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Führungstrio: Beiratschef und Mehrheitsgesellschafter Andreas Hettich (Mitte) mit Geschäftsführerin Jana Schönfeld und Geschäftsführer Sascha Groß. - © Jan Voth
Führungstrio: Beiratschef und Mehrheitsgesellschafter Andreas Hettich (Mitte) mit Geschäftsführerin Jana Schönfeld und Geschäftsführer Sascha Groß. | © Jan Voth

Möbelbeschläge Hettich legt im Coronajahr einen starken Endspurt hin

Der Möbelzulieferer aus Kirchlengern musste 2020 geringere Umsatzrückgänge hinnehmen, als zunächst befürchtet. Das Unternehmen hat kräftig investiert.

Martin Krause
24.03.2021 | Stand 24.03.2021, 18:23 Uhr

Kirchlengern. Ein „großartiger Endspurt" hat dem Möbel-Zulieferunternehmen Hettich im Coronajahr 2020 die Bilanz gerettet: „Nach dem Knick im ersten Halbjahr hätten wir uns das nicht vorstellen können", sagte Geschäftsführerin Jana Schönfeld jetzt erleichtert bei einer Online-Pressekonferenz.

Seitdem Andreas Hettich den Beiratsvorsitz übernommen hat, steht sie gemeinsam mit Sascha Groß an der operativen Spitze der Hettich-Holding, des größten Industrieunternehmens im Kreis Herford.

Hettich profitierte von der erhöhten Bedeutung des eigenen Heims für Corona-geplagte Verbraucher in aller Welt. Die komplette Möbelbranche kam dadurch trotz des Lockdowns recht glimpflich durch die Krise. Das gilt vor allem für die Küchenmöbelhersteller, mit denen Hettich gut die Hälfte seiner Erlöse macht.

Erneut mehr als eine Milliarde Euro Umsatz

Der Umsatz sei 2020 vergleichsweise moderat um 2,4 Prozent von 1,09 auf 1,066 Milliarden Euro gesunken, so Schönfeld. Den Auslandsanteil bezifferte sie auf 70 (Vorjahr 72) Prozent.

Mit Zahlen geht das Familienunternehmen traditionell sparsam um und meldet zum Beispiel, – wie die meisten Mittelständler in OWL – keine Gewinngrößen. Bemerkenswert aber: Trotz der Krise investierte Hettich 72 (Vorjahr 103) Millionen Euro weltweit. Unter anderem seien Produktionsflächen in Deutschland, Tschechien und China erweitert worden. In Schanghai und Guangzhou wurden zwei große neue Showrooms eröffnet. Und in Kirchlengern wurde die Halle B-7 mit neuen Maschinen und Anlagen gefüllt – ähnlich wie im größten Hettich-Werk im indischen Indore.

Die Zahl der Mitarbeiter blieb mit weltweit 6.600 (Vorjahr 6.700) annähernd stabil, 3.500 Beschäftigte zählt Hettich allein im Inland. Dabei sei nur in der Anfangsphase der Corona-Pandemie im größeren Umfang zum Instrument der Kurzarbeit gegriffen worden, derzeit beschränke sich die Kurzarbeit auf sehr kleine Bereiche. Allen Mitarbeitern sei für die besondere Leistung in der Pandemie eine Sonderzahlung in Höhe von 1.000 Euro gewährt worden.

Corona-Ausbruch am Stammsitz weitgehend überwunden

Weitgehend überwunden hat das Unternehmen auch den Corona-Ausbruch am Stammsitz in Kirchlengern, wo Anfang März eine Halle für mehrere Tage geschlossen werden musste. Betroffen war eine mittlere zweistellige Mitarbeiterzahl.

Für große Mühen sorgt hingegen der Wiederaufbau der Galvanik im Werk Berlin, die im Februar von einem Brand zerstört wurde. Zunächst müsse die Brandruine fachmännisch abgetragen werden, wegen des Anfalls von Chemikalien sei auch die Entsorgung des Bodens nötig. Wie teuer der Neubau werde und wie lange alle Arbeiten dauern, sei offen: Allein das Genehmigungsverfahren könne ein Jahr in Anspruch nehmen.

Immerhin, das Galvanik-Geschäft laufe gut, so Uwe Kreidel als Chef der Marketing–Tochter. Von den Kunden habe man „größtmögliche Loyalität erfahren".

Information

Trend zum Wohnen in Städten

Die Trendschau „Hettich Xperiencedays" ist seit einigen Tagen online. Sie greift Megatrends wie die Urbanisierung (und das Leben in kleineren Wohnungen) auf und zeigt etwa eine Studie für ein Pendlerappartement mit nur 14 Quadratmetern und Lösungen für eine 50-Quadratmeter-Wohnung mit verschiebbaren Schrankwänden.

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Andreas Hettich lehrt an Uni Bielefeld

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