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Ja oder Nein: Die Kirchlengeraner haben zwei Optionen. - © Symbolfoto: Pixabay
Ja oder Nein: Die Kirchlengeraner haben zwei Optionen. | © Symbolfoto: Pixabay

Kirchlengern So läuft der Bürgerentscheid in Kirchlengern ab

Die Bürger können jetzt entscheiden, ob es im neuen Aqua Fun eine Sauna geben soll oder eben nicht. nw.de gibt einen Überblick über das Prozedere.

Niklas Krämer
13.08.2019 | Stand 12.08.2019, 19:32 Uhr

Kirchlengern. Der Bürgerentscheid in Kirchlengern hat begonnen. Die Kirchlengeraner bekommen in Kürze ihre Wahlunterlagen zugeschickt. Die Bürger können darüber entscheiden, ob es im neuen Aqua Fun eine Sauna geben wird oder nicht. Die Neue Westfälische fasst die wichtigsten Punkte zusammen. Worum geht's? Der Gemeinderat hatte im Februar entschieden, dass das Freizeitbad Aqua Fun teilweise saniert und neu gebaut werden soll - jedoch ohne eine Sauna. Dadurch könnten Kosten in Höhe von knapp 885.000 Euro eingespart werden. Martina Stade und weiteren Sauna-Freunden war diese Entscheidung sauer aufgestoßen. Zum einen geht es ihnen um die Wirtschaftlichkeit - Fachleute hatten die Sauna als gewinnbringend eingeschätzt - und um die Attraktivität des Bads. Sie starteten ein Bürgerbegehren und reichten 1.591 gültige Stimmen bei der Gemeindeverwaltung ein. Sie sammelten also ausreichend Unterschriften, damit sich die Politik dem Sauna-Thema wieder widmen musste. Jedoch entsprach der Rat in der Sitzung Ende Juni dem Willen des Bürgerbegehrens nicht, so dass es nun zum Bürgerentscheid kommt. Mitte Juli kam jedoch eine freudige Nachricht aus Düsseldorf: Das Land NRW fördert das neue Aqua Fun mit knapp 2,3 Millionen Euro - zur Überraschung vieler. Bei aktuell genannten Baukosten fürs neue Aqua Fun von rund 10,5 Millionen Euro entspricht das einer Förderquote von rund 20 Prozent. Wie es mit der Sauna nun weitergeht, liegt weiterhin in der Hand der Bürger. Wie wird abgestimmt? Abgestimmt werden darf nur per Brief - das wurde kürzlich von der Politik so entschieden. Die Bürger bekommen die Unterlagen jetzt per Post zugesandt. Neben den Abstimmungsunterlagen wird jeder Bürger eine Informationsschrift im DIN-A5-Format finden. Jede Fraktion und Gruppierung hat hier auf zwei Seiten die Möglichkeit, sich zu dem Thema zu äußern und eine Empfehlung zu geben. "Die kompletten zwei Seiten wurden nicht von allen in Anspruch genommen", berichtet der zuständige Fachbereichsleiter Michael Höke. Zudem nehmen Bürgermeister Rüdiger Meier und die Initiatoren des Bürgerbegehrens in der Informationsschrift Stellung. Die Bürger stimmen über die Frage "Soll in der Gemeinde Kirchlengern, entgegen dem Ratsbeschluss vom 18. Februar, ein attraktives, neues Aqua Fun mit Sauna entstehen?" mit Ja oder Nein ab. Eine Sauna im neuen Aqua Fun würde entstehen, wenn es mehr Ja- als Nein-Stimmen gibt und die Ja-Stimmen von mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten sind. Ausgezählt werden die Stimmen am Dienstag, 17. September. Bis an diesem Tag um 16 Uhr können die Stimmen abgegeben werden. Wie geht's jetzt beim Neubau weiter? Der Rat hat in der Sitzung im Juli beschlossen, die Bauleistungen für das neue Schwimmbad auszuschreiben. Angesichts des Netto-Bauvolumens von rund 8,1 Millionen Euro ist größtenteils eine europaweite Ausschreibung dieser Arbeiten erforderlich. Dazu sagt Projektleiter Stefan Junkermann in einer Mitteilung der Gemeinde: "Die Ausschreibungen erfolgen in Paketen entsprechend dem geplanten Baufortschritt. Gleich zu Anfang werden rund 60 Prozent der Bauarbeiten ausgeschrieben, um einen Überblick zu gewinnen, ob sich die Angebote der Bauunternehmen mit den Kostenberechnungen decken." Passe alles, könne Ende Oktober der erste Spatenstich für das neue Aqua Fun erfolgen.

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