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Abfluss verbessern: Am Markbach in Höhe der Straße Im Obrock wurden Gehölze an der Böschung entfernt. FOTO: DIETER SCHNASE
Abfluss verbessern: Am Markbach in Höhe der Straße Im Obrock wurden Gehölze an der Böschung entfernt. FOTO: DIETER SCHNASE

Kirchlengern Der Markbach soll nach dem Hochwasser gezähmt werden

Gemeinde zieht nach Unwetter vom Juli Konsequenzen / Anwohnern gehen Maßnahmen nicht weit genug

VON DIETER SCHNASE
26.09.2014 | Stand 26.09.2014, 18:28 Uhr

Kirchlengern. Auch knapp zwei Monate nach dem großen Regen sind noch etliche Anwohner Im Obrock damit beschäftigt, die Schäden in ihren Kellern zu beseitigen. Am Mittwoch saßen die Betroffenen mit Bürgermeister Rüdiger Meier und Karl-Heinz Saße, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, noch einmal zusammen, um über weitere Schritte zu beraten, wie man solchen Ereignissen künftig besser begegnen kann.

Die Straße Im Obrock war wie berichtet besonders stark von dem Unwetter am 29./30. Juli betroffen. 95 Liter Regen pro Quadratmeter prasselten in wenigen Stunden vom Himmel, was dazu führte, dass der Markbach wie nie zuvor über die Ufer trat und Grundstücke sowie Keller überflutete. "Wir wollen versuchen, die Dinge zu optimieren.

Eine 100-prozentige Sicherheit wird aber nicht möglich sein", schränkte Karl-Heinz Saße gestern im Gespräch mit der NW allzu große Erwartungen ein. Um den Markbach zu zähmen, sind von der Gemeinde beauftragte Arbeitskräfte damit beschäftigt, das Bachbett zu verbreitern und so die Abflussmöglichkeiten zu verbessern. Auch einige Gehölze an den Böschungen im unteren Bereich des Baches wurden im Zuge der Gewässerunterhaltungspflicht der Gemeinde gefällt. "Die Maßnahmen bieten sofort Vorteile", so Saße. Ein etwa 50 Zentimeter hoher Deich entlang des Baches im Bereich Obrock soll zudem die Situation verbessern. "Die Anwohner sind damit einverstanden und stellen ihre Grundstücke dafür zur Verfügung."

Überlegungen würden aber auch für Maßnahmen im oberen Verlauf des Baches angestellt. Was hier sinnvoll ist, soll ein externes Büro prüfen. Wie Karl-Heinz Saße erläuterte, gehe es vor allem darum, Retentionsräume zu schaffen, in denen das Wasser im Oberlauf zurückgehalten werde und so geordneter abfließen könne. Wie Bürgermeister Rüdiger Meier dem Planungsausschuss berichtete, müsse dafür noch ein Planungsauftrag vergeben werden. Das alles werde Geld kosten, sei aber zwingend notwendig. "Mit einem drei- oder vierstelligen Betrag ist es nicht getan", ist sich Meier sicher.

Der Starkregen hatte auch das große Schwimmbecken im Aqua Fun überflutet und technische Einrichtungen im Bad beschädigt. "Wir sind hier noch mit einem blauen Auge davongekommen", sagt Karl-Heinz Saße. Der Freibadebetrieb musste aber bereits im August bei sommerlichen Temperaturen beendet werden. Die Geräte konnten repariert werden, das Hallenbad ist wieder geöffnet. Die für Oktober geplanten Revisionsarbeiten seien vorgezogen worden. "Das Aqua Fun bleibt jetzt deshalb durchgehend geöffnet." Die große Sanierung steht indes noch an.

Den Anwohnern Im Obrock gehen die geplanten Maßnahmen am Markbach nicht weit genug, wie Margit Becker, eine der Betroffenen, bestätigte. "Das ist alles schön und gut. Die Ursache wird damit aber nicht beseitigt." Wie sie glauben auch andere Anlieger, dass nur eine Vergrößerung des Durchlasses unter der Straße Im Obrock eine Lösung der Probleme bringen würde. Dafür sei derzeit kein Geld da, habe man den Anwohnern gesagt.

Karl-Heinz Saße erklärte, die bestehenden Maße würden aus Sicht der Gemeinde den Anforderungen entsprechen. Erst wenn die anderen Maßnahmen umgesetzt seien, könne man sehen, welche Auswirkungen das auf den Durchlass habe. Gleichwohl werde das Fachbüro auch diese Frage genau prüfen.

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