0
Die Traglufthalle in Kirchlengern wurde am Wochenende offiziell eingeweiht. - © Jan-Henrik Gerdener
Die Traglufthalle in Kirchlengern wurde am Wochenende offiziell eingeweiht. | © Jan-Henrik Gerdener

TSG Kirchlengern-Randringhausen Hoher Energieverbrauch: Kritik der Kirchlengener Grünen an neuer Tennis-Traglufthalle

Der Betrieb der gerade erst eröffneten Anlage der TSG Kirchlengern-Randringhausen sei den Bürgern in der aktuellen Energiekrise nur schwer zu vermitteln.

05.10.2022 | Stand 05.10.2022, 11:43 Uhr

Kirchlengern. Mehr als drei Jahre haben die Tennisspieler der TSG Kirchlengern-Randringhausen auf die Eröffnung der Traglufthalle gewartet. Mit der temporär aufstellbaren Anlage können die Sportler nun auch im Winter die gelbe Filzkugel über das Netz jagen. Doch mit Blick auf die aktuelle Energieversorgung steht die Nutzung der Halle in der Kritik – zumindest beim Ortsverband der Grünen in Kirchlengern, der sich nun noch einmal zu Wort gemeldet hat.

Die Partei hatte in den politischen Gremien gegen die Anschaffung der Traglufthalle gestimmt. Schon damals sei der zu erwartende Energieverbrauch ein Grund für die Ablehnung gewesen. „Die Traglufthalle ist im Prinzip nur ein Zelt, das nur steht, wenn es mit Luft aufgeblasen und von innen mit hohem energetischen Aufwand mit Gas beheizt wird. Leider wurde die geplante energetisch sinnvolle Anbindung an das Blockheizkraftwerk des Aqua-Fun aus Kostengründen nicht umgesetzt.

Die bei der Planung angenommenen Kosten waren aber da schon erheblich und werden sich jetzt noch einmal vervielfachen“, erläutert Rüdiger Bockhorst von den Grünen, der auch Mitglied im Sportausschuss der Gemeinde ist. „Und da die Wände eben nur aus einem Zeltstoff bestehen, ist es im Prinzip, als ob man beim Heizen alle Fenster auflässt,“ kritisiert Bockhorst weiter. Die integrierte intelligente Steuerung der Heizungsanlage sei laut der Stellungnahme der Grünen kaum in der Lage, dies zu kompensieren.

Gas sei ein knappes Gut

Mit den inzwischen extrem gestiegenen Gaspreisen sei es nach Meinung der Partei klar, dass auf die TSG Kirchlengern-Randringhausen immens hohe Kosten zukommen werden, die letztendlich auf alle Nutzer umlegt werden müssen. „Das wird sich dann sicherlich auf die geplanten Kooperationen und die Belegung auswirken“, befürchten die Grünen. An dieser Stelle werde deutlich, wie sinnvoll es sei, einen von den Grünen beantragten und in Arbeit befindlichen Sportstättenentwicklungsplan zu haben. So könne man erkennen, wie hoch Bedarf und Auslastung von Sportstätten sind und auf dieser Basis Kooperationen anschieben.

„Ob sich so die im Jahr 2020 vorgestellte Auslastung ergibt, kann ich mir kaum noch vorstellen. Es kommt hinzu, dass der Betrieb den Bürgerinnen und Bürgern kaum zu erklären ist, wenn man in diesen Zeiten das knappe Gut Gas so einsetzen will. Wir möchten, dass die Menschen beim Heizen der Wohnung zurückhaltend sind, damit das Gas für alle reicht – dazu wird auch der Vereinssport seine Beiträge leisten müssen. Da ist die Traglufthalle sicher ein Sonderfall – bleibt aber einfach schwer vermittelbar“, sagt Burkhard Scheiding. Die Grünen schlagen daher vor, die Traglufthalle in diesem Winter nicht zu nutzen.

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
Newsletter abonnieren

Bünde-Newsletter

Jeden Donnerstagmorgen informieren wir Sie über die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region.

Wunderbar. Fast geschafft!