Präsentieren das Buch: Friedhelm Schäffer und Oliver Nickel haben über das Leben von Ferdinand Matuszek geschrieben. - © Dirk Windmöller
Präsentieren das Buch: Friedhelm Schäffer und Oliver Nickel haben über das Leben von Ferdinand Matuszek geschrieben. | © Dirk Windmöller

Löhne Autoren suchen Zeitzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Buch über Ferdinand Matuszek planen Oliver Nickel und Friedhelm Schäffer eine Ausstellung

Dirk Windmöller

Löhne. Ein Kriegsgefangener wird vor den Augen des Zwangsarbeiters Ferdinand Matuszek von einem Wachmann auf dem Gelände der Weserhütte im Jahr 1945 erschossen. Dieses Erlebnis hat den jungen Zwangsarbeiter sein Leben lang beschäftigt. Erst spät hat er in der Öffentlichkeit davon erzählt. Dass dieses Leben exemplarisch für das Schicksal vieler steht, die von den Nazis aus ihrer Heimat verschleppt wurden, haben die Autoren Friedhelm Schäffer und Oliver Nickel in ihrem Buch über Matuszek herausgearbeitet. Das Buch erschien Ende 2014 unter dem Titel „Ich hatte nichts gegen Deutsche, nur gegen Faschisten.“ Darin erzählen die Autoren die Lebensgeschichte von Matuszek. Er wurde aus Galazien in der heutigen Ukraine von den Nazis als Zwangsarbeiter verschleppt. Arbeiten musste er auf einem Bauernhof in Rehme. Nach dem Krieg ist er in Bad Oeynhausen geblieben und hat bis zu seinem Tod im Juli 2014 in Löhne gelebt. Das Buch haben Friedhelm Schäffer und Oliver Nickel jetzt in der Stadtbücherei Löhne präsentiert. Dort berichteten sie von einem neuen Projekt."Jeder Mensch, mit Kontakt zu Kriegsgefangenen, kann uns helfen" Nickel und Schäffer arbeiten für die Dokumentationsstätte Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock. Dort befand sich bis kurz vor Ende des Krieges eines der größten Kriegsgefangenenlager des damaligen Deutschen Reichs. „Die Ausstellung in der Dokumentationsstätte wird neu gestaltet“, sagt Schäffer. Wichtige Grundlage seien Berichte von Zeitzeugen. „Jeder Mensch, der in Bad Oeynhausen, Löhne und darüber hinaus Kontakt zu Kriegsgefangenen aus Osteuropa gehabt hat, kann uns helfen.“ Dabei gehe es um Erinnerungen. Die können sich auch auf kleine Erlebnisse beziehen. Schäffer: „Ein Zeitzeuge hat mir geschildert, dass er sich daran erinnern kann, dass seine Mutter in Rehme den Gefangenen Kartoffeln geschenkt hat.“ Solche Erlebnisse könnten Erkenntnisse darüber liefern, wie Teile der Bevölkerung mit den Gefangenen umgegangen seien.Fotos und Dokumente gesucht Die Organisatoren suchen außerdem Fotos und Dokumente. In der neuen Ausstellung wollen sie die Schicksale von Kindern dokumentieren, die in Gefangenschaft zur Welt kamen und kurz nach der Geburt starben. ´ Das Buch „Ich hatte nichts gegen Deutsche, nur gegen Faschisten“ ist in den Geschäftsstellen der NW in Löhne und Bad Oeynhausen zu kaufen. Es kostet 24,90 Euro.

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