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Präsentieren das Buch: Friedhelm Schäffer und Oliver Nickel haben über das Leben von Ferdinand Matuszek geschrieben. - © Dirk Windmöller
Präsentieren das Buch: Friedhelm Schäffer und Oliver Nickel haben über das Leben von Ferdinand Matuszek geschrieben. | © Dirk Windmöller

Löhne Lesung einer bewegenden Lebensgeschichte

Friedhelm Schäffer und Oliver Nickel bringen in die Stadtbücherei ihr Werk über Ferdinand Matuszek mit

17.11.2015 | Stand 17.11.2015, 10:48 Uhr

Löhne. „Ich hatte nichts gegen Deutsche, nur gegen Faschisten“: So lautet der Titel des Buches von Friedhelm Schäffer und Oliver Nickel. Das Buch wurde herausgegeben vom Förderverein der Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne. Die Lebensgeschichte des Mannes, von dem das Zitat stammt, steht im Mittelpunkt des Buches. Ferdinand Matuszek musste die nationalsozialistische Herrschaft und ihre Verbrechen hautnah miterleben. Im Alter von 15 Jahren verschleppten ihn die deutschen Machthaber im April 1942 aus seinem dörflichen Alltag und Familienleben in der Woiwodschaft Tarnopol zur Zwangsarbeit nach Minden. Dort musste er drei Jahre lang die rassenideologische Erniedrigung als „Minderwertiger“ und den Terror durch Schwergen des Nazi-Regimes ertragen. In seinem Alltag als Zwangsarbeiter erfuhr er, was Erniedrigung bedeutet und welche Folgen rassistisch motivierte Diskriminierung nach sich zieht. Matuszek ist einer der letzten Augenzeugen des nationalsozialistischen Judenmords im besetzten Polen. Er lernte Opfer und Täter kennen, aber auch Menschen, die sich ihm gegenüber solidarisch, ganz einfach „menschlich“ verhielten und dem „Totalitätsanspruch“ des Regimes nicht folgten. Auf der Grundlage von acht Erinnerungsinterviews haben Schäffer und Nickel seine bewegende Lebensgeschichte aufgezeichnet. Schäffer, Lehrer für Geschichte und Politik und Mitarbeiter in der Erinnerungsstätte Wewelsburg 1933-1945, und Nickel, Historiker, Geschäftsführer der Dokumentationsstätte Stalag 326 und Gedenkstättenpädagoge in der Erinnerungsstätte Wewelsburg 1933-1945 stellen am Donnerstag, 19. November, um 19.30 Uhr das Buch in der Stadtbücherei vor. Der Eintritt ist frei.

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