut.“ Das was Sabrina während der Veranstaltung erlebt hat, ist genau deren Ziel, sagt Dieter Linnebeker. Er ist bei der Kreispolizeibehörde Herford und hat die Aktion in der Werretalhalle mitorganisiert: „Wir möchten die Schüler nicht ermahnen. Wichtiger ist uns die emotionale Erfahrung. Dass sie sich selbst ein Bild von dem machen, was die Helfer vor Ort zu sehen bekommen und daraus Konsequenzen für ihr eigenes Handeln ziehen.“ Besonders die Benutzung von Smartphones für Nachrichten und Telefonate sei immer häufiger ein Grund für Unfälle, berichtet Grauthoff und rät deshalb dringend dazu die Geräte in der Tasche zu lassen. Dass die Warnungen ankommen, zeigt die Aussage der 17-jährigen Tamira: „Wenn ich demnächst bei jemandem mitfahre, der zu schnell fährt, werde ich ihn warnen und wenn ich selbst fahre, das Handy nicht benutzen.“Notfallseelsorgerin und Polizist berichten von ihren Erlebnissen Die Geschichte, die Notfallseelsorgerin Ulrike Schwarze aus ihrem Erfahrungsschatz berichtet, ist bewegend. Sie erzählt von einem schweren Unfall auf einer Ausfallstraße in Kirchlengern mit einem nicht angeschnallten Fahrer. An der Unfallstelle angekommen, stellte sie selbst fest, dass es sich um einen ihrer ehemaligen Konfirmanden handelte. Auch wenn der Unfall einige Zeit her ist, denkt sie noch immer daran, wenn sie dort vorbei kommt. Auch Stefan Göding von der Polizei erinnert sich an einen besonders schweren Einsatz auf einer Straße in Herford. Gerettet werden konnten dort nur die Beifahrer. Der Fahrer, der weder Alkohol noch Drogen konsumierte, sondern sich ein Autorennen geliefert hatte, verbrannte während der Rettungsarbeiten: „Wir hatten keine Chance mehr ihn zu retten. Am schlimmsten war der Moment, als die Schreie verstummten.“ Zurück blieb nur eine schwarze, verkohlte Leiche. An den Geruch erinnert Göding sich noch heute. Eine Geschichte, die Bilder in den Köpfen der Schüler erzeugt hat. Philipp Kluck, Lehrer an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule, sagt im Anschluss an die Vorträge: „Einige Schüler hat die Veranstaltung sehr mitgenommen.“ Wie stark die Schüler reagierten, hänge auch von den eigenen Erfahrungen ab, erklärt Linnebeker. Deshalb sei auch immer eine Notfallseelsorgerin beim Crash Kurs NRW dabei, um mit Schülern zu sprechen.

realisiert durch evolver group