Die Vorfreude ist groß: Erika Nauhart (offene Jugendarbeit, v.l.), Daniel Manns (Regisseur) und Philipp Murday (Kino Lichtblick) freuen sich auf den Film "Zwischen Sommer und Herbst", der bald erstmalig in Kirchlengern gezeigt wird. - © Foto: Niklas Krämer||
Die Vorfreude ist groß: Erika Nauhart (offene Jugendarbeit, v.l.), Daniel Manns (Regisseur) und Philipp Murday (Kino Lichtblick) freuen sich auf den Film "Zwischen Sommer und Herbst", der bald erstmalig in Kirchlengern gezeigt wird. | © Foto: Niklas Krämer||

Kirchlengern Ein Film voller komplexer Gefühle

Kino Lichtblick: "Zwischen Sommer und Herbst" erzählt von einer komplizierten Liebesgeschichte. Auch Jugendliche aus Kirchlengern wirken als Komparsen mit

Niklas Krämer

Kirchlengern. Viele Liebesfilme erfüllen klassische Klischees: Zwei Menschen verlieben sich, zwischenzeitlich entstehen Komplikationen und es kommt zum Streit. Doch dann gibt es einen Kuss. Ende gut, alles gut. "Doch das hat oft wenig mit der Realität zu tun", sagt Daniel Manns. Der Regisseur und Drehbuchautor wollte eine authentische Geschichte über das Erwachsenwerden und die erste große Liebe drehen. Sein Film "Zwischen Sommer und Herbst" ist jetzt im kommunalen Kino Lichtblick zu sehen. Am Sonntag, 9. September, sowie am 10. und 11. September wird der Streifen, der seine Premiere auf den Internationalen Hofer Filmtagen im Oktober feierte, in Kirchlengern gezeigt. Am ersten Vorstellungstag geht es bereits um 19 Uhr los, sonst um 20 Uhr. Regisseur Manns wird am Sonntag selbst vor Ort sein und sich mit den Besuchern über seinen Film austauschen. "Wir eröffnen unsere Herbstsaison mit solch einem Knaller", sagt Philipp Murday vom kommunalen Kino Lichtblick. Erika Nauhart von der Offenen Jugendarbeit stimmt ihm zu: "Das ist für uns eine riesen Sache." Für Manns selbst ist das Lichtblick weit mehr als irgendein beliebiges Kino. "Eine Herzensangelegenheit", sagt der 41-Jährige, der aus Borgholzhausen kommt. "Wenn wir den Film hier nicht zeigen würden, würde etwas fehlen." In Kirchlengern habe er selbst schon den einen oder anderen Streifen gesehen. Zudem habe er als Medienpädagoge diverse Projekte mit Kindern und Jugendlichen gemacht. Immer dabei: die Kamera. Durch diese Projekte sei auch der Kontakt zu Erika Nauhart entstanden. Eigener Spielfilm war immer schon ein Wunsch Eigentlich verdient Manns sein Geld mit der Produktion von Musikvideos, Dokumentar- und Imagefilmen. "Doch mein Wunsch war es immer, einen eigenen Spielfilm zu drehen", erklärt Manns. Den hat er mit "Zwischen Sommer und Herbst" in die Tat umgesetzt. Das Drehbuch hatte er bereits 2010 fertiggestellt. Im Vordergrund stehen die Gefühlszustände der Protagonisten. "Was passiert, wenn man sich verliebt? Was erwartet man von sich selbst und dem anderen?", zählt Manns typische Gedankengänge auf. "Der Film soll stark auf diese Gefühlsebene gehen." Zum eigentlichen Dreh kam es dann erst ein paar Jahr später. Schauspieler und sonstige Crew-Mitglieder hätten aus "Liebe zum Projekt" unentgeltlich mitgewirkt. Bei dem Film handelt es sich um eine sogenannte No-Budget-Produktion, also ein Spielfilm, der mit geringen Kosten realisiert wurde. Als Komparsen wirken auch Jugendliche aus Kirchlengern mit. Sie spielen in einer Szene, in der eine Hausparty stattfindet, mit. "Ich kannte die Jugendlichen aus einem vorherigen Medienprojekt in Kirchlengern", erklärt Manns. Premiere in Hof Gedreht wurde hauptsächlich in Bielefeld und Ostwestfalen. "Das eine oder andere erkennt man wieder", sagt Manns. Auch Landschaftsbilder aus dem Bünder Land - als Zwischensequenz - sind enthalten. Die Postproduktion, also der Schnitt und das Einspielen von Musik, dauerte dann wieder mehrere Jahre. "Das haben Leute neben ihren eigentlichen Jobs gemacht." Im Sommer 2017 feierte der Film auf den Internationalen Hofer Filmtagen seine Premiere. Dieses Jahr kam er in die Kinos. "Wir haben alle schon mal geküsst - und das war eben nicht das Ende des Films", sagt der Regisseur und macht damit deutlich: Auf dieses Klischee werden die Zuschauer verzichten müssen.

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