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Löhne "Herausforderung genug"

Interview: Georg Busse, kaufmännischer Betriebsleiter der Wirtschaftsbetriebe

19.01.2014 , 10:32 Uhr
Hier wird in den nächsten Jahren viel investiert. - © FOTO: DIRK WINDMÖLLER
Hier wird in den nächsten Jahren viel investiert. | © FOTO: DIRK WINDMÖLLER

Löhne. Georg Busse ist seit 1. September der kaufmännische Betriebsleiter der Wirtschaftsbetriebe. Diese Aufgaben hat er neben seiner Arbeit als Allgemeiner Stellvertreter des Bürgermeisters übernommen. Im Gespräch mit NW-Redakteur Dirk Windmöller spricht er auch über die Frage, ob die Stadt Löhne in Zukunft stärker als Energieerzeuger auftreten kann.

Welche Herausforderungen kommen in den nächsten Jahren auf die Wirtschaftsbetriebe zu?

Georg Busse: Entscheidend ist, dass wir auch in Zukunft gute Arbeit leisten, wenn es um die Ver- und Entsorgung geht. Es geht um Trinkwasser in bester Qualität und die Abwasserentsorgung auf hohem Niveau. Das muss natürlich zu vernünftigen Preisen geschehen. Das ist Herausforderung genug.

Ist die Gewinnung und Aufbereitung von Trinkwasser aufwendiger als früher?

Busse: Ja. Allerdings stellt sich die Frage, ob früher die Qualität des Trinkwassers so aufwendig ermittelt wurde wie heute. Wohl eher nicht. Da wird heute noch mehr drauf geachtet.

Für die gesamte Löhner Trinkwassergewinnung ist der Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen zuständig. Auch dort sind sie kaufmännischer Betriebsführer. Wie nehmen Sie und ihre Kollegen dort Einfluss auf die Qualität des Trinkwassers?

Busse: Insbesondere durch die Kooperation mit der Landwirtschaft. Wir führen intensive Gespräch mit der Landwirtschaft, wie man Dünger reduzieren und wie man ihn effektiver einsetzen kann. Dieses Problem ist in den letzten Jahren größer geworden. Wenn die Äcker überdüngt sind, ist das natürlich ein Problem, weil die Rückstände ins Wasser gelangen können.

Die Wirtschaftsbetriebe sind auch für das Abwasser zuständig, das im Klärwerk landet. Könnte es zu Problemen in der Auslastung des Klärwerks kommen, wenn es immer weniger Löhner gibt, die Abwasser erzeugen?

Busse: Wir haben eine zweistufige Anlage. Die ist eher selten in Deutschland. Jetzt überlegen wir, ob wir diese Anlage wieder zu einer einstufigen umbauen. An der Stelle denken wir schon darüber nach, das Beckenvolumen und so auch das Klärvolumen zu reduzieren. Das ist aber keine unmittelbare Reaktion auf den demografischen Wandel. Allerdings können wir ihm so ein Stück weit begegnen.