Experte: Der Professor für Musik, Peter Ausländer, wird die Besucher am Sonntag durch die Ausstellung führen. Hier zeigt er eine historische Geige, deren Korpus aus einem Holzschuh besteht. Das kuriose Instrument lässt sich ebenso ausprobieren wie viele andere Exponate der Ausstellung. - © Alexander Jenniches
Experte: Der Professor für Musik, Peter Ausländer, wird die Besucher am Sonntag durch die Ausstellung führen. Hier zeigt er eine historische Geige, deren Korpus aus einem Holzschuh besteht. Das kuriose Instrument lässt sich ebenso ausprobieren wie viele andere Exponate der Ausstellung. | © Alexander Jenniches

Hiddenhausen Seltenes Handwerk: Einem Geigenbauer über die Schulter schauen

Das Holzhandwerksmuseum zeigt ab Sonntag „Klingende Hölzer“. Die Geschichte eines bekannten Instrumentes mag dabei so manchen Besucher überraschen

Hiddenhausen. Das Holzhandwerksmuseum an der Maschstraße wird in den kommenden Wochen zu einem Erlebnisraum der Klänge. Bis Ende April gibt es dort historische Holzinstrumente zu sehen, anzufassen und auszuprobieren. Zusätzlich lädt der Museumsverein immer donnerstags zu Vorträgen rund um den Instrumentenbau ein. Ein Experte erzählt die Geschichte aller Instrumente Damit die Besucher durch den Wust von Klang- und Tonkörpern finden, hat der Vereinsvorstand eine besondere Autorität engagiert: Peter Ausländer aus Vlotho ist Professor für Musik und kann zu allen Exponaten eine spannende Geschichte erzählen. Zum Beispiel die der Blockflöte. Das vielen Menschen aus der Grundschule bekannte Instrument war lange Zeit aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Peter Ausländer: „Nach der Barockzeit ist die Blockflöte von anderen Instrumenten wie der Querflöte verdrängt worden. Erst in den 1920er Jahren wurde sie wiederentdeckt." Und zwar vom Instrumentenbauer Peter Harlan, der Ende der 40er Jahre die Burg Sternberg im Lipperland pachtete und dort eine umfangreiche Instrumentensammlung anlegte. In der jetzigen Ausstellung sind Stücke aus verschiedenen privaten Sammlungen zu sehen. Einen Geigenbauer bei der Arbeit erleben Wer schon immer mal einem Geigenbauer bei der Arbeit über die Schulter schauen wollte, der hat im Museum auch Gelegenheit dazu. Aaron Aupperle aus Hiddenhausen betreibt dies seltene Handwerk und wird am kommenden Sonntag einige Instrumente weiterbauen, die er momentan in Arbeit hat. Weil die Ausstellung nicht nur spannend für die Augen, sondern vor allem auch etwas zum Anfassen und Erleben sein soll, werden die Besucher gleich am Eingang mit einem Erlebnis konfrontiert, das sich auch erfühlen lässt. Wer möchte, kann nämlich durch eine Art Klangtor gehen. Dabei handelt es sich um mehr als mannshohe Bambusstöcke, die beim Durchschreiten aneinanderschlagen und Töne erzeugen. An der Tür zur Ausstellungsscheune hängt zudem eine Windharfe, die je nach Windstärke verschiedene Klänge von sich gibt. Die Ausstellung „Klingende Hölzer" eröffnet am Sonntag, 17. März, um 14 Uhr und geht bis zum 28. April. An den folgenden Donnerstagen gibt es jeweils ab 19 Uhr Vorträge zu Themen rund um Musik, die mit Holzinstrumenten entsteht. Infos zum Museum auf

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