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Eingespieltes Team: In der Hagedorner Kirche lesen Hans-Gerhard Busse und Petra Rullkötter aus dem Roman „Das graue Tuch und 10 Prozent Weiß – ein Damenroman“ von Paul Scheerbart in Anlehnung an die Marta-Ausstellung „Der fremde Raum“. - © Foto: Reiz
Eingespieltes Team: In der Hagedorner Kirche lesen Hans-Gerhard Busse und Petra Rullkötter aus dem Roman „Das graue Tuch und 10 Prozent Weiß – ein Damenroman“ von Paul Scheerbart in Anlehnung an die Marta-Ausstellung „Der fremde Raum“. | © Foto: Reiz

Kirchlengern Musik und Literatur gekonnt verwoben

Kultur offensiv: Verein lädt zu einer Lesung mit musikalischer Unterstützung

24.01.2017 | Stand 23.01.2017, 18:10 Uhr

Kirchlengern. „Der fremde Raum“ heißt die Ausstellung, die man zurzeit im Marta Museum in Herford besuchen kann. Passend dazu lasen Petra Rullkötter und Hans-Gerhard Busse in der Kirche Hagedorn aus dem Roman „Das graue Tuch und 10 Prozent weiß – ein Damenroman“ von Paul Scheerbart. Musikalisch begleitet wurden sie dabei von Benjamin Gruchow, Organist in Hasbergen. Dieser spielte Jazz auf der Orgel und experimentelle Musik auf dem E-Piano. Etwa zwei Stunden dauerte die Lesung in der Kirche Hagedorn. Organisiert wurde sie durch den Verein Kultur offensiv aus Kirchlengern. Zufällig trafen sich Astrid Neuhäuser, die Vorsitzende des Vereins, und Hans-Gerhard Busse im Marta Museum, als beide sich dort privat die Ausstellung anschauten. Es entwickelte sich die Idee einer gemeinsamen Veranstaltung in Anlehnung an die Ausstellung. Und geboren war die Lesung in der Hagedorner Kirche. Busse holte Petra Rullkötter ins Boot, mit der er schon öfter gemeinsame Lesungen veranstaltet hatte. Knapp 50 Leute kamen, um den Worten Busses und Rullkötters zu lauschen. Mit Kerzen wurde das romantische Ambiente in der Kirche passend zur Romanlesung unterstützt. Der Roman von Paul Scheerbart sollte ursprünglich ein Sachbuch anstatt eines Romans sein. „Der Autor wollte eine Vision schaffen von Gebäuden, die nur aus Glas bestehen und mit viel Lichteinfluss. Sein Verleger wollte jedoch, dass er das Buch zu einem Roman umschreibt“, sagt Michael Busolt, Vorsitzender von Kultur offensiv. Das Buch gelte als Vorläufer der Moderne, so Busolt. In der aktuellen Ausstellung des Herforder Martas zeigen acht Künstler aus sieben Ländern, zu welcher Gestaltung die außergewöhnliche Architektur des Museums mit ihren vielen Kurven und Schwingungen inspirieren kann. „Wuchernde Formen bedecken parasitengleich die Wände, Materialberge docken wie Raumschiffe an, Farben erobern explosionsartig die Oberflächen“, beschreibt der Kirchlengeraner Verein die Ausstellung.

realisiert durch evolver group