Die Künstlerin Anke Käller steht vor ihrem Bild, das den Titel "Chenesische Mauer" trägt. Sie hat es nach einem Besuch der Mauer im vergangen Jahr gemalt. - © Alexaner Jenniches
Die Künstlerin Anke Käller steht vor ihrem Bild, das den Titel "Chenesische Mauer" trägt. Sie hat es nach einem Besuch der Mauer im vergangen Jahr gemalt. | © Alexaner Jenniches

Hiddenhausen Künstlerin Anke Käller zeigt in Hiddenhausen die Schönheit im Verborgenen

Die Künstlerin Anke Käller malt intuitiv. Heraus kommen leuchtende Farbschattierungen und dreidimensionale Strukturen

Die Bilder der Malerin Anke Käller aus Melle-Wellingholzhausen bergen Geheimnisse. Lüften kann sie nur, wer nahe herantritt: Handgeschriebenes in den unteren Schichten, chinesische Schriftzeichen und aufgebrochene Strukturen aus Ton. Anke Käller überlässt dem Betrachter die Interpretation ihrer auf den ersten Blick undurchsichtigen Bilder. Wenn sie ein Werk beginnt, hat sie keine Vorstellung von dem, was herauskommt: "Ich lasse mich treiben, es ist ganz intuitiv. Oft bin ich selbst überrascht von dem, was am Ende auf der Leinwand ist.” Die Bilder sind Collagen aus verschiedenen Materialien. Eine Bleiplatte zum Beispiel, eingerahmt in leuchtendes Rot und braune Asche. Das Motiv heißt schlicht "Tulpe auf Blei”. Was mag es bedeuten, ein Grabschmuck? Anke Käller: "Das kann ich nicht genau sagen. Ich male das, was mir gefällt. Dies spezielle Bild hat keine tiefere Bedeutung.” Eine Chinesische Mauer aus Ästen und Stöckern Die Künstlerin schöpft ihre Inspiration aus Eindrücken, die sie beim Spazierengehen oder auf Reisen sammelt. Wie im vergangenen Jahr, als sie sich die Chinesische Mauer angeschaut hat. Herausgekommen ist ein Bild gleichen Namens. Es hebt sich deutlich von den anderen Werken der Ausstellung ab: Zu sehen ist die Mauer, oben und unten eingerahmt von Blautönen und Weiß. Käller: "Es war ein ziemlich kalter, diesiger Tag dort.” Das zu glauben fällt nicht schwer. Hinter der Nebelwand aus Blau und Weiß steigen Berge empor, deren Gipfel wiederum in einer Wolkenwand verschwinden. Besonders markant jedoch ist die Chinesische Mauer selbst. Anke Käller hat sie aus Ästen und Stöckern auf das Bild geklebt. Die eigentliche Schönheit des Bildes erschließt sich aber erst aus einem seitlichen Betrachtungswinkel. Dann nämlich tritt die dreidimensionale Struktur und Tiefe des Bildes besonders stark hervor. Es verlangt nach eigehender Betrachtung aus nächster Nähe. Die besondere Mischung bringt Leuchtkraft Anke Käller arbeitet mit Lasuren, die sie über viele ihre Bilder zieht. Die Lasur – eine durchsichtige Schicht, die farblos ist oder leicht farbig ist -, schafft ein großes Spektrum. Die Farben erscheinen auf einmal in ungeahnten Schattierungen und Abstufungen. Damit das Ganze noch intensiver glänzt und an Leuchtkraft gewinnt, bedient sie sich einer besonderen Technik: Sie mischt Acrylfarbe mit Leinöl und Farbpigmenten. Die Pigmente steigern die Farbintensität, und das Leinöl bringt den Glanz. Der Effekt lässt sich sehr gut am Motiv "Rot” betrachten. Das Bild ist nur mit dieser einen Farbe gemalt. Wer sich die rund 30 Exponate anschauen möchte, hat ab Freitag, 17. Mai, um 19 Uhr Gelegenheit dazu. Dann eröffnet Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer die Ausstellung von Anke Käller auf der Galerie des Hiddenhauser Rathauses. Der Kunstpädagoge Theo Schäfer gibt eine Einführung in Källers Art der Malerei. Das Trio "Sorellina” sorgt mit Violine, Bratsche und Akkordeon für musikalische Untermalung der Vernissage. Die Ausstellung bleibt bis zum 19. Juni stehen.

realisiert durch evolver group