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Robert Gevers - © Teresa Gevers
Robert Gevers | © Teresa Gevers

Bünde/Kirchlengern Kirchlengeraner macht mit seiner Lese-Tour Stop in der Heimat

Viele Jahre führte Robert Gevers ein Catering-Unternehmen in Kirchlengern, jetzt legt er seinen ersten eigenen Fantasy-Roman vor. Am Wochenende präsentiert er sein Werk rund um die Welt „Erávior“ bei drei Lesungen in der ostwestfälischen Heimat.

Felix Eisele
02.12.2019 | Stand 02.12.2019, 19:31 Uhr

Bünde/Kirchlengern. Aufgewachsen ist er in Kirchlengern, seine Wahlheimat liegt in der Lausitz. Jetzt aber kommt für Robert Gevers eine weitere Lebenswelt hinzu. Denn mit „Erávior" hat der einstige Koch ein eigenes fiktives Universum geschaffen – und gleichzeitig seinen ersten Roman vorgelegt. Am kommenden Wochenende stellt er sein Erstlingswerk bei gleich drei Lesungen in der ostwestfälischen Heimat vor. Ein wenig dunkel ist sie schon, die unheimlich anmutende Fantasy-Welt von Erávior, in die Robert Gevers seine Leser entführt. Zwischen Tavernen und Zunftbetrieben, Öllampen und Feuerstellen, schmiedeeisernen Toren und hölzernen Hütten weht ein Hauch von Mittelalter über den Häuptern der Bewohner. Zwergen, Menschen und elfenartige Schattenläufer tummeln sich in den steinernen Gassen der Kaiserstadt. Ein nicht ganz unbekanntes Szenario sicherlich. Und doch ist etwas anders, als in den Welten der Tolkiens, Pratchetts oder Hohlbeins. Statt eines übermächtigen Alleinherrschers nämlich regiert in Erávior eine Allianz aus drei Kaisern – und sichert das friedliche Zusammenleben der Völker. Zweieinhalb Jahre sind vergangen, seit Gevers seinen fantastischen Kontinent gedanklich erstmals skizziert hat. Und das zunächst ohne jeden Gedanken an ein literarisches Werk. Tatsächlich war es sein Sohn Jakob, der Robert Gevers zu seinem Ausflug in schriftstellerische Gefilde bewogen hatte. „Ihm habe ich schon früh Geschichten vorgelesen, auch eigene kleine Erzählungen", sagt Gevers. „Als Jakob älter wurde, war es dann an der Zeit für modernere und altersgerechte Geschichten." Und weil sein Sohn ein gewisses Faible für das Fantasy-Genre hat, musste auch nicht lange überlegt werden. Drei Protagonisten, drei Erzählstränge, eine Intrige Aus ersten Ideen entstand ein ausdifferenziertes Universum. Und mit ihm die Geschichte von Erávior und dem „Erbe der Kaiser", so der Untertitel von Gevers Debut-Roman. Dieser basiert auf der eigens erdachten Historie des fiktiven Kontinents, der einst von einem allmächtigen König in einen katastrophalen Krieg geführt wurde. Erst der Thronerbe brachte den erhofften Frieden, indem er die Aufteilung der Macht auf alle drei Rassen verfügte. Jahrzehnte später aber steht der einträchtigen Welt neues Unheil bevor. Denn Neider spinnen schon fleißig an einer Intrige. Reichlich Kreativität und Arbeitskraft waren nötig, um die Erzählung zu Papier zu bringen. Wobei Gevers durchaus einräumt, „das Rad nicht neu erfunden" zu haben. Eigene Leseerlebnisse flossen ebenso ein, wie seine einstige Leidenschaft für das mystische Rollenspiel „Das schwarze Auge". Eine ganz eigene Welt mit individueller Vorgeschichte und Regeln zu erschaffen, erforderte dennoch Erfindungsreichtum. „Das war schon schwierig und komplex", sagt Gevers. „Auf der anderen Seite war ich aber auch frei und musste keinen fremden Maximen Rechnung tragen." Im Ergebnis stehen nun die Abenteuer dreier Protagonisten. Parallel verlaufen ihre Geschichten, in denen jeder unabhängig voneinander einen Stimmungswandel spürt. Nach und nach kommen sie der Intrige auf die Schliche, bis sich ihre Wege schließlich kreuzen und die Freiheit der Völker in einer finalen Schlacht verteidigt werden muss. Lesungen in Kirchlengern, Bünde und Bielefeld Pünktlich zum 12. Geburtstag von Sohn Jakob Anfang Mai war Robert Gevers am Ende seiner Erzählung. Nach einem Endspurt, in dem jede freie Minute, jedes Wochenende, ja selbst im Urlaub fleißig geschrieben wurde. Keine einfache Zeit, zumal im März Gevers zweiter Sohn Theo das Licht der Welt erblickte. „Meine Frau hat mir dabei den Rücken freigehalten", ist Gevers dankbar für die familiäre Unterstützung. Entsprechend groß war der Stolz, als Jakob sein Geschenk nicht nur mit übergroßer Freude in Empfang nahm, sondern das Werk als erster Kritiker auch für gut befand und eine Veröffentlichung vorschlug. „Erst da kam der Moment, an dem ich es einem breiteren Publikum zugänglich machen wollte." Über den Eigenverlag Epubli ging das Buch in den Vertrieb, Ende Juni wurde es als pdf-Download und nur eine Woche später weltweit veröffentlicht. Seither ist es auf allen gängigen Online-Plattformen sowie in den großen Buchhandels-Ketten erhältlich. Und nicht nur das: Gevers eröffnet seinen Lesern noch einen weiteren, ganz speziellen Zugang zu Erávior. Denn seine erste Lesetour führt in zurück in die ostwestfälische Heimat. Den Auftakt bildet eine Lesung im „Lichtblick" in Kirchlengern am Freitag, 6. Dezember, ab 17.30 Uhr. Einen Tag später ist er in Bielefeld im „Gegenüber", ebenfalls ab 17.30 Uhr, zu Gast. Das Finale seiner Tour bestreitet er am Sonntag, 8. Dezember, ab 15.30 Uhr im „Dolbi". „Die Lesungen dauern etwa eineinhalb Stunden und sind kostenlos", sagt Gevers, der auf sich viele Begegnungen mit alten und hoffentlich auch neuen Weggefährten freut. Einige Exemplare seines Buches hat er für den Verkauf dabei im Gepäck, auch für Signierstunden steht er zur Verfügung. Wie es anschließend für den Jung-Autor weitergeht ist derweil noch offen. Lesungen in Cottbus sind bereits in Planung. Und auch eine Fortsetzung der Geschichte von Erávior ist durchaus denkbar. „Die ersten Ideen sind bereits formuliert", sagt Gevers.

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