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Die Köpfe der Veranstaltung: Organist Benjamin Gruchow (v. l.), Hans-Gerd Busse, Astrid Neuhäuser, Michael Busolt und Petra Rullkötter. - © Björn Kenter
Die Köpfe der Veranstaltung: Organist Benjamin Gruchow (v. l.), Hans-Gerd Busse, Astrid Neuhäuser, Michael Busolt und Petra Rullkötter. | © Björn Kenter

Kirchlengern Zusammenspiel von Literatur und Musik

Vertonte Architektur: Verein "Kultur offensiv" lädt am kommenden Sonntag zu einer Lesung der besonderen Art in die Kirche in Hagedorn ein

Björn Kenter
17.01.2017 | Stand 16.01.2017, 20:20 Uhr

Kirchlengern. Zu einer außergewöhnlichen Lesung lädt am kommenden Sonntag, 22. Januar, ab 17 Uhr der Verein "Kultur offensiv" in die Kirche im Ortsteil Hagedorn ein. Hans-Gerhard Busse und Petra Rullkötter werden dann Auszüge aus dem 1914 erschienenen Roman "Das graue Tuch und zehn Prozent Weiß" von Paul Scheerbart vorlesen. Für die musikalische Begleitung sorgt der Organist Benjamin Gruchow. Ein Besuch der Ausstellung "Der fremde Raum" im Herforder Museum Marta vor einigen Wochen war der Ausgangspunkt für Busse und Astrid Neuhäuser, Vorsitzende von Kultur offensiv, ein gemeinsames Projekt zu veranstalten. "Ich hatte bereits im Zusammenhang mit der Ausstellung verschiedene Projekte in der Bücherei für Kinder organisiert. Die Lesung hier ist jetzt sozusagen etwas für große Kinder", erläutert Busse. "Der Romanautor Paul Scheerbart war ein großer Bewunderer der Glasarchitektur, hatte für das Buch jedoch zunächst keinen Verleger gefunden. Erst als er eine Liebesgeschichte einbaute, konnte der Roman veröffentlicht werden", so Busse weiter. Scheerbart hatte eine Vision von einer Zukunft, in der überall Glasarchitektur zu finden ist und die Menschen sich mit Luftschiffen in einer veränderten Landschaft fortbewegen. Auch in der Ausstellung im Herforder Museum spielt Musik in Verbindung mit Architektur eine Rolle. "Der Künstler Stefan Eberstadt hat dort eine Tonwand gebaut, an der Architektur auf Musik übertragen werden kann", ergänzt Busse. Astrid Neuhäuser stellte den Kontakt zu Benjamin Gruchow her, der die Lesung musikalisch untermalen wird, dabei aber kein festgelegtes, starres Programm im Gepäck hat. "Ich bin ein großer Anhänger der freien Improvisation und lasse mich vom Text inspirieren, das wird sehr frei und spontan geschehen", verriet Gruchow. Für Astrid Neuhäuser ist die Hagedorner Kirche ein idealer Ort für die Lesung. "Das Gebäude mit den vielen bunten Glasfenstern passt von der Atmosphäre her perfekt zum Thema", so Neuhäuser, die seit dem vergangenen Jahr gemeinsam mit Michael Busolt den Vorsitz bei Kultur offensiv übernommen hat. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei, eine Spende am Ausgang ist jedoch erwünscht. In der Pause bietet Kultur offensiv einen kleinen Imbiss an.

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