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Mit Helm aufs Ergometer: Die Löschgruppe Kirchlengern-Mitte testete ihre Atemschutzgeräte. - © Löschgruppe Kirchlengern-Mitte
Mit Helm aufs Ergometer: Die Löschgruppe Kirchlengern-Mitte testete ihre Atemschutzgeräte. | © Löschgruppe Kirchlengern-Mitte

Kirchlengern Hier gehen Kameraden der Löschgruppe aus Kirchlengern an ihre Grenzen

Mitglieder der Löschgruppe Kirchlengern-Mitte haben die Atemschutzübung-Strecke absolviert. Alle Geräteträger müssen hier einmal im Jahr durch.

Niklas Krämer
15.08.2019 | Stand 14.08.2019, 20:23 Uhr

Kirchlengern. Drei Atemzüge von Rauchgas können tödlich sein. Feuerwehrkameraden legen bei einer Brandbekämpfung deshalb ein Atemschutzgerät an. Hierfür stülpen sie eine Atemschutzmaske über den Kopf und tragen eine Druckluftflasche mit sechs Liter auf dem Rücken. Einmal im Jahr müssen die Geräteträger die Atemschutzübungsstrecke in der Feuerwehrzentrale in Eilshausen absolvieren. In voller Montur. Vor Kurzem war die Löschgruppe Kirchlengern-Mitte dran. Die Belastungsübung machte ihrem Namen alle Ehre. Kräftezehrend war es, was vor allem an der sperrigen und schweren Ausrüstung lag. Unter anderem lauteten die Übungen: Zwei Minuten aufs Laufband, 30 Meter eine Endlosleiter hochsteigen, Rudern am Arm-Ergometer. Und das mit 20 Kilogramm zusätzlich. So viel wiegt die Ausrüstung. "Man ist froh, wenn man das Atemschutzgerät nachher wieder ablegen kann", sagt Teilnehmer Niklas Körtner. Schweißtreibende Übung Mitunter wurde es zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Besonders, als die Kameraden der Löschgruppe Kirchlengern-Mitte durch eine kleine Röhre kriechen mussten. Hier wurden sie zusätzlich mit Nebel und Hitze konfrontiert. Die Übungen sollten eben möglichst realitätsnah sein. "Es ist simulierte schwere Arbeit", sagt Körtner. Das habe seinen guten Grund. "Schließlich müssen wir auch im Ernstfall mit einem Atemschutzgerät ein Feuer bekämpfen." 20 Kameraden der Löschgruppe Kirchlengern-Mitte absolvierten die Strecke - alle haben erfolgreich bestanden. Die sogenannten Geräteträger der Einheit sind somit für den Einsatz tauglich. Unverzichtbar ist ein Atemschutztrupp beispielsweise bei einem Innenangriff im Brandfall. "Ohne Atemschutzgerät geht es dann einfach nicht", erklärt Sascha Hunting von der Löschgruppe. Die Geräte verhindern, dass reizende oder giftige Stoffe in die Augen oder Atemwege gelangen. Deshalb müsse jeder Kamerad vor dem Einsatz darauf achten, dass die Maske richtig sitze. "Sonst könnte das für einen selbst nicht glücklich ausgehen", so Hunting. Fünf Einsätze mit Atemschutzgeräte Bei fünf Einsätzen in diesem Jahr musste die Löschgruppe Kirchlengern-Mitte ihre Atemschutzgeräte anlegen. "Es handelte sich jeweils um unklare Feuermeldungen", berichtet Löschgruppenführer Klaus Westerholz. Bislang waren es 29 Einsätzen, zu denen die Löschgruppe ausrücken musste. "Das ist ein normaler Schnitt", so Westerholz. Niklas Körtner gehört zu den Kameraden, die für einen speziellen Brandeinsatz bereit wären. Seit zweieinhalb Jahren ist er Geräteträger. Dazu musste er sich zunächst einer Vorsorgeuntersuchung unterziehen und einen längeren Lehrgang besuchen. Und dann steht jedes Jahr die Belastungsübung auf dem Programm. Das ist Vorschrift. Im Juni 2020 wird's wieder so weit sein: Dann geht's zurück auf die Atemschutzübungsstrecke in Eilshausen. In voller Montur, das versteht sich.

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