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Das ehemalige Hotel Pöhl in Kirchlengern. Der Abbruch wurde jetzt freigegeben. - © Florian Weyand
Das ehemalige Hotel Pöhl in Kirchlengern. Der Abbruch wurde jetzt freigegeben. | © Florian Weyand

Kirchlengern Marodes Hotel in Kirchlengern wird abgerissen

Die Entscheidung steht fest: Das ehemalige Hotel Pöhl ist bald Geschichte. Was passiert danach mit dem Gelände? Über diese Frage haben die Kommunalpolitiker diskutiert.

Niklas Krämer
02.04.2021 | Stand 01.04.2021, 15:13 Uhr

Kirchlengern. Der Weg für den Abriss des ehemaligen Hotels Pöhl an der Lübbecker Straße in Kirchlengern ist frei: Der Hauptausschuss hat einstimmig entschieden, dass der Abbruch freigegeben wird. Für Diskussionsstoff sorgte dagegen die spätere Nutzung des Geländes im Ortskern.

"Wenn es nach der Verwaltung gegangen wäre, wäre das Gebäude schon lange weg", kommentierte Bürgermeister Rüdiger Meier. Mittel waren dafür schon im Haushaltsplanentwurf für 2013 bereitgestellt worden. Doch die Mittel wurden gestrichen, ein Abriss wird erst jetzt realisiert: Die Verwaltung wird nun die Abrissarbeiten des maroden Gebäudekomplexes ausschreiben. Die Gemeinde geht von Kosten in Höhe von etwa 200.000 Euro aus, es gibt eine Landesförderung in Höhe von 177.300 Euro. Zwar hätte es in der Vergangenheit Interessanten für das Areal gegeben, doch die Vorhaben seien an den "relativ hohen Abrisskosten gescheitert".

Das Gebäude wird derzeit als Unterkunft für Asylbewerber und als Lager genutzt. Eine anderweitige Unterbringung der Bewohner ist laut Verwaltung möglich. Karl-Heinz Saße, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus, geht von einem Abriss in diesem Jahr aus.

"Es gibt kein Gelände mit so einer zentralen Lage"

Was passiert danach mit dem Areal? Um diese Frage drehte sich die Diskussion im Hauptausschuss. Die SPD-Fraktion will, dass sich die Verwaltung bei den Überlegungen auf die vier Kernbereiche Altenwohnungen, Betreutes Wohnen, Sozialwohnungen und Multifunktionales Bürgerzentrum konzentrieren soll. Dazu stellte die SPD einen entsprechenden Antrag. "Es gibt kein Gelände mit so einer zentralen Lage. Wenn man von einem Filetstück spricht, dann muss man dieses Grundstück nennen. Wir reden seit Jahren von einer Ortskernentwicklung in Kirchlengern, das Grundstück Hotel Pöhl wird eine Kernfunktion haben", sagte SPD-Fraktionschef Oliver Lüking. Nach dem Willen der SPD soll es die Gemeinde in der eigenen Hand haben, was mit dem Gelände passiert.
"Sonst kommt ein Investor, der ein super Angebot macht, und dann haben wir einen 1-Euro-Markt", befürchtete Lüking.

Christian Bobka (CDU) sah zum jetzigen Zeitpunkt "nicht die Dringlichkeit, uns festzulegen". Bei der Frage nach der künftigen Nutzung sollten Ausschuss, Rat und Verwaltung zusammenarbeiten, fand sein Parteikollege Detlef Kaase. "Dieses Grundstück sollte sehr schlau bebaut werden. Unsere Vorgänger hatten im Ortskern nicht immer eine glückliche Hand, wir sollten beweisen, dass wir eine bessere Hand haben." Eine gastronomische Einrichtung wäre erstrebenswert, sagte Michael Blöbaum (FDP). "Davon haben wir nicht sehr viele."

Antrag vorerst zurückgestellt

Für das Grundstück Pöhl gebe es für den Zeitpunkt nach dem Abriss verschiedene Interessenten, mit denen die Verwaltung inzwischen Gespräche führe, berichtet Karl-Heinz Saße. Der Fachbereichsleiter meinte, dass jetzt "nicht der richtige Zeitpunkt sei", um sich festzulegen. "Wir werden in dieser Runde noch diskutieren, was wir mit dem Grundstück machen wollen und was bei einem möglichen Verkauf in der Ausschreibung steht", so Saße weiter.

Die SPD-Fraktion stellte den Antrag vorerst zurück. Bei Antragsstellung hätte man beispielsweise von der akuten Platzproblematik der Grundschule Kirchlengern noch nichts gewusst, so Lüking. "Wir beauftragen aber die Verwaltung, in den kommenden Sitzungen über den aktuellen Sachstand beim früheren Hotel Pöhl zu berichten." Die Gemeinde müsse das Grundstück nicht zwangsläufig verkaufen, sondern könne es auch selbst bebauen.

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