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Riesig: Im Vergleich zum Hallenkomplex wirkt der Richtkranz winzig. - © Dirk Windmöller
Riesig: Im Vergleich zum Hallenkomplex wirkt der Richtkranz winzig. | © Dirk Windmöller

Löhne Hermes feiert Richtfest für die größte Halle der Region

Hermes: Am Dienstag wurde auf der Baustelle gefeiert. Die Verantwortlichen sind zufrieden mit dem Bauverlauf

Dirk Windmöller
30.09.2015 | Stand 30.09.2015, 10:03 Uhr |

Löhne. Nicole Tuttas und Christoph Nitsch stehen in einer der riesigen Hallen des künftigen Logistik-Zentrums von Hermes auf dem Scheidkamp. Die Mitarbeiter des Projektentwicklers ECE haben den Bau intensiv betreut und sind schon ein bisschen stolz, dass es so gut gelaufen ist. "Es hat alles geklappt wie am Schnürchen", sagt Nicole Tuttas. Man habe in die Bauphase einen vierwöchigen Puffer eingebaut, den man gar nicht gebraucht habe. "Das Wetter hat perfekt mitgespielt. Aber ohne die intensiven Planungen im Vorfeld wäre das so nicht möglich gewesen." Gearbeitet wird natürlich auch am Tag des Richtfests auf der Baustelle. In einer Halle schweißt ein Mann an einem Stahlrohr, einen Raum weiter wird an Elektroinstallationen an der Decke gearbeitet. "Am Ende werden wir hier 1,4 Millionen Kubikmeter umgebauten Raum haben. Rund 1.900 Tonnen Stahl sind dann verbaut", nennt Christoph Nitsch ein paar Zahlen. Auf dem Scheidkamp wird Hermes Fulfilment ab März Schritt für Schritt einziehen und seine Logistik-Aktivitäten bündeln. Bisher sind diese auf zehn Standorte in Löhne verteilt. "So wären wir hier nicht zukunftsfähig gewesen", sagt Dieter Urbanke, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hermes Fulfilment, in seiner Ansprache."Eingriff in die Landschaft schon erheblich" Die hohe Investition von 90 Millionen Euro sei auch im Hermes-Vorstand intensiv diskutiert worden. "Wir waren uns aber einig, dass das logistisch der einzig sinnvolle Weg ist." Er machte erneut deutlich, dass Hermes Löhne verlassen hätte, wenn es in der Werrestadt kein passendes Grundstück gegeben hätte. Urbanke räumte ein, dass der Eingriff in die Landschaft schon erheblich sei. "Wir haben aber die Bedenken weitgehend ausräumen können." Dass Löhne ein gefragter Wirtschaftsstandort ist, machte er mit Blick auf die Nachnutzung der alten Hermes-Hallen in Löhne deutlich. "Wer denkt, dass dort Industriebrachen zurückbleiben, der irrt sich. Die Hallen sind schon jetzt überwiegend nachvermietet", so Urbanke. Der massiven Flächenversiegelung für den größten Hallenkomplex in OWL setzte er eine Zahl entgegen: "2014 wurden 350.000 Lkw-Kilometer gefahren, nur um die Standorte zu verbinden. Das ist schon eine immense Belastung. Die fällt weg und wir werden 300 Tonnen weniger CO2-Emissionen in Löhne haben." Für den scheidenden Bürgermeister Heinz-Dieter Held ist das Richtfest einer der letzten großen Auftritte. "Ich bin ausgesprochen beeindruckt von dem, was bisher hier entstanden ist." Dass ein Projekt dieser Größe polarisiere sei verständlich. "Die Sicherung von 1.000 Arbeitsplätzen hat bei der Entscheidung für das Projekt die zentrale Rolle gespielt.

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