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Entscheidung steht bevor: Ein Nebau des Aqua Funs in Kirchlengern wäre teuer. Deshalb hofft die Gemeinde auf Fördermittel - © Dieter Schnase
Entscheidung steht bevor: Ein Nebau des Aqua Funs in Kirchlengern wäre teuer. Deshalb hofft die Gemeinde auf Fördermittel | © Dieter Schnase

Kirchlengern Gemeinde hofft auf Fördermittel fürs Aqua Fun

Aqua Fun: Die Gemeindeverwaltung stellt Anträge auf Förderung. Der Blick geht auch nach Höxter: Dort wurde ein vergleichbarer Hallenbad-Neubau vom Bund bezuschusst

Niklas Krämer
14.02.2019 | Stand 14.02.2019, 10:44 Uhr

Kirchlengern. Diese Entscheidung wollen sich alle Fraktionen gut überlegt haben. Immerhin wird es sich um die größte Investition der vergangenen Jahrzehnte handeln, die die Gemeinde Kirchlengern tätigen könnte: Über den Neubau des Freizeitbads Aqua Fun wird weiterhin fraktionsübergreifend diskutiert. Das findet Bürgermeister Rüdiger Meier in Ordnung: "Das Bemühen aller Seiten zu vernünftigen Entschlüssen zu kommen, ist sichtbar." Bei solchen Großprojekt wird auch immer die Möglichkeit einer Förderung ausgelotst. Das hat auch die Gemeindeverwaltung schon getan - und entsprechende Anträge gestellt, um die Investitionskosten womöglich senken zu können. Bundesförderung wäre eine Möglichkeit So gibt es die Möglichkeit der Bundesförderung. Von dem Programm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit profitierte schon die Stadt Höxter: Dort wurde der Neubau des Hallenbads mit vier Millionen Euro gefördert. "Und deren Neubau hatte vergleichbare Module wie wir sie in Kirchlengern für das Aqua Fun planen", sagt Meier. Die Kosten in Höxter für den Hallenbadbau belaufen sich auf knapp 10 Millionen Euro. Die Gemeindeverwaltung habe einen Antrag für dieses Förderprogramm gestellt.  Ob Kirchlengern dabei Erfolg hat, ist derzeit noch unklar. "Das hängt auch damit zusammen, wie viel Geld zur Verfügung steht", so Meier. Auch für das Programm "Dorferneuerung" der Bezirksregierung Detmold sei der Antrag erneut gestellt worden, nachdem es 2018 nicht mit einer Förderung geklappt hatte. Isek-Förderung ist Thema Außerdem seien Fördergelder aus dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (Isek) möglich. Dabei gehe es eigentlich um städtebauliche Maßnahmen, und nicht um die Sportförderung. Jedoch gehöre das Aqua Fun zum Stadtumbaugebiet von Kirchlengern, was für eine etwaige Förderung notwendig sei. Die Gemeindeverwaltung prüfe stetig die Bedingungen für eine Isek-Förderung. Bislang ist laut Meiers Einschätzung noch kein Bad gefördert worden. Dennoch will die Gemeinde einen Antrag bei der Bezirksregierung stellen. Dieser muss jedoch bis spätestens 28. Februar eingereicht werden, um eine theoretische Chance zu haben. Voraussetzung dafür sei aber ein Beschluss des Rats im Hinblick auf einen Neubau. Eine Entscheidung soll nun bei der Sonderratssitzung am Montag, 18. Februar, 19 Uhr fallen. Das war eigentlich schon für die Ratssitzung am 7. Februar angedacht. Doch alle Fraktionen sprachen sich, wie berichtet, einstimmig dafür aus, das Thema zu vertagen. Im Hintergrund laufen momentan parteiübergreifende Gespräche über das Großprojekt. "Wir tauschen uns intensiv aus und überlegen gemeinsam", sagt Detlef Kaase, CDU-Fraktionsvorsitzender. Eine Entscheidung zu dem Millionenprojekt müsse von einer breiten Mehrheit getragen werden. Direktes Gespräch mit dem Architekten Da die voraussichtliche Investitionssumme und der jährliche Zuschussbedarf nach derzeitiger Berechnung die von den Ratsmitgliedern anvisierten Grenzen überschreitet, habe eine Delegation das direkte Gespräch mit dem Architekten gesucht. Ein weiteres Gespräch führte die Delegation mit Kim Adam, die die Grundlagen für die Betriebskosten ermittelt hatte. Den interfraktionellen Austausch bestätigt auch Oliver Lüking. "Wir wollen fraktionsübergreifend Lösungen finden, und beispielsweise Module weglassen", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. "Die Planung für die große Lösung ist gut, aber schlichtweg zu teuer", sagt Lüking.

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