Stereowerk mit weiblicher Unterstützung: Nils Peitzmeier (vorne, v.l.) Jessica Haseley und Jonas Kliegel sowie Lars und Jan Kallabis (hinten, v.l.) und Christian Stüwe. Fotos: Myriam Domke-Feiner|| - © Myriam Domke-Feiner
Stereowerk mit weiblicher Unterstützung: Nils Peitzmeier (vorne, v.l.) Jessica Haseley und Jonas Kliegel sowie Lars und Jan Kallabis (hinten, v.l.) und Christian Stüwe. Fotos: Myriam Domke-Feiner|| | © Myriam Domke-Feiner

Kirchlengern Erstes Konzert nach fünf Jahren

Band "Stereowerk": Die fünf ehemaligen Musikschüler aus Kirchlengern spielen eigenen Deutsch-Pop und Coversongs. Und das ambitioniert und gekonnt

Myriam Domke-Feiner

Kirchlengern. Die fünf Mitglieder der Band "Stereowerk" haben allesamt ihre ersten musikalischen Schritte in der Musikschule Kirchlengern gemacht. Als Oberstufenschüler gründeten sie dann eine Band und präsentierten sich auf öffentlichen Bühnen. Nach dem Abitur verteilten sich die jungen Männer auf das gesamte Bundesgebiet und Österreich. Fünf Jahre Auftrittsabstinenz lagen nun am Samstagabend hinter den Kirchlengerner Jungs, die inzwischen zu Mittzwanzigern geworden sind. Das Konzert im Pyramidensaal der Musikschule stattfinden zu lassen, war logisch. Sie luden dazu ihre früheren Wegbegleiter und Fans ein.Von der langen Auftrittspause war schon nach den ersten Minuten des Konzerts wenig zu spüren. Wie es sich für eine echte "Boygroup" gehört, erfüllte jeder der fünf Protagonisten eine Rolle, die ihm auf den Leib geschrieben schien: allen voran "Sunnyboy" Nils Peitzmeier, der seinerzeit gefühlt für jede "Verflossene" ein Liebeslied getextet hat. Songs von "Pur" und den "Ärzten" im Gepäck "Stereowerk" präsentierte diese Lieder mit einem äußerst charmanten Augenzwinkern in der Liedreihe "Sternschnuppe". Peitzmeiers Gitarrenspiel sowie eine für Popmusik prädestinierte Stimmlage boten dem Publikum erfrischende Unterhaltung. Neben den deutschsprachigen Eigenkompositionen kam diese Kompetenz auch den gecoverten Songs von "Pur" und den "Ärzten" zugute. Der zweite Stereowerk-Sänger Lars Kallabis erweiterte die Stimmfacette um tiefere Stimmlagen. Lieder, die einen sonoren, satten Klang erforderten wurden von dem Stimmtalent Kallabis intuitiv in Gefühl verwandelt. Mit äußerlich lässiger Attitüde gab er Liedern wie Maffays "Nessaja" das passende Gefühlsgewand. Vor allem im Zusammenspiel beider Gesangsstimmen zeigte sich die Ausdrucksweise der Band. Komplettiert wurde das Pop-Quintett durch den Bassisten Jonas Kliegel, der neben gesanglicher Unterstützung auch einen Großteil der Moderation übernahm. Wortwitz und kleine Spitzen, wie es typisch für langjährige Männerfreundschaften ist, ließen das zweieinhalbstündige Konzert kurzweilig erscheinen. An Gitarre und zahlreichen Klanginstrumenten rundete Jan Kallabis den Sound harmonisch ab. Weibliche Unterstützung bei zwei Liedern Besondere Momente bescherte Christian Stüwe dem Publikum am Flügel. "Ich spiele sonst gar nicht Flügel, sondern Keyboard", gestand der Student leicht verlegen. Das Ergebnis konnte sich dennoch hören lassen. Vor allem die selbst komponierten Instrumentalstücke zeigten ein beachtliches Niveau - besteht "Stereowerk" doch allesamt aus Hobbymusiker, die durch Studium wenig Zeit zum Proben haben. Weibliche Unterstützung für zwei Songs holte sich die Band durch die 16-jährige Sängerin Jessica Haseley, deren moderne, kristallklare Stimme das Publikum sichtlich begeisterte. Das Konzert mit dem Titel "Zwischen Niveau und Wahnsinn" zeigte sich gleichermaßen ambitioniert wie gekonnt.

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