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Will Unterschriften sammeln: Martina Stade aus Kirchlengern möchte, dass es auch im neuen Aqua Fun eine Sauna gibt. Sie hofft, dass ihr Bürgerbegehren erfolgreich wird. Foto: Niklas Krämer - © Niklas Krämer
Will Unterschriften sammeln: Martina Stade aus Kirchlengern möchte, dass es auch im neuen Aqua Fun eine Sauna gibt. Sie hofft, dass ihr Bürgerbegehren erfolgreich wird. Foto: Niklas Krämer | © Niklas Krämer

Kirchlengern Unterschreiben für neue Sauna

Aqua Fun: Martina Stade und weitere Mitstreiterinnen starten ein Bürgerbegehren. Bürger können für die Aufhebung des Ratsbeschlusses unterschreiben

Niklas Krämer
02.03.2019 | Stand 05.03.2019, 11:58 Uhr

Kirchlengern. Die Sanierung und der Neubau des Aqua Fun sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Jetzt setzen sich Martina Stade und zwei weitere Mitstreiterinnen dafür ein, dass es auch im neuen Aqua Fun eine Sauna geben soll. Sie wollen für ihr Vorhaben Unterschriften sammeln. Und zwar so viele, dass ihr Bürgerbegehren erfolgreich wird und über die Sauna noch einmal neu entschieden werden muss. Der Rat hatte in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass das Freizeitbad saniert und teilweise neu errichtet wird – jedoch ohne das Modul Sauna. Durch den Wegfall der Sauna werden knapp 900.000 Euro eingespart. Eine Entscheidung, die Martina Stade sauer aufstößt. „Es gibt viele treue Gäste, die schon seit Jahren in die Sauna des Aqua Fun gehen", sagt Stade – auch sie selbst gehöre dazu. Zuletzt habe sie eine „schlimme Stimmung" unter den Saunagästen ausgemacht. „Es ist schade, dass sich von den Politikern niemand vorab bei den Bürgern erkundigt hat", meint Stade. Drei Fachleute hätten eine neue Sauna auf lange Sicht als gewinnbringend und sinnvoll erachtet. Auch Bürgermeister Rüdiger Meier hatte sich in der jüngsten Sitzung des Rats für die große Lösung – also inklusive einer Sauna – ausgesprochen. „Wir machen im Moment einen Riesenfehler", sagt Stade. Die Kirchlengeranerin zählt weitere Vorteile auf: Durch eine Sauna habe das Aqua Fun eine Monopolstellung – in der unmittelbaren Nähe sei keine Sauna, die kommunal betrieben werde. Bürger, die nicht mobil sind, könnten weiterhin eine Sauna fußläufig erreichen. Und: „Für Bürger ist es ein deutliches ,mehr’ an Freizeitangeboten in der Gemeinde", so Stade. Für sie selbst steht fest: „Das neue Aqua Fun ohne Sauna werde ich nicht mehr betreten." Doch geht es nach ihr, soll es so weit gar nicht kommen. Sie will mit zwei weiteren Kirchlengeranerinnen – weitere dürfen sich laut ihrer Aussage gern anschließen – Unterschriften für den Erhalt einer Sauna im Aqua Fun sammeln. Damit hatte sie sogar schon in dieser Woche begonnen, jedoch war ihr in den ausgelegten Unterschriftenlisten ein Formfehler unterlaufen. Dieser hätte dazu führen können, dass die Unterschriften als unzulässig betrachtet werden. Unterschriftenlisten liegen in der ganzen Gemeinde aus Daher tauscht Martina Stade die Listen gegen die korrigierte Version aus. Darum bittet sie alle, die schon unterschrieben haben, noch mal auf der korrigierten Liste zu unterzeichnen. Unterschriftenlisten hat die engagierte Kirchlengeranerin in vielen Tankstellen, Geschäften, Friseurläden, Praxen und Banken in der ganzen Gemeinde ausgelegt. Unterschreiben für eine neue Sauna dürfen jedoch nur EU-Bürger, die mindestens 16 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten wohnhaft in Kirchlengern sind. „Es ist den Bürgern frei gestellt, ein Bürgerbegehren zu beantragen", sagt Bürgermeister Rüdiger Meier. Doch wann ist ein solches überhaupt erfolgreich? Ein Begehren muss laut Gemeindeverordnung von neun Prozent der wahlberechtigten Bürger unterzeichnet werden. Das bedeutet: In Kirchlengern müssten knapp 1.200 Einwohner ihre Unterschrift geben. „In diesem Fall muss sich der Rat wieder mit dem Thema beschäftigen", so Meier. Entspreche der Gemeinderat dem Bürgerbegehren nicht, müsse innerhalb von drei Monat ein Bürgerentscheid durchgeführt werden. Hierbei kann jeder wahlberechtigte Kirchlengeraner über die Frage mit Ja oder Nein abstimmen. In diesem Fall hätte die Bevölkerung über das Schicksal der Sauna im Aqua Fun das letzte Wort. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Martina Stade ist motiviert, will notfalls von Tür zu Tür ziehen, um die nötigen Unterschriften zu sammeln. Auch beim Verkaufsoffenen Sonntag „Es wird grün...Kirchlengern mobil!" am 10. März will sie auf ihr Anliegen aufmerksam machen.

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