Polizistin Jennifer Landwehrmeyer erklärt den Kindern, wie sie sicher über die Straße kommen. - © Alexander Jenniches
Polizistin Jennifer Landwehrmeyer erklärt den Kindern, wie sie sicher über die Straße kommen. | © Alexander Jenniches

Hiddenhausen Für sichere Schulwege und gegen Elterntaxis

Die kleinen Besucher der Kita „Rappelkiste“ sollen sicher dort ankommen und ihre Eltern Chaos vermeiden. Eine Verkehrspolizistin erklärt, wie das geht

Alexander Jenniches
17.05.2019 | Stand 17.05.2019, 15:01 Uhr

Hiddenhausen. Vor Kitas und Schulen ist in den Morgenstunden und zu den Abholzeiten immer eine Menge los. Vor manchen Einrichtungen herrscht blankes Chaos, weil viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto direkt vor den Eingang bringen und auch dort wieder abholen. Um das Durcheinander zu entzerren und Gefahrenquellen zu vermindern, dafür hat die Kita Rappelkiste am Bonifatiusweg im Ortsteil Hiddenhausen jetzt eine Mobilitätswoche für ihre kleinen Besucher organisiert. Sie beginnt am 20. Mai. Die Kinder lernen dann Gefahren des Straßenverkehrt kennen und bekommen zum Beispiel ihren Weg zur Schule auf großen Karten aufgezeichnet. Jennifer Landwehrmeyer von der Kreispolizeibehörde in Herford hat als Einführung in das Thema jetzt ein Fußgängertraining mit den Kindern durchgeführt. Es basiert auf der gleichen Idee, wie das Konzept der sogenannten "VerkehrszähmerVerkehrszähmer””, ein Programm des Ministeriums für Verkehr im Land Nordrhein-Westfalen. Damit sollen Grundschulkinder so früh wie möglich zu kompetenten Verkehrsteilnehmern werden und Eltern motivert, ihre Kinder nicht mehr so häufig mit dem Auto direkt vor die Schulen zu fahren. Eltern sollen nicht mehr direkt vor die Kitas fahren Die Kita "Rappelkiste” liegt am Bonifatiusweg, eine Sackgasse, die von der Kampstraße abgeht. Trotzdem es keine Durchgangsstraße ist, kommt es manchmal zu gefährlichen Situationen. Als Polizistin Jennifer Landwehrmeyer das Training mit den Kindern beginnt, hören alle gespannt zu: "Wisst Ihr, warum wir heute hier die Straße hinuntergehen?”, fragt sie. Ein Junge antwortet prompt: "Ja! Unsere Eltern sollen an der Kampstraße parken.” Genau das ist die Idee: Dass Eltern ihre Kinder nicht mehr direkt vor die Kita fahren, sondern ihre Autos entlang der nahegelegenen Kampstraße parken und die Kinder dann zu Fuß zu Kita bringen. Landwehrmeyer geht los, und die Kinder folgen ihr. An Parkplätzen vor Häusern hält sie an und sagt: "Hier machen wir einen kleinen Stopp und schauen, ob Motoren laufen oder sich die Fahrzeuge bewegen. Wenn das nicht der Fall ist, gehen wir weiter.” Die Kinder hören genau zu und setzen sich dann langsam wieder in Bewegung. Als alles erklärt ist, rennen die Kinder los Auf dem Gehweg erklärt die Polizistin, dass es dort eine für Kinder sichere und eine unsichere Seite gibt: Die unsichere Seite ist direkt an der Straße und soll gemieden werden, die sichere liegt an einem Grundstück. Die Kinder üben das Überqueren der Straße mit mehrfachem Blick nach Links und Rechts und wechseln dann vom Bonifatiusweg auf den Bürgersteig der Kampstraße. Nach ein paar hundert Metern hält die Gruppe an. Dort befindet sich ein kleiner asphaltierter Fußweg, direkt gegenüber der Eichenstraße: "Hier entlang der Straße können Eure Eltern parken”, sagt Jennifer Landwehrmeyer. "Und wenn Ihr aussteigt, dann bitte auf der Bürgersteigseite. Aber Achtung! Hier ist ein Radweg. Immer ersten gucken, ob ein Radfahrer kommt, und dann gehen wir auf die Bürgersteigseite.” Es geht darum, die Kinder überhaupt für den Straßenverkehr zu sensibilisieren. Denn der eigentliche Weg zur Kita und zurück führt über den Fußgängerweg und am Feld entlang. Als Jennifer Landwehrmeyer alles erklärt hat, und die Kita-Betreuer ihr Einverständnis geben, rennen die Kinder über den sicheren Fußweg zurück zur Kita.

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