Löhne Hillpark heizt mit Holzhackschnitzeln

Kreislauf schließt sich: Mit Sträuchern am Straßenrand Wärme erzeugen

VON SUSANNE BARTH

Friedrich-Wilhelm Hillbrand, geschäftsführender Gesellschafter von HillEnergy, an der Holzhackschnitzelanlage im Hillpark. Die Anlage beheizt das gesamte 65.000 Quadratmeter große Gelände. - © FOTOS: SUSANNE BARTH
Friedrich-Wilhelm Hillbrand, geschäftsführender Gesellschafter von HillEnergy, an der Holzhackschnitzelanlage im Hillpark. Die Anlage beheizt das gesamte 65.000 Quadratmeter große Gelände. | © FOTOS: SUSANNE BARTH

Löhne. Mit Holz zu heizen, hat heutzutage nichts mehr mit Lagerfeuerromantik zu tun. Denn mit einer Holzhackschnitzelanlage kann im großen Stil Wärme erzeugt werden. Friedrich-Wilhelm Hillbrand setzt bereits auf Holz statt auf Heizöl und beheizt mit seiner Anlage den 65.000 Quadratmeter großen Hillpark, dessen Eigentümer er ist. "Damit leisten wir unseren ökologischen Beitrag", sagt der Diplom-Ingenieur, als er die Anlage erklärt.

Mit verschiedenen Holzmaterialien handelt die Dr. Hillbrand GmbH, dessen Geschäftsführer Hillbrand ist, schon seit Jahren. Von Sägewerken aus der Region kauft er die so genannten "Abfallprodukte" auf, die bei der Verarbeitung von Paletten, Holzkisten oder Brettern entstehen. "Gut 40 bis 50 Prozent dieser Abfallprodukte fällt bei Sägewerken an", schätzt der Ingenieur. Diese Hölzer werden noch im Sägewerk gehäckselt. Auch Sträucher vom Straßenrand, die die Mitarbeiter der Löhner Wirtschaftsbetriebe regelmäßig schneiden, können verheizt werden.

So muss die Anlage nicht immer laufen, warmes Wasser kann gespeichert werden.
So muss die Anlage nicht immer laufen, warmes Wasser kann gespeichert werden.

Mit diesen Holzhackschnitzeln lässt sich aber noch nicht optimal heizen: "Die haben noch Feuchtigkeitswerte von 40 bis 50 Prozent", sagt Hillbrand. In Biogasanlagen in der Region lässt der Unternehmer die Holzhackschnitzel trocknen, "auf 10 Prozent Feuchtigkeit". Dabei wird die überschüssige Abwärme der Biogasanlagen genutzt. Da das Unternehmen das ganze Jahr über Material bekommt, aber dieses zum Heizen überwiegend im Winter gebraucht wird, benötigt es viel Lagerkapazität. Die gibt es im Hillpark in Bischofshagen. Eine 2.400 Quadratmeter große Halle steht dort.

Die Hillbrand GmbH will aber nicht nur mit den Holzprodukten handeln und Kunden wie dem Klinikum Minden sowie den Stadtwerken Hannover das Material liefern. Sie hat eine neue Idee: die Vermarktung und Bau von Holzhackschnitzelanlagen. Dabei bietet die Firma Unternehmen, Schulen und Privatpersonen die Gesamtlösung an. Schlüsselfertig können sie eine Holzhackschnitzelanlage bekommen. Je nach Größe des zu heizenden Objekts gibt es unterschiedlich große und teure Anlagen.

Im Hillpark steht seit vergangenem Jahr eine Pilotanlage. "So können wir unseren Kunden genau zeigen, wie die Heizanlage funktioniert", sagt Hillbrand. Bevor es allerdings in den eigentlichen Raum der Anlage geht, sieht man vor dem Gebäude einen großen Container. "Dort lagern die Holzhackschnitzel, die fürs Heizen benötigt werden." In einen normalen Container passen 30 Kubikmeter Inhalt rein. "Den müssen wir in einer Heizperiode, die rund 200 Tagen dauert, zehn bis zwölf Mal austauschen", erklärt Hillbrand.

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