Ein großes Geschenk: Mädchen des Dorfes Khon Kuen in Nordlaos mit zwei neuen Wasserfiltern. FOTOS: CHRISTIAN PRIES|| - © Christian Pries
Ein großes Geschenk: Mädchen des Dorfes Khon Kuen in Nordlaos mit zwei neuen Wasserfiltern. FOTOS: CHRISTIAN PRIES|| | © Christian Pries

Kuala Lumpur/Kirchlengern NW-Leser spenden für sauberes Wasser in Laos

Christian Pries aus Kirchlengern ist in zehn Monaten von China nach Neuseeland gefahren. Von seiner Reise berichtet er exklusiv für die NW

Christian Pries

Kuala Lumpur/Kirchlengern. Der Spendenaufruf endete für den Verein "Die Bambusschule - Helfen in Laos", der sich für sauberes Trinkwasser für die Menschen auf dem Land in Laos einsetzt, im November. Bodo Peters, der Vorsitzende der Bambusschule, reiste anschließend nach Laos, um die Wasserfilter, die unter anderem mit Hilfe der Spendengelder der NW-Leser angeschafft werden konnten, zu verteilen. 2.045 Euro wurden gespendet, 138 Wasserfilter konnte die Bambusschule dafür in dem Dorf Khon Kuen verteilen. Das ist die bislang größte Zahl für ein Dorf! Natürlich gab es für die Familien auch eine genaue Einweisung in Gebrauch und Pflege der Filter. Außerdem wurde überprüft, ob jeder einen Holzständer für seinen Filter gebaut hat. Dies ist eine der Regeln der Bambusschule: Keine Eigenleistung - kein Filter! Dass alle Familien einen solchen Ständer vorweisen konnten zeigt, wie sehr sie die Filter benötigen und wertschätzen. Zurück zu unserer Reise: In Malaysia betreten wir das erste Land unserer Reise, das größtenteils islamisch geprägt ist. Die ersten Gespräche mit den Beamten drehen sich allerdings um eine ganz andere "Weltreligion". Der Schwatz über diverse deutsche Fußballikonen sorgt für einen unverkrampften und humorvollen Grenzübergang. Die landschaftlichen Reize, die uns dann aber entlang der Westküste erwarten, halten sich in Grenzen. Die Traumstrände dieses Landes liegen woanders. Dank Saunaklima immer schweißgebadet Wir bekommen viel Beton und ab und zu auch unerwartet bezaubernd schöne Städte wie George Town zu Gesicht. Der große Reiz dieses Landes geht für uns aber von den Menschen aus. Der Kulturmix aus Malaien, Chinesen, Indern und indigenen Volksgruppen prägt ein kunterbuntes und friedliches Miteinander. Eine abwechslungsreiche und tolle Küche inklusive. Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht von herzlichen Menschen eingeladen werden. Exemplarisch dafür steht David: In dem kleinen Ort Nibong Tebal schicken uns Einheimische zu ihm. Er bietet uns ein Zimmer in seiner kleinen, bescheidenen Wohnung an. Wir sind nicht die Ersten. Rund 500 Radler sind bereits in den Genuss seiner Gastfreundschaft gekommen. Unzählige Erinnerungsbilder zeugen davon. Beim abendlichen Bier auf dem lebhaften Dorfplatz erzählt er stolz, dass er selber schon einige Male mit dem Rad in Übersee unterwegs war. In Deutschland sogar schon zweimal. Im Eiltempo geht es, dank des Saunaklimas immer schweißgebadet, in die Hauptstadt Kuala Lumpur. Dort wohnen wir bei Hong. Er pflegt einen echten Megacity-Lifestyle, der für mich als "Junge vom Land" reichlich extravagant wirkt. Sämtliche Mahlzeiten werden auswärts eingenommen, die Küche daheim ist quasi funktionslos. Wer nun glaubt, Hong geht dafür um die Ecke in eins der zahlreichen Restaurants, der irrt. Per Auto geht es kreuz und quer durch die Acht-Millionen-Metropole, die berühmten Petronas-Towers immer im Blick. Rein finanziell gesehen ist dieser Aufwand aber sogar vertretbar. Die Restaurants, die wir besuchen, servieren exzellentes Essen zu Preisen, zu denen man zu Hause kaum kochen könnte. Trotzdem, ich bleibe dann doch lieber ein rückständiger "Dörfler".

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