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Ein fröhlicher Abschied, aber mit einem weinenden Auge: So mögen die Kinder ihre scherzende Pastorin, die jahrelang in Kirchlengern gearbeitet hat. Demnächst wird sie in Herford tätig sein. - © Myriam Domke-Feiner
Ein fröhlicher Abschied, aber mit einem weinenden Auge: So mögen die Kinder ihre scherzende Pastorin, die jahrelang in Kirchlengern gearbeitet hat. Demnächst wird sie in Herford tätig sein. | © Myriam Domke-Feiner

Kirchlengern Pfarrerin verlässt Kirchlengern

Pastorin Eva Maria Schnarre geht nach Herford

Myriam Domke-Feiner
16.02.2016 | Stand 15.02.2016, 20:14 Uhr |

Kirchlengern. Das Gemeindehaus war Sonntagmittag so voll wie lange nicht. Zwischen den besetzten Tischen standen viele Gemeindemitglieder, die sich von Pastorin Eva Maria Schnarre verabschieden wollten. Von der Bühne wurden jede Menge gute Wünsche ausgesprochen – in Form von Reden, Liedern, Spielen und mit Geschenken. Eines kam dabei immer wieder zur Sprache: Die etwas unkonventionelle Art der engagierten und selbstbewussten Theologin. Am plakativsten auf so manchem Foto während der Diashow, die Stationen der vergangenen Jahre zeigte. Das erste Foto: Eva Maria Schnarre mit ihrem kleinen Auto, als sie vor fast 20 Jahren nach Kirchlengern kam. Auf anderen Fotos ist sie verkleidet zu sehen – bei den Kinderbibelwochen. Dann wieder tanzend – mit dem Seniorenkreis. Singend – bei den Kinderferienspielen. Oder still sitzend mit den Frauen bei den Kamingesprächen. Und immer ist sie mittendrin. 20 gemeinsame Jahre – da gibt es viele Erinnerungen. Ein Foto zeigt die Theologin auf einem monströs wirkenden Mähdrescher – zum Erntedank. Am Seniorentisch kommentiert eine ältere Dame das voller Anerkennung: „Die war sich vor nichts bange." Ihr Gegenüber: „So eine kriegen wir so schnell nicht wieder." Aber der Abschied war nicht durch Trübsal gezeichnet. Es gab Momente des Lachens, rührende Abschiedsszenen und kleine Sticheleien in Erinnerung an die auch vorhandenen Kontroversen. Superintendent Michael Krause beschrieb die Pastorin während des Verabschiedungsgottesdienstes am Morgen als „engagierte Seelsorgerin, die vehement nachfragt, wenn etwas nicht ganz klar ist. Und das auch gerne mehrmals". Eva Maria Schnarre begann ihren Dienst im Oktober 1996. Die heute 52-Jährige kann sich noch gut daran erinnern, dass damals der Wunsch an sie herangetragen wurde, sie möge länger bleiben als ihre Vorgänger. Die Zeit davor war durch einen häufigen Pastorenwechsel gekennzeichnet. Diesen Wunsch hat Schnarre mit fast 20 Jahren erfüllt. Das Zusammenbringen von Jung und Alt war immer eines ihrer Ziele. Auch das wurde während der Dia-Rückschau deutlich. Immer wieder war der Ausspruch zu vernehmen: „Ich wusste gar nicht, dass die Pastorin so viele verschiedene Gruppen und Veranstaltungen betreut hat." Das passt zu ihrem Lebensmotto – „alles unter einen Hut bringen". Diese Fähigkeit wird der rührigen Theologin sicherlich auch bei ihren neuen Aufgaben in Herford helfen. Zum einen wird die Pastorin die Emmausgemeinde betreuen, zum anderen wird sie für die Frauenarbeit für den Kirchenkreis im Einsatz sein. Wer ihre Aufgaben zukünftig in Kirchlengern übernimmt, steht noch nicht fest. Ein Nachfolger wird frühestens in einem halben Jahr erwartet.

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