Zukunftspläne: Epifanio und Charlotte Di Fede gehört ein Großteil des Löhner Bahnhofsgebäudes, sie wünschen sich neben einem Bäcker und einem Warteraum auch eine Buchhandlung in der Halle. Hier stehen sie vor einem Plakat. - © Amélie Förster
Zukunftspläne: Epifanio und Charlotte Di Fede gehört ein Großteil des Löhner Bahnhofsgebäudes, sie wünschen sich neben einem Bäcker und einem Warteraum auch eine Buchhandlung in der Halle. Hier stehen sie vor einem Plakat. | © Amélie Förster

Löhne Besitzer wollen Buchladen und Bäckerei für das Löhner Bahnhofsgebäude

Das Ehepaar Di Fede spricht über seine Vorhaben für das kommende Jahr. 2016 soll sich im Gebäude einiges ändern. Der erste Schritt ist die Gründung einer Genossenschaft

Amélie Förster

Löhne. Am Bahnhof tut sich etwas, zumindest wenn es nach den Wünschen des Vereins "Löhne umsteigen" geht. Gestern war erneut das Besitzerpaar Epifanio und Charlotte Di Fede angereist. Anlässlich eines zweiten "Tags des offenen Bahnhofs" waren sie von den Organisatoren eingeladen worden - auch um über ihre Pläne zu berichten. Hinter der Tür, gegenüber des Haupteingangs, waren zahlreiche, sehr unterschiedliche Sitzgelegenheiten zu sehen. Diese waren in der Vorwoche von Helfern der Recyclingbörse angeliefert worden. Sessel, Stühle und Tische aus unterschiedlichen Jahrzehnten - ein bunter Mix, der erst einmal stehenbleiben soll. Aber auch jede Menge Stehlampen hatte das Recyclingbörseteam gebracht. Das Ehepaar Di Fede, denen ein großer Teil des Bahnhofsgebäudes gehört, war extra für die Veranstaltung angereist. Am Dienstag ging es nicht nur um den Bahnhof, es fand eine erste externe Veranstaltung im Gebäude statt: Das Klimabündnis hat Urkunden verliehen. Über diese Veranstaltung berichten wir in der morgigen Ausgabe. Vor einigen Wochen haben wir unsere Leser gefragt, ob sie Fragen an das Ehepaar Di Fede haben. Gemeldet hat sich Leser Richard Wilde, der sich als Berufspendler besonders für die Fortschritte am Bahnhofsgebäude in Löhne interessiert und sich daher eine warme Wartehalle mit Bäckerei wünscht. Außerdem fragt er, ob es geplant sei, dass im Bahnhof demnächst historische Bilder des Gebäudes zu sehen sein werden. All das bejahen Di Fedes. Es sei geplant, dass im kommenden Jahr eine Bäckerei ins Gebäude einziehe. Außerdem sollen ein Wartebereich und eine Buchhandlung entstehen. Der erste Schritt in die richtige Richtung sei die Wiedereröffnung der Toiletten gewesen. 2016 soll es so weit sein, dass auch andere Geschäfte ins Gebäude einziehen können. Der nächste Schritt sei aber zunächst die erfolgreiche Gründung einer Genossenschaft. Diese ist erforderlich, um weitere Fördergelder zu bekommen, die die Renovierungsarbeiten finanzieren sollen. Begeistert berichtet Epifanio Di Fede von der bisherigen Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Verein: "Es ist schön, dass es so viele engagierte Bürger hier gibt, die an der Umgestaltung des Bahnhofs interessiert und mit so viel Herzblut dabei sind." Dies zeige sich unter anderem an der Zusammenarbeit bei Veranstaltungen wie denen des Klimaschutzbündnisses. Auch andere Vereine seien daran interessiert, Veranstaltungen im Bahnhof auszurichten. So hätten unter anderem die Landfrauen sowie der Verein "Netzwerk 55 plus" angefragt, ob die Nutzung der Räume möglich sei, berichtet Irene Esser vom Verein "Löhne umsteigen". Auch die Geschichtswerkstatt könnte künftig hier stattfinden. "Wir möchten auf Volkshochschule und Kulturamt zugehen und herausfinden, welche Veranstaltungsformate zum Bahnhofsgebäude passen würden", sagt Esser. Der Tunnel zu den Gleisen sei im Besitz der Deutschen Bahn. Diese plane in der Bahnhofshalle Arbeiten durchzuführen, sagt Charlotte Di Fede. So sei geplant, das Gebäude behindertengerechter zu machen und zum Beispiel Fahrstühle oder Rampen zu den Gleisen zu installieren. Noch 2015 ist eine Mitgliederversammlung geplant. Kommentar Spendierfreudige Löhner gesucht von Dirk Windmöller Dass im Löhner Bahnhofsgebäude eine Menge Potenzial steckt, das hat der Verein „Löhne umsteigen“ in mühevoller Kleinarbeit mit dem Ehepaar Di Fede herausgearbeitet. Zahlreiche Gesprächsrunden und Planungstreffen haben die Grundlage für das Konzept gebildet, das jetzt Kontur annimmt. Viele tolle Ideen wurden entwickelt. Das gesamte Konzept steht und fällt jedoch mit der Frage, ob es genug Löhner gibt, die bereit sind, Anteile an der Genossenschaft zu erwerben. Und wenn eine nennenswerte Summe zusammenkommen soll, muss es eine Menge Menschen geben, die bereit sind, deutlich mehr als 100 Euro in die Genossenschaft zu investieren. Es geht also auch darum, Leute mit Geld zu motivieren, zum Beispiel Unternehmer. Von der Stadt ist finanzielles Engagement nicht zu erwarten. Die ist fast pleite. Da ist es eher unwahrscheinlich, dass das Kulturamt Geld für Veranstaltungen im Bahnhof ausgibt, wenn schräg gegenüber die Werretalhalle mit besten Bedingungen liegt. Das gleiche gilt für die VHS. Da bleibt nur die Hoffnung auf viele spendierfreudige Löhner.

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