Stau am Bahnübergang Kirchlengern: Die Bahnunterführung soll dafür sorgen, dass solche Bilder bald der Vergangenheit angehören. Die Planungen für das Großprojekt sind jedoch aufwendig und komplex. - © Foto: Gerald Dunkel
Stau am Bahnübergang Kirchlengern: Die Bahnunterführung soll dafür sorgen, dass solche Bilder bald der Vergangenheit angehören. Die Planungen für das Großprojekt sind jedoch aufwendig und komplex. | © Foto: Gerald Dunkel

Kirchlengern Planung für Bahnunterführung dauert an

Bahnunterführung: Weiterhin können die Verantwortlichen nicht prognostizieren, wann der Baubeginn auf der Lübbecker Straße erfolgen wird. Der Grund: Es gibt zu viele Faktoren, die nicht zu beeinflussen sind

Kirchlengern. Eines Tages wird sie kommen, die Bahnunterführung an der Lübbecker Straße. Das steht außer Frage. Ein beauftragtes Ingenieurbüro arbeitet derzeit am Entwurf. Doch wann die Kirchlengeraner nicht mehr vor geschlossenen Bahnschranken auf der Lübbecker Straße warten müssen, das will Sven Johanning, Sprecher vom Landesbetrieb Straßen NRW, noch nicht prognostizieren. Zu groß seien die Unsicherheiten bei solch einem aufwendigen Großprojekt. Mit Straßen NRW, der Deutschen Bahn und der Gemeinde Kirchlengern gibt es drei Hauptbeteiligte. Und mit diesen drei Akteuren müssten die einzelnen Schritte abgestimmt werden. Denn es schneiden sich Straßen- und Zugverkehr. "Mit der Bahn muss zum Beispiel abgesprochen werden, in welchen Zeiten wir überhaupt bauen können", erklärt Johanning auf Anfrage der NW. Er erinnert dabei an den Brückenbau am Schäferweg in Rödinghausen: Dort musste zwischenzeitlich für mehrere Stunden der Zugverkehr komplett eingestellt werden, als die neue Brücke Gestalt annahm. Am 4. Dezember gab es zuletzt ein Gespräch zwischen der Gemeinde Kirchlengern und Straßen NRW, um sich über die bisherige Entwurfsplanung auszutauschen. Ist der Entwurf fertiggestellt, wird dieser der Bezirksregierung Detmold vorgelegt. Dann wird ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren, also ein Genehmigungsverfahren, in die Wege geleitet. Meier: "Liegt nicht in der Hand der Gemeinde" Laut Bürgermeister Rüdiger Meier ist es das ursprüngliche Ziel, das Planfeststellungsverfahren in diesem Jahr einzuleiten und bestenfalls abzuschließen. "Doch das liegt nicht in der Hand der Gemeinde", schränkt Meier ein. Es handele sich um eine hochkomplexe Planung. "Und es gilt: Sorgfalt vor sinnloser Geschwindigkeit." Sven Johanning geht eher vom Jahr 2020 aus, was besagtes Verfahren angeht: "Das hängt von vielen Faktoren ab." Vielleicht würde es auch noch in diesem Jahr klappen, aber er gehe mit einer Prognose bei dieser komplexen Planung lieber auf Nummer sicher. Das hänge auch mit der Planfeststellungsbehörde, also der Bezirksregierung Detmold, zusammen. "In der zuständigen Abteilung muss es kapazitätsmäßig passen", meint Johanning. Betroffene können Einwände einreichen Wird das Verfahren eingeleitet, werden die konkreten Planungsunterlagen öffentlich ausgelegt. Sie können eingesehen werden. Betroffene können Einwände einreichen, Bürger Wünsche äußern. Es folgt ein Erörterungstermin bei der Planfeststellungsbehörde. "Es wird überprüft, ob man den Einwendungen folgen kann oder nicht", sagt Johanning. Wie lange das Planfeststellungsverfahren dauert, hänge von der Größe und den jeweiligen Eingriffen bzw. Einwendungen ab. Am Ende folgt der Planfeststellungsbeschluss, sozusagen die "Baugenehmigung" für das Vorhaben. "Der Beschluss kann aber wiederum beklagt werden", erklärt Johanning. Wird Klage eingereicht, würde sich der Baubeginn weiter nach hinten verzögern. Die Trasse für die Bahnunterführung wurde bereits festgelegt: Der Gemeinderat hatte sich in seiner Sitzung im Dezember 2017 für die Variante 3a ausgesprochen. Die Grünfläche vor dem Teppichhaus Homburg, die für die Trasse benötigt wird, ist laut Bürgermeister Rüdiger Meier bereits im Besitz der Gemeinde. "Weiterer Grunderwerb ist noch im Randbereich notwendig", sagt Meier. Doch er zeigt sich optimistisch, dass dafür Lösungen gefunden werden können. Die Bahnunterführung soll zwischen elf und zwölf Millionen Euro kosten. Im Moment gilt für die Autofahrer auf der Lübbecker Straße aber: Sie müssen sich noch eine Weile gedulden. Im doppelten Sinne.

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